Fünf Mitglieder des Gemeinderats wurden bereits gewählt
In Rifferswil fanden im Dezember stille Wahlen statt, noch sind aber Sitze vakant
Mit 1174 Einwohnenden ist Rifferswil die zweitkleinste Gemeinde im Bezirk Affoltern. Gemäss Gemeindeordnung finden die Wahlen für die Behörden in stiller Wahl statt, sofern sich die Kandidierenden innerhalb der vorgeschriebenen Frist anmelden und nicht mehr Personen vorgeschlagen werden, als Sitze zu besetzen sind. Für den Gemeinderat, die Primarschulpflege und die Rechnungsprüfungskommission wurden die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten inklusive Präsidien bereits im Dezember in stiller Wahl bestätigt.
In jeder der drei Behörden ist aber noch ein Sitz vakant. Dazu finden am 8. März sogenannte «wilde Wahlen» statt – das bedeutet die Abgabe von leeren Stimmzetteln. Diese Kandidierenden müssen das absolute Mehr erreichen. Beim leeren Sitz in der Schulpflege ist die Ausgangslage etwas kompliziert, denn Pascal von Allmen liess sich sowohl für den Gemeinderat wie auch für die Schulpflege aufstellen. Er wurde in beide Behörden in stiller Wahl gewählt, entschied dann aber Mitte Dezember, sich nur im Gemeinderat zu engagieren und die Wahl für die Schulpflege abzulehnen.
Der Gemeindepräsident, Christoph Lüthi, tritt seine dritte Amtszeit an. Im Ressort Finanzen ergab sich aus gesundheitlichen Gründen vor zwei Jahren ein Wechsel. Jetzt muss das Ressort bereits wieder neu besetzt werden, da der neue Finanzvorstand aus der Gemeinde wegzieht.
Mix von engagierten Menschen
Rifferswil ist in verschiedener Hinsicht ein besonderes Dorf. Es trägt die Auszeichnung «Ortsbild von nationaler Bedeutung» und besticht durch sein malerisches, gut erhaltenes Dorfbild mit historischen Riegelbauten aus dem 18. Jahrhundert. Doch Rifferswil ist kein Museum. Auch hier entstehen Neubauten, und es ist in den kommenden Jahren mit einem Wachstum zu rechnen.
Die Bevölkerung ist zusammengesetzt aus alteingesessenen bäuerlich geprägten Familien und Neuzugezogenen, die mehrheitlich sozial und ökologisch engagiert sind. «Das ist ein spannender Mix von vielen sehr engagierten Menschen», erklärt der Gemeindepräsident, der sich in beiden Bevölkerungsgruppen zu Hause fühlt. Das Dorfleben ist geprägt von zahlreichen Anlässen wie Märkten, Chilbi, dem öffentlichen Dorfbackofen, dem Räbeliechtlifest mit 1700 Räben oder dem Weihnachtsmarkt. Die Stimmbeteiligung an Abstimmungen und Wahlen ist in Rifferswil in der Regel hoch und die Gemeindeversammlungen werden gut besucht.
Räume für kommunale Aufgaben
Ein Projekt, das die Rifferswiler Bevölkerung in den vergangenen Jahren bewegte, war die Verkehrsberuhigung. Jetzt ist darüber definitiv entschieden. Die Jonenbachstrasse und der Dorfplatz bleiben in der Hoheit des Kantons. Auf diesem gesamten Streckenabschnitt wird voraussichtlich Tempo 30 umgesetzt.
In der kommenden Legislatur stehen verschiedene Herausforderungen bevor, wie die Neuorganisation der Wasserversorgung oder die Umsetzung der Liegenschaftsstrategie – der grösste Brocken. «Es geht darum, die Raumbedürfnisse für die Erfüllung der kommunalen Aufgaben längerfristig sicherzustellen», erklärt Christoph Lüthi. «Das betrifft die Bibliothek, den Kleinkinderverein, die Gemeindekanzlei, den Werkhof und die Entsorgung.»
Vor den Gemeindewahlen vom 8. März stellt der «Anzeiger» vom 6. Januar bis 17. Februar in einer Serie die Ausgangslage in den einzelnen Gemeinden vor und lässt die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten zu Wort kommen.
Bisher erschienen: Wettswil (6.1.), Bonstetten (9.1.) und Mettmenstetten (13.1.). (red)
Rifferswil
Gemeindefläche: 6,51 km2
Anzahl Einwohner: 1174 (per Ende 2024)
Besonderheit: Die Gemeinde ist Trägerin der Auszeichnung «Ortsbild von nationaler Bedeutung»
Das wird am 8. März gewählt:
Gemeinderat:
1 Mitglied
Primarschulpflege:
1 Mitglied
Rechnungsprüfungskommission:
1 Mitglied
Sekundarschulpflege Hausen:
5 Mitglieder (inklusive Präsidium)










