Gefangene zwischen Leben und Tod
Im «Hotel zu den zwei Welten» wird geliebt, gehofft, gebangt, und philosophiert
Hier sind sie alle unfreiwillig, können nicht weg, haben keinen Einfluss auf ihr Schicksal. Der dominante Machtmensch trifft auf die arme Seele, die sich zeitlebens für andere abgerackert hat, die Schwerstkranke voller Lebensfreude auf den lebensmüden Erfolgsmenschen, dem im Leben alles in den Schoss fiel. Wie Marionetten werden sie von den schaurigen Engeln in weiss scheinbar nach Belieben mal hierhin, mal dorthin geführt – im Hintergrund locken und drohen gleichermassen die Türen des Lifts, aus dessen gleissendem Licht nicht nur Neuankömmlinge auftauchen, sondern wohin auch die Hotelgäste nach einer ungewissen Zeit wieder verschwinden. Nach unten, zurück ins Leben, geht die Liftfahrt, oder nach oben. Und dann?
Es ist ein berührendes Stück, das die Aemtler Bühne seit Monaten und mit viel Herzblut eingeübt hat. Es geht um die grossen Fragen des Lebens, um den Sinn und die Endlichkeit, aber auch um Liebe und Begierde. Der Mangel an Zeitvertreib zwingt die Charaktere, sich mit sich selber auseinanderzusetzen, wobei das nicht jedem gleich gut gelingen will.
Als «Dienstältester» empfängt Magier Radschapur die Neuen im Hotel. Er hilft ihnen, die Situation, in der sie sich befinden, zu erkennen und zu akzeptieren – und beweist Herz. Für diese bedeutende Rolle wäre Flurin Cabalzar vorgesehen gewesen. Aufgrund von Differenzen zwischen dem Darsteller und der Regisseurin musste die Rolle wenige Tage vor der Premiere umbesetzt werden. Davon war auf der Bühne allerdings kaum etwas zu spüren. Erstaunlich, was der neue Magier Marcel Trümpy und das Ensemble in dieser kurzen Zeit geleistet haben. In der Theaterbar gab nach der Vorstellung allerdings das Stück und insbesondere sein Ende zu reden – im positiven Sinne. Aber mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten...
«Hotel zu den zwei Welten», Vorstellungen: 10., 11., 13., 14., 18., 20., 21., 25., 27. und 28. November sowie 2., 4., und 5. Dezember jeweils 20.15 Uhr. An den Sonntagen 15., 22., und 29. November um 17 Uhr. Theatersaal im ersten Stock des Gasthauses zum weissen Rössli in Mettmenstetten, wo man auch vorgängig essen kann (Reservieren per Telefon 044 767 02 01). Ticketvorverkauf: Buchhandlung Scheidegger, Affoltern, Drogerie Rütimann, Hausen, oder über <link http: www.aemtlerbuehne.ch external-link-new-window>www.aemtlerbuehne.ch.








