Generationenübergreifende Kommunikationsprobleme angehen
Forum-Theater, Breakdance und Musik, organisiert von der Hausemer Kinder- und Jugendkommission
Das Motto des Unterhaltungsabends im Hausemer Gemeindesaal lautete: «Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind grosszuziehen.» Die Idee war frei dem 2012 verabschiedeten Hausemer Leitbild Kinder- und Jugendpolitik entnommen. Die Kinder- und Jugendkommission schien mit dem Anlass den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Rund 100 Hausemerinnen und Hausemer von zwei bis 60 Jahren fanden den Weg in den Gemeindesaal. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Hausemer Band Carpet Stain. Für den mehrfachen Szenenapplaus und stehende Ovationen am Schluss sorgte die Break-Dance-Gruppe Twirah.
Tücken der Kommunikation zwischen Generationen
Nachdem alle verpflegt worden waren, machte das Forum-Theater Zürich einen interaktiven Schauspielworkshop zum Thema Kommunikation zwischen den Generationen und ihre Tücken. Humorvoll und treffend setzten sie sich mit typischen generationenübergreifenden Kommunikationsproblemen auseinander. Sie zeigten gezielt die unterschiedlichen Perspektiven von Jugendlichen, Jugendarbeitenden und Einwohnern. Während die Jugendlichen einen friedlichen Grillabend am Waldrand verbringen und keinem etwas zuleide tun, fühlen sich Bewohner vom Lärm belästigt, von den Jugendlichen bedroht. Die Jugendarbeitenden müssen mittendrin eine Gratwanderung machen. Im Theater sahen die Jugendlichen ihre Fehler nicht ein und die Einwohner wollten das nächste Mal sofort die Polizei rufen.
Es mangelt gegenseitig an Respekt
Sie spielten zwei Szenen und gaben dem Publikum anschliessend die Möglichkeit zu zweit zu diskutieren und sich im Plenum zu äussern. «Wenn sich alle gegenseitig ernster genommen hätten und respektvoller miteinander umgegangen wären, hätte sich die Situation wahrscheinlich ohne weitere Diskussionen aufgelöst. Die Jugendlichen hätten die Musik leiser gestellt und allen Abfall mitgenommen und die Einwohner hätten sich ernst genommen gefühlt und an der Restlautstärke nicht mehr gestört», brachte jemand aus dem Publikum die generationenübergreifenden Kommunikationsmöglichkeiten auf den Punkt. Mehrere Personen äusserten sich für mehr Toleranz der Erwachsenen und dafür, dass die Jugendlichen den ganzen Abfall entsorgen: «Würden die Jugendlichen ihre Plätze sauber verlassen, verginge der Ärger viel schneller.»
Nicht mit dem Ärger ins Haus fallen
Nach den Inputs der Besuchenden wurden umstrittene Szenen mehrfach mit Personen aus dem Publikum nachgespielt. Diese Szenen zeigten, dass, wenn Erwachsene freundlich undlocker auf Jugendliche zugehen und nicht direkt mit ihrem Ärger ins Haus fallen, auch die Barrieren der Jugendlichen gar nicht erst aufgebaut werden. «Wenn man mit uns wie mit Gleichgestellten Menschen redet, fühlen wir uns ernstgenommen und nehmen auch die Anliegen der Erwachsenen ernst», meinte eine junge Frau.






