Geteilte Meinungen zu Deponien

Für Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt spricht nichts dagegen – für Gemeinden eher

Die beiden Deponiestandorte. (Grafik Dominik Stierli/Datawrapper. Karte: OpenStreetMap)

Die beiden Deponiestandorte. (Grafik Dominik Stierli/Datawrapper. Karte: OpenStreetMap)

Im April 2024 verkündete die Baudirektion des Kantons Zürich, wie es mit den Deponiestandorten im Kanton weitergeht. So wurde bekannt, dass im Gebiet Moosacher in Bonstetten ein neuer Deponiestandort geplant ist. Ebenfalls soll die Kapazität der bestehenden ­Deponie Tambrig in Obfelden mehr als verdoppelt werden. Vorerst geht es bei den Projekten um einen Eintrag in den kantonalen Richtplan. Die Deponieplanung ist eine Aufgabe des Kantons und wird vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) wahrgenommen.

Die Teilrevision dessen liegt seit dem 6. Dezember 2024 und noch bis 14. März 2025 öffentlich auf. Für eine Stellungnahme als Privatperson wird man auf der Website des Kantons Schritt für Schritt durch den Prozess geleitet. Dazu ist eine einmalige Registration notwendig. Parallel dazu werden die Gemeinden und Planungsregionen angehört.

Verantwortung übernehmen

Der Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt (ZPK) hat im Rahmen der Vernehmlassung aus Sicht der Region zur Vorlage Stellung genommen. Die ZPK plant keine Deponiestandorte, sondern koordiniert die vom Kanton zur Diskussion gestellten Standorte mit den anderen im Richtplan eingetragenen Interessen auf regionaler Stufe. Auf Anfrage erklärt der ZPK-Vorstand, dass man prinzipiell der Ansicht sei, dass Deponiegut, welches in der Region anfalle, auch in der Region deponiert werden soll. So würden unnötige Lastwagenfahrten vermieden. Marsilio Passaglia, Regionalplaner der ZPK, sagt: «Der Vorstand der ZPK will Verantwortung für den Abfall übernehmen.» Man habe sich mit beiden Standorten auseinandergesetzt und könne sagen, dass der Kanton die Evaluation der Standorte sorgfältig gemacht habe. «Wir sind nicht begeistert über die Wahl, aber es spricht auch nichts dagegen», führt er die Meinung des Vorstands der ZPK aus.

In Bonstetten stehe das Gebiet nicht primär als Naherholungszone im Fokus. Es befinde sich auch eher in einem Tal, welches die Deponie nicht weiterherum sichtbar mache. Dazu befinde es sich verkehrstechnisch direkt an einer Kantonsstrasse. Auch erwähnt wird, dass mit dem Deponiebau altes, belastetes Material entsorgt wird. Dieser Prozess wird vom Kanton als Landfill Mining bezeichnet.

Bei der Erweiterung der Deponie Tambrig in Obfelden weist Passaglia darauf hin, dass der Verkehr zum Standort bereits früher ein Thema war. So haben die betroffenen Gemeinden ­bereits damals durchgesetzt, dass die Anlieferzeiten zur Deponie beschränkt sind. Die Vorteile beim Ausbau in Obfelden sehe der Vorstand der ZPK bei der guten Erschliessung und darin, dass die Deponie wenig einsehbar sei.

Marsilio Passaglia erklärt auch, dass es aktuell «nur» um einen Richtplaneintrag gehe. «Wenn eines der Projekte konkreter würde, braucht es für die Deponie einen kantonalen Gestaltungsplan.» Dabei haben die Standortgemeinden und die Bevölkerung ebenfalls ein Mitspracherecht. Im Gegensatz zum Richtplaneintrag könne dabei auch der Rechtsweg vor Gericht eingeschlagen werden.

Standortgemeinden teils kritischer

Auch die betroffenen Gemeinden selbst haben Stellung zum Vorhaben abgegeben. Der Gemeinderat Obfelden sieht keinen spürbaren Mehrwert für die ­Bevölkerung durch die Erweiterung der Deponie und findet einen finanziellen Ausgleich unerlässlich. Bonstetten sieht Vorteile, dass der schon jetzt belastete Standort durch den Deponiebetrieb ­saniert würde. Man erachte daher die negativen Auswirkungen während des Betriebs als vertretbar.

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