«Gleichgültig und unbelehrbar»: Berufseinbrecher erneut verurteilt

Ein serbischer Profieinbrecher hat beim wiederholten Stehlen von Luxus-Velos und Brillen Beute für eine halbe Million Franken gemacht. Alleine in Affoltern hat er Brillenfassungen für über 103 000 Franken entwendet. Dafür kassierte er eine Freiheitsstrafe von vier Jahren.

«Ich bin schon über 50 Jahre alt und will in meiner Heimat endlich ein neues Leben anfangen», versicherte der serbische Beschuldigte letzte Woche vor dem Zürcher Obergericht. Allerdings sprach schon alleine das eindrückliche kriminelle Vorleben gegen die Beteuerungen des ledigen Berufseinbrechers. So hat er in Deutschland seit 1987 nicht weniger als 13 einschlägige Vorstrafen auf dem Kerbholz und insgesamt über sieben Jahre in deutschen Gefängnissen verbracht.

Nachdem der Beschuldigte aus Deutschland ausgewiesen worden war, suchte er sich die Schweiz als neues Gebiet für seine nächtlichen Streifzüge aus. Wobei er am 25. Oktober 2009 zuerst in Dietikon zuschlug und zusammen mit einem Komplizen in ein Sportgeschäft an der Badenerstrasse eindrang. Zugang hatte sich das Duo mit einem Flachwerkzeug verschafft. Innert kurzer Zeit klauten die beiden Diebe 13 Sportfahrräder, Bekleidung, Nahrungsmittel und Bargeld für über 101000 Franken. Wobei sie die Beute mit einem Lieferwagen abtransportierten und in einem vorbereiteten Lagerhaus im Kanton Luzern deponierten. Von dort aus veräusserten sie die gestohlenen Gegenstände. Meistens zu einem Bruchteil des wahren Wertes. So setzte der Beschuldigte ein 9600-Franken-Velo für für 1500 Franken ab.

Fette Beute in Affoltern am Albis

Ein Jahr später trieb der Beschuldigte auch in Affoltern am Albis sein Unwesen. Er brach in der Nacht auf den 13. November 2010 am Marktplatz in ein Optikergeschäft ein und behändigte zusammen mit einem Mittäter nicht weniger als 992 Marken-Brillenfassungen im Gesamtwert von 103945 Franken. Die Beute tauchte nie wieder auf und verschwand irgendwo im Balkan.

Sicher ist, dass der Beschuldigte weitere Einbrüche in den Kantonen Luzern und Bern verübte. Als er im März 2013 von der Polizei festgenommen wurde, überstieg der gesamte Deliktsbetrag laut Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis eine halbe Million Franken.

Halbherzige Geständnisse

Vor Obergericht wehrte sich der Beschuldigte gegen ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Dietikon. Dieses hatte ihn im Oktober 2014 wegen mehrfachen Diebstahls und diversen weiteren Delikten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Eine zu strenge Sanktion für den Verteidiger, der sich für eine Freiheitsstrafe von lediglich 30 Monaten einsetzte. Dieser verwies auf die Tatsache, dass sein Klient niemals in Privatwohnungen eingebrochen sei. Zudem hob der Anwalt die umfassenden Zugaben des Beschuldigten hervor. Doch gerade die Geständnisse erwiesen sich als halbherzig. Auch vor Obergericht führte er unglaubhaft aus, dass er über seine Mittäter bis heute faktisch nichts wisse. Zudem seien die Einbrüche jeweils spontan erfolgt.

Vier Jahre Knast bestätigt

Der Gerichtsvorsitzende Peter Marti verglich die Darstellungen des Profieinbrechers mit einer «Märchenwelt». Ein Berufsdieb würde niemals das Risiko eingehen, mit einer völlig unbekannten Person einen Einbruch zu wagen. Das Vorgehen der Täterschaft sei vielmehr als recht gut organisiert und professionell zu bezeichnen. Angesichts seiner zahlreichen Vorstrafen erscheine der Beschuldigte geradezu als gleichgültig und unbelehrbar. Das Obergericht sah zum Schluss keinen Anlass, vom Dietiker Verdikt abzurücken. Es bestätigte die vierjährige Freiheitsstrafe umfassend. Abzüglich von 815 Tagen, die der Täter bereits abgesessen hat.

 

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