Hilfe aus dem Säuliamt fürs Obergoms

Otto Steinmann aus Affoltern gehört beim Projekt «Aussicht Hungerberg» zu den treibenden Kräften.

Otto Steinmann (stehend) erklärt einer Gruppe im Restaurant auf dem Hungerberg die Umgebung. (Archivbild zvg.)
Otto Steinmann (stehend) erklärt einer Gruppe im Restaurant auf dem Hungerberg die Umgebung. (Archivbild zvg.)

Otto Steinmann verbringt seit Jahren einen Grossteil seiner Freizeit im Oberwallis und hat auch unter den Einheimischen viele Bekannte. Er nimmt regen Anteil am Geschehen, und die Region ist ihm ans Herz gewachsen. Mit zunehmender Sorge beobachtete Steinmann eine Abwanderung aus der Region, unter anderem hervorgerufen durch die Stilllegung der Sesselbahn auf den 1700 Meter hohen Hungerberg und durch die Schliessung von Hotels und Gewerbebetrieben. Er wandte sich mit einem Brief an Christian Imsand, den Gemeindepräsidenten von Obergoms, der in den Satz mündete: «So kann es doch nicht weitergehen, da muss etwas geschehen.» »Imsands Antwort: «Sie haben recht. Machen Sie etwas!»

Otto Steinmann, inzwischen Verwaltungsratspräsident der Hungerberg Obergoms AG, kontaktierte den Präsidenten des Vereins pro Hungerberg, Urs Hauser, dessen Mitglieder das Bergrestaurant auf dem Hungerberg mit Fronarbeit und Finanzen unterstützen – unter ihnen zahlreiche Ämtler wie Bruno Heinzer, Franz Liebhart und Stephan Schmidlin und der Walliser Ex-Spitzenlangläufer Koni Hallenbarter. Man kam nicht nur ins Gespräch, sondern tat sich zusammen und rief das Projekt «AusSicht Hungerberg» ins Leben. Es besteht im Wesentlichen darin, dem Hungerberg mit einer neuen Pendelbahn und mit einem neuen Restaurant neues touristisches Leben einzuhauchen. An einem Gesamtkonzept beteiligte sich auch eine Fachhochschule von Zürich. «Wir haben rund 30 Projekte erhalten, Modelle und Pläne», sagt Otto Steinmann, fügt aber gleich bei: «All diese Ideen können aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden.»

Grosszügige Gemeinde

Teuerster Brocken ist die Bahn. Selbst eine ganz einfache Einrichtung kostet rund drei Millionen Franken und verursacht jährliche Betriebskosten von gegen 30000 Franken. Die Gemeinde Obergoms zeigte sich sehr grosszügig und bewilligte an einer Urversammlung (Gemeindeversammlung) 400000 Franken für das Gesamtprojekt. Ausserdem unterstützt die Gemeinde den Restaurantbetrieb auf dem Hungerberg mit einem tiefen fünfstelligen Betrag, und auch der Verein Pro Hungerberg leistet finanzielle Hilfe. In der Kasse der Hungerberg Obergoms AG befinden auch dank neuem Aktienkapital und Spenden derzeit gegen 700000 Franken – deutlich zu wenig, um das Gesamtprojekt realisieren zu können.

«Wir erhoffen uns durch den Spendenaufruf weiterhin Leute, die Aktien zeichnen und zum Beispiel Seilabschnitte kaufen», sagt Otto Steinmann, der immer noch auf einen «reichen Götti oder eine Gotte» hofft, einen Mäzen, der die Restfinanzierung übernimmt – keiner hat sich bisher gemeldet.

Offen ist derzeit noch eine andere Möglichkeit: Wasserenergie ist im Obergoms ein zentrales Thema. Derzeit plant die Kraftwerk Obergoms AG ein Wasser-Kleinkraftwerk. «Wir erörtern die Möglichkeit, Synergien zu nutzen. Die Betreiberin benötigt eine Personaltransportmöglichkeit. Vielleicht lässt sich das mit einer touristisch genutzten Pendelbahn kombinieren», hofft Otto Steinmann.

So oder so kann das Projekt nur in Etappen realisiert werden. Erste Massnahme ist ein Ersatzbau für das alte Restaurant auf dem Hungerberg. Es soll ein schlichtes Bergrestaurant entstehen, zu dessen Kapital auch die traumhafte Aussicht ins Tal gehört.

<link http: www.hungerberg.ch>www.hungerberg.ch, Facebook: Hungerberg-Obergoms.

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