Hilfsbereitschaft, aber auch Ängste
Am Dienstag und Mittwoch sind die ersten Flüchtlinge in Bonstetten eingetroffen. Ihr temporäres Zuhause ist die Militärunterkunft, wo sie vom Sozialdienst und von der Heilsarmee betreut werden. Hilfsbereitschaft ist vorhanden, aber auch Ängste.

Am Dienstag trafen elf Flüchtlinge aus Afghanistan und vier aus Sri Lanka im Unteramt ein, am Mittwoch folgten 15 aus Syrien und noch drei aus Afghanistan. Und am 26. Januar treffen 11 weitere Personen aus Afghanistan ein. Etwa zur gleichen Zeit werden je zwei Flüchtlinge aus Eritrea und Albanien im Bezirk in Wohnungen platziert. «Es sind alles Familienangehörige in Gruppen», sagt Gemeindeschreiber Primus Kaiser, der das Amt des Gemeindeschreibers vor wenigen Tagen an Daniel Nehmer abgegeben hat und sich nun unter anderem mit den Flüchtlingen beschäftigt.
Für die Betreuung, für Fragen und Informationen ist in erster Linie der Sozialdienst des Bezirks Affoltern zuständig. Tagsüber leisten auch Angehörige der Heilsarmee Unterstützung. Auf einen Aufruf hin haben sich zahlreiche im Asylbewerberstatus gemeldet, die schon seit einiger Zeit in der Schweiz sind und sich für Übesetzungen zur Verfügung stellen und Integrationsarbeit leisten wollen. Auch die Bevölkerung aus der Umgebung nimmt regen Anteil und will den Flüchtlingen zum Beispiel mit Deutschunterricht oder beim Einkaufen das Leben erleichtern. Geplant sind Beschäftigungsprogramme der reformierten Kirche. Und zudem haben Ortsvereine Trainings angeboten.
«Hilfsbereitschaft ist in Bonstetten vorhanden, aber nach den schlimmen Ereignissen in Deutschland natürlich auch Ängste. Bei uns dürfte das kein Problem sein, denn es sind ja Familien, die zu uns kommen», sagt Primus Kaiser. Regelmässige Informationen, nächtliche Patrouillen des Sicherheitsdienstes und der Kantonspolizei sollen in Bonstetten das Sicherheitsgefühl stärken. Alle, die in der Militärunterkunft einquartiert sind, haben einen Ausweis mit ihrem Konterfei erhalten. «Damit wollen wir verhindern, dass fremde Personen in die Unterkunft kommen», so Primus Kaiser.
Ziel ist es nun, für diese Flüchtlinge in den Gemeinden im Bezirk Affoltern Wohnraum zu finden – nach wie vor keine einfache Aufgabe. «Da Bonstetten derzeit quasi eine Anlage für den ganzen Bezirk bietet, sind nun die übrigen Gemeinden gefordert», fügt Kaiser bei.


