Hitze-Hotspots im Säuliamt

Nicht alle Gemeinden sind gleich betroffen: Neue Karten vom Geoportal Kanton Zürich zeigen, wo sich im Säuliamt Hitzeinseln bilden und welche Orte eher kühl bleiben

Der «hotteste» Hotspot im Amt: Das Stadtzentrum von Affoltern sollte noch etwas mehr begrünt werden, um übermässige Überwärmung zu vermeiden. (Bild Claudia Eugster)
Der «hotteste» Hotspot im Amt: Das Stadtzentrum von Affoltern sollte noch etwas mehr begrünt werden, um übermässige Überwärmung zu vermeiden. (Bild Claudia Eugster)

Seit Anfang Juli stellt der Kanton Zürich Daten zu den mit Bäumen bewachsenen Flächen im Siedlungsgebiet zur Verfügung. Die Bäume beziehungsweise ihre Kronenfläche können auf einer Karte im GIS-Browser (2022) angezeigt werden (Waldflächen sind davon ausgenommen). Die Informationen sind als «Open Government Data» (OGD) über den GIS-Browser öffentlich beziehbar und stehen somit allen Interessierten für Analysen kostenlos zur Verfügung. Verknüpft mit der Klimakarte, die die Lufttemperatur im Siedlungsgebiet darstellt, lassen sich sogenannte «Hitzeinseln» identifizieren. Sie sind in verschiedenen Rottönen dargestellt. Diese Flächen gelten als übermässig überwärmt und sollten daher dringend stärker begrünt werden, empfiehlt das Geoportal des Kantons Zürich. Die neu verfügbaren statistischen Daten sollten ausserdem in die Arealentwicklung und Städteplanung einfliessen, um zu vermeiden, dass sich weitere Hitzeinseln bilden.

Wo ist es zeitweise übermässig überwärmt im Amt?

In fast jeder Gemeinde im Bezirk Affoltern findet sich mindestens eine Fläche, die tagsüber während einer sommerlichen Schönwetterphase sehr stark überwärmt ist. In Affoltern ist der eine Hotspot – im wahrsten Sinne des Wortes – zwischen Poststrasse, Oberer Bahnhofstrasse, Merkurstrasse und Untere Bahnhofstrasse zu verorten. Der zweite wird eingegrenzt durch die Oberdorf- und Zürichstrasse, den Central- und den Fabrikweg – gleich beim Migros. Aber es gibt der dichteren Besiedlung im Vergleich zu den anderen Gemeinden geschuldet natürlich noch weitere heisse Plätze in der Stadt. In Zwillikon finden sich zwei helle rote Flächen: eine bei der Kreuzung Hofibachstrasse–Ottenbacherstrasse, die zweite beim Bungert.

In Hedingen wird eine grössere Fläche nördlich der Arnisstrasse entlang des Bahngleises Richtung Zürich am wärmsten und eine weitere beim Langacker, beim Züriweg und beim Trottenweg neben dem Lindenplatz.

Bonstetten kommt relativ gut weg, dort finden sich nur vereinzelt übermässig überwärmte Flächen. Am wärmsten ist es im Dreieck zwischen Birchstrasse, Sagiweg und Aumülistrasse.

Auch in Wettswil ist es nicht an vielen Orten übermässig überwärmt. Am meisten südlich von der Bushaltestelle Industrie an der Moosstrasse, wo sich auch eine Tankstelle und ein Autohändler befinden. Nicht unweit von dieser Fläche befindet sich zudem ein Knotenpunkt der Autobahn.

Ottenbach hat eine dunklere rote Fläche im Bereich der Post und einen vergleichsweise hohen Anteil an helleren roten Flächen.

In Obfelden ist es an der Ecke Dorfstrasse–Bodenackerstrasse zeitweise übermässig überwärmt, aber auch auf dem Gebiet westlich der Bach- und Ottenbacherstrasse. Ausserdem gibt es diverse kleine, punktuelle Hitzeinseln.

Die Hitzeinseln in Mettmenstetten finden sich östlich des Bahnhofs im Viereck Unterfischbach- und Erspachstrasse und Im Grindel.

Maschwanden ist hingegen ziemlich gut begrünt und hat daher nur kleinere Hotspots, ist jedoch natürlich auch von kleinerer Fläche als andere Gemeinden. Übermässig überwärmt ist es hier bei der Dörflistrasse.

In Knonau gibt es nur eine wirkliche Hitzeinsel, die sich um das Gemeindehaus bildet. Dafür findet sich in der Nähe der Kommune, nämlich südlich vom Hasental und östlich von der Steinhausenstrasse, eine grössere Fläche in dunklerem Rot. Interessanterweise befinden sich auch hier eine Autogarage und Industrie sowie die Autobahn, die direkt daran vorbeiführt. Die Vermutung, dass dies Indikatoren für übermässige Überwärmung sein können, liegt nahe, nebst der Begrünung, welche dem entgegenwirkt.

Rifferswil hat nur eine Fläche in etwas hellerem Rot, welche südwestlich der Dorfstrasse zu verorten ist.

Auch Kappel kommt gut weg, hier ist es beim Lierenhof etwas heller rot. Und auch Hausen hat nur eine Fläche in etwas hellerem Rot bei Unterdorf.

Am besten von allen Gemeinden des Säuliamtes schliessen Stallikon und Aeugst ab. In diesen beiden Gemeinden finden sich tatsächlich keine roten, sondern nur helle gelbe Flächen. Dies liegt wahrscheinlich am hohen Baumbestand und den Hügeln, von denen die Kommunen umgeben sind. Allerdings werden Waldflächen auf dieser Karte «Einzelbäume 2021/22» im Geoportal, welche als Grundlage verwendet wird, und mit der Lufttemperatur im Siedlungsgebiet (Klimakarte) verknüpft wurde, um Hitzeinseln zu identifizieren, bewusst ausgenommen.

Insbesondere bei Gebieten in dunklerem Rot, die auch nachts mindestens mässig überwärmt sind, werden vom Geoportal Kanton Zürich Massnahmen zur Hitzeminderung und zur Verbesserung der Auskühlung empfohlen. Diese Massnahmen sollten bei Zentrumsplanungen oder Arealentwicklungen unbedingt mit einbedacht werden. Aber was kann alles gemacht werden, um übermässige Überwärmung zu vermeiden?

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