«Ich fühle mich im Säuliamt fast als Einheimischer»
Ein Jahr nach der Ansprache von Doris Leuthard in Ottenbach durfte das Säuliamt zum Nationalfeiertag bereits wieder einen Bundesrat als Festredner begrüssen. Ueli Maurer präsentierte sich im Mettmenstetten natürlich und volksnah.

Kantonsrat Martin Haab ist sein einziger Begleiter, als Bundesrat Ueli Maurer am Montagabend gegen 21Uhr die letzten Schritte vom Parkplatz zum Festplatz Paradies hochschreitet. Hier wird er von OK-Chef Peter Junker und dessen Töchtern schon erwartet. Gemeinsam geht es unter lautstarkem Applaus ins extra grosse Festzelt. Rund 200 Personen kommen sonst jeweils zur offiziellen 1.-August-Feier. «Wir haben mit doppelt so vielen gerechnet», verrät Peter Junker, tatsächlich sollten es diesmal rund 600 sein.
Mettmenstetten war die sechste und letzte Station, an denen Ueli Maurer am 31. Juli und 1. August seine Festrede gehalten hat. «Wie eine Suisse miniature» beschrieb der Finanzminister seine gesammelten Eindrücke von dieser Tour: «Jede Gemeinde organisiert die Feier etwas anders, da zeigt sich die Vielfalt der Schweiz.» In diesem Vergleich punktete Mettmenstetten mit dem Festplatz mit Ausblick – «dem schönsten Fleck im Säuliamt», wie Junker betonte. Doch nicht nur: «Ich fühle mich im Säuliamt fast als Einheimischer», verriet der Magistrat. In Mettmenstetten sei er häufig, schliesslich wohne seine Schwester in Maschwanden.
«Schwarze Spinne» als roter Faden
Rund 20 Minuten sprach Ueli Maurer zur Festgemeinde – über verlockende Versprechungen, den Wert von Werten und den Einsatz für die Allgemeinheit. Als roter Faden diente ihm dabei die Novelle «Die Schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf. Die Mettmenstetter und ihre Gäste goutierten die frei vorgetragenen Worte mit tosendem Applaus. «Ich bin sehr beeindruckt», lobte Gemeindepräsident René Kälin. Mit seiner «berührenden Ansprache» zum 900-Jahre-Jubiläum der Gemeinde gehe Maurer in die Mettmenstetter Geschichte ein, genauso wie Albert Einstein, der einst seine Sommerferien im «Paradies» verbracht hatte.
Schon vor und auch noch lange nach seinem Auftritt stand der volksnahe Magistrat seinem Mettmenstetter Publikum zur Verfügung, liess sich zu seiner Rede gratulieren und lächelte geduldig in diverse Smartphone-Kameras. Manche sprachen ihn auf eine gemeinsame Militär-Vergangenheit an – Gemeindeschreiber Edy Gamma etwa hat als Fourier einen WK mit dem damaligen Oberleutnant gedient. Sogar in Englisch stand Ueli MaurerRede und Antwort – erst einer Britin, die vom «Brexit» schwärmte, dann der australischen Skiakrobatin Lydia Lassila, Olympiasiegerin von 2010 in Vancouver. Lassila trainiert aktuell im Jumpin und wollte sich ein «Shakehands» mit dem ehemaligen Sportminister offensichtlich nicht entgehen lassen.


