Im Moment noch zahlen sich Gemeindefusionen finanziell aus
In Gemeinden wie Maschwanden, Rifferswil und Kappel wird der Fusionsdruck steigen

Durch den Zusammenschluss einiger Schulgemeinden mit politischen Gemeinden sind im Bezirk Affoltern bereits einige Einheitsgemeinden entstanden. In Hedingen beispielsweise wurden Primarschul-, Sekundarschul- und politische Gemeinde zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen. Der Hedinger Gemeindepräsident Bertram Thurnherr war im Gemeinderat zentral an der Umsetzung der Einheitsgemeinde beteiligt – damals noch als Finanzvorsteher: «Der Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde hat sich bewährt. In den Bereichen Finanzen und Liegenschaften haben sich durch die Möglichkeit der Gesamtbetrachtung Synergien und günstigere Lösungen ergeben, wie beispielsweise bei der Bibliothek.»
Unabhängigkeit wird teuer
Es gibt zudem noch die Möglichkeit von Fusionen zwischen politischen Gemeinden. Diese werden in den kommenden Jahren vermehrt Thema sein. Denn der Übergangsfinanzausgleich wird nur noch bis 2017 und bei einem hohem Gesamtsteuerfuss ausbezahlt, weshalb Rifferswil einen Steuerfuss von 134 Prozent beantragen muss (siehe «Anzeiger» vom 26. Januar 2016). Wenn der Übergangsausgleich wegfällt, werden nur noch nicht absehbare Kosten, wie Sozialhilfebeiträge vom neuen Sonderlastenausgleich getragen. Kleine Gemeinden, die einen prozentual höheren Verwaltungsaufwand betreiben, werden deshalb die Steuern anheben müssen, wenn sie unabhängig bleiben wollen.
Die Ersten werden belohnt
Sternenberg, die ehemals kleinste Gemeinde des Kantons, wurde von diesem Schicksal bereits ereilt. Auf den ersten Januar 2014 fusionierte sie mit der Gemeinde Bauma. Um die Fusion zu unterstützen sprach der KantonZürich einen Kredit von 3,5 Millionen Franken, damit keinem Fusionspartner ein Nachteil erwächst. Daraus wurde unter anderem eine Stiftung finanziert, die bezweckt, das Dorf- und Vereinsleben in Sternenberg zu bewahren. Um weitere Gemeinden zu Strukturreformen zu bewegen und finanzielle Ungleichheiten auszugleichen, spricht der Kanton momentan noch viel Geld. In einigen Jahren werden die Fusionen jedoch von den Gemeinden getragen werden müssen.


