Jeder soll so viele Häuser besitzen können, wie er will
52. Generalversammlung des Hauseigentümerverbands Albis

HEV-Albis-Präsident René Homberger führte durch die Generalversammlung. Es hatte sich eine rekordhohe Besucherzahl angemeldet; von den 390 angemeldeten Mitgliedern waren jedoch 40 durch die Grippewelle verhindert.
Nicht nur die Anmeldungen an die Generalversammlung boten Grund zur Freude, sondern auch die Anzahl Neumitglieder. Nach insgesamt 57 Austritten in den vergangenen beiden Jahren, konnte der HEV Albis 2015 85 neue Mitglieder gewinnen, was 2,6 Prozent der gesamten Mitgliederzahl darstellt.
Nach neunjähriger Tätigkeit als Kassier im Vorstand des HEV wurde der Affoltemer Urs Furrer als Kassier des HEV Albis verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde der Wettswiler Treuhänder Dominique Lipp gewählt. Die Rechnung 2015, das Budget 2016 sowie der gleichbleibende Mitgliederbeitrag von 90 Franken wurden einstimmig angenommen.
Regulierung führt zu Zuständen, die Planwirtschaft ähnlich sind
Die diesjährige Rede wurde vom Affoltemer FDP Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler gehalten. Er leitete ein, dass nur eine wirtschaftlich intakte Region auch für Haus-eigentümer attraktiv sei: «Beispielsweise die Zweitwohnungsinitiative hat die Bergregionen empfindlich getroffen. Wirtschaftlich war sie fatal und hat – gerade bei jungen Erwachsenen – zu vermehrten Umzügen in Richtung Stadt geführt. Es ist sicher nicht Sache des Staates, seinen Bürgern vorzuschreiben, wie viele Häuser sie besitzen dürfen. Das Recht auf Eigentum ist in Gefahr.» Natürlich gebe es Mietwucher, der Grossteil der Vermieter verlange jedoch faire Preise. Vermietung von Wohnraum werde immer öfter als unmoralisch angeprangert. In regelmässigen Abständen kämen Ideen auf, die in Richtung Planwirtschaft gehen. «Wenn solche Ideen durchkommen, führt dies zu Überregulierung. Natürlich muss jeder Eigentümer das Recht haben, sein Eigentum zu schützen und sein Recht einzuklagen, es muss jedoch nicht jede mögliche Streitigkeit im Voraus geregelt werden.»
Loblied auf die Sparmentalität von Herrn und Frau Schweizer
In Bern sei momentan ein Angriff auf steuerliche Abzüge für Hypotheken und Umbauten im Gang. Die Argumentation sei, dass die Verschuldung schweizweit zu einem Systemrisiko Schweiz führen würde. Es sei jedoch genau das Gegenteil der Fall. Die Sparmentalität der Schweiz ermögliche es erst, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger ein Eigenheim leisten könnten – mithilfe der Bank. «Es braucht auf allen politischen Ebenen Engagement für die Sicherheit des Wohneigentums.»
Hans-Ulrich Bigler wollte jedoch nicht nur Negatives erwähnen, sondern freute sich auch über Lichtblicke: «Staatliche Gebühren müssen kostendeckend sein, jedoch nicht mehr. Deshalb war das Ja zur Senkung der Notariatsgebühren ein sehr erfreuliches Zeichen, dass diese Idee auch bei der Bevölkerung gut ankommt.»
Er schloss, mit einem besorgten Votum, dass das Recht auf Eigentum immer noch akut gefährdet sei.


