Kirschessigfliege blieb den Trauben bisher fern
Die Ämtler Weinbauern erwarten 2015 eine mittelmässige bis gute Ernte – sofern die Kirschessigfliege den Trauben weiterhin fernbleibt. Wegen der Trockenheit findet der Wümmet in diesem Jahr früher statt.

Im vergangenen Jahr haben Vogelfrass, Mehltau und Kirschessigfliege die Erntemenge im Säuliamt erheblich reduziert. 2015 sieht es besser aus, wie eine Umfrage unter den Weinbauern zeigt. Nicole und Robert Eberhard haben in ihrem «neuen» Rebhügel in der Vollenweid (Gemeinde Hausen) im vergangenen Jahr die erste Ernte einfahren können. Vom 1,2 ha grossen Areal, das auf 650 bis 680 Meter über Meer liegt, resultierten damals exakt 257 Flaschen Rotwein der Sorten Léon Millot, Cabernet Jura und Cabernet noir. Dieses Jahr werden es mehr sein. «Wir haben erstmals auch Weissen, den Seyval blanc und den Johanniter», sagt Nicole Eberhard. Die Qualität ist besser als im vergangenen Jahr, die Kirschessigfliege ist bisher nicht aufgetaucht – sie kommt auch erst, wenn sich die Beeren färben, was bereits im Gange ist. «Wir werden vermutlich zwei Wochen früher ernten können», sagt Nicole Eberhard.
Edwin Marty, der den gut eine Hektare grossen Rebhügel zwischen Knonau und Uttenberg bewirtschaftet, erwartet eine mittelmässige Ernte. Und das heisst in Zahlen: 4000 bis 4500 kg rote und weisse Trauben – gerade mal die Hälfte eines Spitzenjahres. Für ihn gabs im Frühjahr zu viel Regen, jetzt sei die Wärme gut. Allerdings ist Regen vor der Ernte wichtig, damit der Säuregehalt der Trauben steigt. Marty erwartet den Wümmet in der ersten Oktoberhälfte.
Heisse Tage, kalte Nächte
«Wir erwarten mehr Ertrag als im Vorjahr – 800 bis 900 kg, was ebenso viele Flaschen ergibt. Das sind 80 Prozent Riesling x Sylvaner und 20 Prozent Blauburgunder», sagt Martina Leuthold aus Uerzlikon, die von bisher guter Qualität spricht. Entscheidend sei aber das Wetter bis zur Ernte. Heisse Tage und kalte Nächte findet die Weinbäuerin ideal. Die Kirschessigfliege blieb auch dieses Jahr fern. Massnahmen richteten sich gegen die Wespen. «Wir haben sogenannte Wespenfallen aufgestellt. Das sind Flaschen und Plastikbehälter, die mit Most, Bier und Wasser gefüllt sind», sagt Martina Leuthold. Die Familie verkauft den Uerzliker zur Hauptsache im Laden im Wolfacker. Er ist aber auch im Kloster Kappel und im Denner-Satellit in Kappel zu kaufen.
Feinmaschige Netze gegen Schädlinge
Peter Käppeli aus Obfelden bewirtschaftet in Wettswil auf vier Aren 200 Rebstöcke der Sorte Garanoir. Das ist eine Kreuzung aus den Sorten Gamay und Reichensteiner. Daraus entsteht Dettenbühler, ein typischer roter Landwein. «Auf 610 Metern über Meer ist Blauburgunder nicht ideal», fügt er bei. Als zumindest nicht ideal bezeichnet Käppeli die Ernte im vergangenen Jahr, als die Kirschessigfliege ihr Unwesen trieb. Die Erntemenge betrug gerade mal ein Drittel eines normalen Jahres. In diesem Jahr erwartet der pensionierte Lehrer eine solche Normalernte. Das sind 400 bis 450 kg. Er hat vorgesorgt und das Areal mit einem feinmaschigen Netz überzogen, das Schädlinge abhalten soll.


