Kloster Kappel – ein Anziehungspunkt

Nach wie vor boomen der Hotel- und Seminarbetrieb des Klosters Kappel. In Spitzenmonaten sind die Zimmer bis zu 85 Prozent ausgelastet. Zu den Höhepunkten im kommenden Jahr zählen Veranstaltungen, die Niklaus von der Flüe gewidmet sind – einer bedeutenden Gestalt in der Schweizer Geschichte.

Freuen sich über das rege genutzte Angebot des Klosters Kappel: Markus Sahli, theologischer Leiter (links), Elisabeth Wyss, Bildungsverantwortliche, und Jürgen Barth, Geschäftsführer. (Bild Werner Schneiter)
Freuen sich über das rege genutzte Angebot des Klosters Kappel: Markus Sahli, theologischer Leiter (links), Elisabeth Wyss, Bildungsverantwortliche, und Jürgen Barth, Geschäftsführer. (Bild Werner Schneiter)

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäftsverlauf», sagt Jürgen Barth, Geschäftsführer des Hotelbetriebs im Kloster Kappel, stellt aber gleichzeitig fest: «Das Wachstum hat natürlich Grenzen, irgendwann ist das Maximum erreicht.» Das Jahr 2015 war so erfolgreich wie 2014, und für 2016 erwartet Barth ähnliche Zahlen. Und das sind gegen 18000 Logiernächte. In den Spitzenmonaten Juni und September sind die Zimmer bis zu 85 Prozent ausgelastet, verteilt auf das ganze Jahr beträgt die Belegung 55 bis 60 Prozent. Die Zahlen widerspiegeln den regen Seminarbetrieb mit einem vielfältigen Kursangebot. «Spiritualität und Musik, aber auch das Thema Sexualität und Liebe sind wahre Renner», hält Elisabeth Wyss, die Bildungsverantwortliche, fest. Am vergangenen Wochenende fand die traditionelle Johannisnacht statt. In diesem Rahmen laufen Mitglieder von Kirchgemeinden aus drei Kantonen in der Nacht nach Kappel; dieses Jahr waren es rund 120 Teilnehmende.

Nach Umbau des Hauses am See mehr Hotelzimmer

Seminare und Weiterbildung gehören zu den Kernangeboten, die von öffentlichen Institutionen und Privatfirmen rege genutzt werden. Und dies wiederum verleiht auch dem Restaurantbetrieb mächtigen Schub. Dort werden nicht nur Kursteilnehmende verköstigt, sondern auch Gäste von privaten Festen. Während der Sommermonate kommen auch private Gäste für einen Kurzurlaub ins Kloster Kappel, eher Einzelpersonen, welche Ruhe suchen. «Für dieses Gästesegment fehlt uns aber die Infrastruktur», ergänzt Jürgen Barth.

Mit der Sanierung und dem Umbau des Hauses am See wird eine ehemalige Wohnung in Hotelzimmer umgewandelt (der «Anzeiger» hat darüber berichtet). Fünf neue kommen ab nächstem Frühjahr dazu, womit der Hotelbetrieb dann 80 Zimmer und fast 150 Betten zählt. Nach dem Holiday Inn in Affoltern also der zweitgrösste Gastbetrieb im Bezirk Affoltern. Mit rund 50 Mitarbeitenden (40 Vollzeitstellen) zählt das Kloster Kappel im Oberamt zu den grösseren Arbeitgebern.

2017: Niklaus von der Flüe im Zentrum

Im nächsten Jahr jährt sich der Geburtstag von Niklaus von der Flüe zum 600. Mal. Das Kloster Kappel widmet dieser in der Schweizer Geschichte bedeutenden Gestalt, auch Bruder Klaus genannt, diverse Anlässe, darunter ein Musiktheater («der Ranft-Ruf»), bei dem das Ringen von Niklaus von der Flüe um seine Berufung zum Ausdruck kommt. Die Uraufführung findet am Bettag 2017 statt.

«Wir haben ausserdem die Künstlerin Maja Thommen beauftragt, eine der Visionen von Niklaus von der Flüe zu visualisieren – eine sogenannte Brunnenvision», sagt Markus Sahli, theologischer Leiter im Kloster Kappel.

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