Markanter Rückgang der Straftaten im Bezirk

Häusliche Gewalt ist aber auch 2025 ein Dauerthema – zwei Tötungsdelikte

In einzelnen Bereichen – etwa bei Vergewaltigungen oder anderer häuslicher Gewalt – ist der Gang zur Polizei häufiger. Die Dunkelziffer ist gleichwohl hoch. (Bild Werner Schneiter)
In einzelnen Bereichen – etwa bei Vergewaltigungen oder anderer häuslicher Gewalt – ist der Gang zur Polizei häufiger. Die Dunkelziffer ist gleichwohl hoch. (Bild Werner Schneiter)

Während der Kanton Zürich 2025 eine 5-Prozent-Abnahme bei polizeilich registrierten Straftaten verzeichnet, ist der Rückgang im Säuliamt wesentlich grösser: Minus 12 Prozent in der gleichen Periode. Allerdings kamen Fahrzeugdiebstähle, Einbrüche, aber auch Drohung, Nötigung, Vergewaltigungen und sexuelle Handlungen mit Kindern sowie anderes hierzulande häufiger vor als in der Vorjahresperiode.

Rückgang bei Jugendkriminalität

Laut der Kriminalstatistik 2025 verzeichnet der Kanton Zürich 104632 polizeilich erfasste Straftaten – 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ins Auge stechen insbesondere der Rückgang an Gewaltdelikten (-6 Prozent), Jugendkriminalität (-10 Prozent) und Einbruchkriminalität (-12,5 Prozent) und Vermögensdelikten (-5 Prozent). Die Kantonspolizei begründet die Abnahme mit gezielten Aktionen und Kontrollen. Auch beim Telefonbetrug zeigten intensive Ermittlungen und Präventionsmassnahmen Wirkung. So haben die vollendeten Betrüge um mehr als 60 Prozent abgenommen. Die Cyberkriminalität sank nur leicht, um 2,5 Prozent, verharrt aber auf hohem Niveau.

Zwei Tötungsdelikte

Im Bezirk Affoltern sind im vergangenen Jahr 2307 Straftaten polizeilich erfasst worden – 327 weniger als in der Vorjahresperiode, was einen Rückgang von satten 12 Prozent bedeutet. Gut 40 Delikt-Sparten sind in der Statistik aufgelistet, in fast 30 sind Rückgänge aufgelistet. So verringerte sich die Zahl der Tatbestände gegen Leib und Leben um 25 Prozent auf 135. In diesem Bereich sind zwei Tötungsdelikte zu beklagen (2024: 1).

Velo-, E-Scooter- und E-Bike-Diebstähle

Die Zahl der Vermögensdelikte reduzierte sich um 14 Prozent auf 1509. Hier resultieren bei Taschen- und Trickdiebstahl (22/17), Einbruchdiebstahl (116/112) und Fahrzeugdiebstahl (259/239) Zunahmen. Die Kapo-Mitarbeitenden rapportieren in Affoltern in erster Linie Velo-, E-Scooter- und E-Bike-Diebstähle, weniger vergriff man sich an Autos. Sachbeschädigungen, Betrug (217/234) und Erpressung (9/10) sind rückläufig.

Handlungen gegen die sexuelle Integrität sind gesamthaft zwar rückläufig, die Zahl sexueller Handlungen mit Kindern ist jedoch von 6 auf 10 gestiegen. Die Polizei wird auch dann tätig, wenn sexuelle Motive vermutet werden, etwa, wenn ein Kind auf der Strasse von einer fremden Person angesprochen wird («Willst du mitfahren?») – oder wenn Eltern aufgrund von Aussagen der Kinder Verdächtiges melden und Vermutungen in Chats geäussert werden. Laut Adrian Peterhans, Bezirkschef der Kantonspolizei in Affoltern, steht der Polizei hier das sogenannte Viclas-System zur Verfügung. Dies ist ein Analysesystem zur Verknüpfung von Gewalttaten.

«Wöchentlich mehrere Fälle»

Häusliche Gewalt ist auch im Säuliamt ein Dauerthema. «Da haben wir wöchentlich mehrere Fälle», so Peterhans. Die Zahl von Drohungen (+23 Prozent) und Nötigungen (+17 Prozent), Freiheitsberaubung und Entführung (von 2 auf 4 Fälle) ist auch im Säuliamt gestiegen; zumindest ein Teil fällt hier ins Kapitel «häusliche Gewalt». Das Spektrum ist breit: Unter häusliche Gewalt können auch verbale Auseinandersetzungen in der Familie zählen, zwischen Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern und Verwandten. Streit muss nicht gleich ein Delikt nach sich ziehen. Liegen aber zum Beispiel Todesdrohungen oder Körperverletzungen vor, so wird der Täter (seltener: die Täterin) verhaftet und der Staatsanwaltschaft zugeführt.

Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungen ist im Bezirk von 3 auf 5 gestiegen. Das neue Sexualstrafrecht ermutigt das eine oder andere Opfer mehr zu einer Anzeige. «Die juristischen Hürden sind da weniger hoch, aber trotzdem: Die Dunkelziffer ist beträchtlich», räumt Adrian Peterhans ein.

Eine Zunahme wird in den Bereichen Urkundenfälschung (von 19 auf 32 Fälle) und bei leichten Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (von 58/59) verzeichnet. Gewalt und Drohung gegen Beamte (unverändert 18) sowie Hinderung von Amtshandlungen (erneut 7 Fälle) sind nach wie vor leidige Themen. Opfer sind da nicht nur Gesetzeshüter, sondern auch Kesb-Mitarbeitende, Feuerwehrleute, Sanitäter genauso wie Sozialpädagoginnen oder Postautochauffeure.

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