Maschwanden soll moderat wachsen

Wie soll sich Maschwanden entwickeln und in 30 Jahren aussehen? Zu dieser Frage lud der Gemeinderat die Bevölkerung ins «Zukunfts-Kafi» ein. Rund 60 Personen machten mit. Moderates Wachstum steht im Vordergrund.

Rege Diskussionen in der Gruppe am Samstagvormittag in der «Gerbi». (Bild zvg.)
Rege Diskussionen in der Gruppe am Samstagvormittag in der «Gerbi». (Bild zvg.)

Maschwanden, mit gut 630 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Säuliamt, ist in vielerlei Hinsicht anders als andere Kommunen. Sie figuriert im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Denkmal- und Ortsbildschutz werden hoch gewichtet. Entsprechend vielstimmig ist der Chor, der bei Bauten und Umbauten mitredet.

Auslöser, ein sogenanntes «Zukunfts-Kafi» mit der Bevölkerung zu veranstalten, bildet die Bau- und Zonenordnung, die letztmals 2003 überarbeitet wurde und nun nach einer so langen Zeitspanne wieder eine Revision erfordert. Zudem hat der Kantonsrat 2014 den kantonalen Richtplan neu festgesetzt und derzeit liegt auch der regionale Richtplan öffentlich auf.

«Wir wollen die Meinungen aus der Bevölkerung abholen, ehe Entscheide getroffen werden», sagt Hochbauvorstand Christian Gabathuler, der die Veranstaltung eröffnete. Und sich – wie auch die beigezogenen Fachleute, Marcel Muri und Ilva Gerber von Keeas Raumkonzepte, – überrascht vom grossen Aufmarsch zeigte. Rund 60 Personen fanden sich am Samstagmorgen in der «Gerbi» ein. Im Vergleich mit solchen Veranstaltungen in anderen Gemeinden erwarteten die Planer 20 bis 40 Personen.

In der «Gerbi» wurden schliesslich sechs Gruppen gebildet, in denen nach den Worten von Christian Gabathuler rege und durchaus auch kontrovers diskutiert wurde. Dass dabei neben Kaffee auch Zopf gereicht wurde, hatte symbolischen Charakter. «Alles ist ja verknüpft miteinander: Siedlung, Verkehr, Landschaft, Bevölkerungsentwicklung und -struktur», fügte Hochbauvorstand Christian Gabathuler bei.

Keine revolutionären Veränderungen

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Teilnehmenden keine revolutionären Veränderungen wünschen. Also kein grosses, sondern ein moderates Wachstum. Keine riesigen Bauten, sondern eine Volumetrie der Gebäude nach heutigen Massstäben. Sichtbar wurde auch der Wunsch nach mehr Licht in Häusern, also grössere Fenster und die Möglichkeit, grosszügigere Balkone zu bauen – vor allem dort, wo es keinen grossen Umschwung ums Haus gibt. Und natürlich wünscht sich eine grosse Mehrheit den Zuzug von Familien mit Kindern, um den Erhalt von Schule und Tagesschule sowie des Volg als einzige Einkaufsmöglichkeit sichern zu können.

«Die Leute haben intensiv diskutiert und die Möglichkeit sehr geschätzt, in einem solchen Rahmen über die Zukunft der Gemeinde debattieren zu können», hält Christian Gabathuler fest und fügt bei, nicht zuletzt diene die Veranstaltung auch dem gegenseitigen Kennenlernen. Er habe vor der Veranstaltung nur zwei Leute aus seiner Gruppe gekannt, habe in der Schlussrunde ein Teilnehmer gesagt, der schon längere Zeit in Maschwanden wohne.

Freilich wurde nicht nur diskutiert. Am Schluss musste auch ein Fragebogen ausgefüllt werden. Er enthält sieben Entwicklungsmöglichkeiten: Mehrgenerationenhäuser, Leben mit Tieren, Produktionsstätten, Neubau-Wohnungen, Liebhaberobjekte und Villen. Die Eignung für Maschwanden konnte von 0 bis 6 bewertet werden. Zudem wurde auch nach den Vor- und Nachteilen sowie nach dem Handlungsbedarf in der Gemeinde gefragt. Der Gemeinderat hofft nun, dass dieser Fragebogen auch von jenen ausgefüllt wird, die der Veranstaltung nicht beigewohnt haben. Er kann unter www.maschwanden.ch heruntergeladen werden. Die Behörde wird auch diese Antworten auswerten und erst dann weitere Schritte einleiten.

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