Nordseetief «Husch» lässt Säuliamt schlottern
Kälte, Eisregen und Schneetreiben haben die warmen Herbsttage ohne Vorwarnung vertrieben. Feuchte und kalte Polarluft zeigen überdeutlich, dass der Winter Einzug hält. Die Werkdienste in den Gemeinden und beim Kanton sind für die kalte Jahreszeit gerüstet.

Der fast poetische, wenn auch nicht so ganz politisch korrekte Kinderreim: «Es schneielet, es beielet es gaht en chüele Wind. D’Meitli leged d’Händsche a und Buebe laufed gschwind», passte in den letzten Tagen ausgezeichnet zu den herrschenden Witterungsverhältnissen. Bereits am letzten Sonntagmorgen half alles Augenreiben nichts: Der Lindenberg war weiss überzuckert und die Rigi wie auch die Voralpen zeigten sich tief verschneit. Selbst im tiefgelegenen Ottenbach prasselte ein heftiger Eisregen und ein unfreundliches Schneetreiben liess am Mittwoch keinen Zweifel daran, dass der Winter das Zepter übernommen hatt. In der S-Bahn, im Postauto und an den Stammtischen wurden Namen und Themen wie Hillary Clinton und Donald Trump mit den Wetterprognosen und dem Klimawandel ausgewechselt. Ein kleiner Trost bei den unwirtlichen Wetterverhältnissen ist jedoch die Tatsache, dass das Sprichwort: «Des einen Freud, des andern Leid» auch in dieser Situation durchaus Berechtigung besitzt. Während die Werkdienste ihre Salzstreuer und Pfadschlitten bereitstellen und die Landwirte und Bauarbeiter sich mit Winterjacken ausrüsten, freuen sich die Verkäufer von Handschuhen und Wintersportgeräten. Die Schneeflocken besitzen eigentliche Zauberkräfte und kurbeln die Geschäfte an.
Mehr Betrieb im Skisportgeschäft
Auch Wilma Liebhart, Inhaberin des Skisportgeschäftes in Affoltern freut sich natürlich über die tanzenden Schneeflocken. So bekommen die Leute Lust auf den Wintersport, sie planen die kommenden Weihnachtsferien und rüsten sich mit den entsprechenden Sportgeräten aus. Die Türklingel im Skisportgeschäft in Affoltern war in den letzten Tagen merklich mehr in Betrieb. Daniel Müller, Filialleiter vom Kaufhaus Manor im Bezirkshauptort, bestätigt eine merkliche Umsatzsteigerung sobald die Temperaturen sinken. Begehrt sind dann sofort wärmende Artikel wie Schals, Handschuhe und Mützen.
Der Wintereinbruch macht sich auch für Viktor Stutz, Betriebsleiter des Unterhaltsbezirkes 4 des Tiefbauamtes Kanton Zürich (TBA), bemerkbar. Er ist für die gut 150 Kilometer Kantonsstrassen im Säuliamt zuständig. Dabei spielen natürlich auch die steilen und eisigen Waldpartien, welche das Postauto benützt, eine wichtige Rolle. Die Equipe im Werkhof ist jedoch bestens vorbereitet und sowohl die Salzstreuer als auch die Pfadschlitten sind einsatzbereit. In den letzten Tagen mussten einige speziell exponierte Strassenabschnitte bereits gesalzen werden.
Salzstreuer und Pfadschlittenseit Wochen einsatzbereit
Der Chef des Werkhofes Affoltern, Bruno Petrig, versichert, dass die Salzvorräte aufgefüllt und die Salzstreuer und Pfadschlitten einsatzbereit seien. Sie können jederzeit ausrücken, lacht er, hält aber auch fest, dass niemand traurig sei, wenn dies diesen Winter nicht häufig der Fall sein werde. Ebenfalls einsatzbereit zum Winterdienst sind die Leiter der Werkdienste Aeugst und Hausen, Patrick Bär und Patrick Wyss sowie Stefan Schmid in Mettmenstetten. Sie haben bereits vor Wochen die Gerätschaften getestet und die notwendigen Einsatzpläne für die externen Pfadschlitten sind ebenfalls erstellt.
Für das Einsatzgebiet von Stallikon, mit den Bergstrassen auf die Buchenegg und Richtung Ringlikon sowie Üetliberg Kulm, ist Stefan Gygax, Chef des Werkhofes, zuständig. Der Winterdienst geniesst in dieser Gemeinde wegen der steilen Strassenabschnitte ganz besondere Aufmerksamkeit. Doch auch hier sind sämtliche Fahrzeuge einsatzbereit.
Das Nordseetief «Husch» und die Kälteperiode verursachen aber auch bei vielen Garagen Überstunden. Sobald die ersten Schneeflocken fallen, verlangen viele Automobilisten die sofortige Montage der Winterpneus.


