Nur das Wetter war nicht in Fasnachtsstimmung
Nach der Luzerner und der Baarer erwischte am Sonntag auch die Oberämtler Fasnacht schlechtes Wetter. Eine besondere Herausforderung für die organisierende Fasnachtsgesellschaft Uerzlikon und die zahlreichen Wagenbaugruppen auf ihrem Umzug durchs Oberamt.
FGU-Umzugschef Reto Gantenbein liess sich nicht aus der Ruhe bringen, als sich der Himmel am letzten Sonntag nach einem sonnigen Morgen um die Mittagszeit verdunkelte. Auch als es beim Aufstellen des Fasnachtsumzuges in Kappel zu regnen begann, blieb Gantenbein ruhig. Erst als auch noch Wind aufkam, konnte er seine Enttäuschung nicht mehr verbergen. «Der Wind kühlt aus. Er lässt die Temperaturen noch viel kälter erscheinen», sagte er. Das sei nicht nur für die Umzugsteilnehmerinnen und -teilnehmer ein Problem. «Wenns draussen so ungemütlich ist, kommen deutlich weniger Umzugszuschauer. Das ist für alle Beteiligten schade. Denn damit fehlt die Würdigung der grossartigen Vorarbeit, die geleistet wurde.»
Zum Glück nach Prognose
Schon der Baarer Fasnachtsumzug vor einer Woche und die Luzerner Fasnacht hatten Wetterpech. Nun also auch die Uerzliker Fasnacht. Wobei: Den Umzugsteilnehmern schienen die anfangs garstigen Verhältnisse gar nicht so viel auszumachen. Viele nahmens mit Humor. Das Publikum hatte zuweilen einen schweren Stand. Es musste sich gegen den Schneeregen und den Konfettiregen schützen. «Der Wetterbericht hatte schlechtes Wetter vorausgesagt. Das machte es einfacher, sich entsprechend zu kleiden. Übler wärs gewesen, wenn wir vom schlechten Wetter überrascht worden wären oder ein starker Wind aufgekommen wäre», erklärte Gantenbein und fügte an: «Wir lassen uns den Spass nicht verderben!»
Tolle Sujets auf den Wagen
In der Tat hatte der Umzugstross durchs Oberamt einiges an Veräppelung zu bieten, was die Gemüter in der letzten Zeit bewegte. Sepp Blatters Fifa-Debakel beispielsweise, die gescheiterten Projekte des früheren Wehrministers Ueli Maurer, das Littering an der Street Parade und das Urteil gegen die Gemeinde Kappel wegen Verstosses gegen das Submissionsgesetz. Dazu Kulturell-Gesellschaftliches, das auf die Schippe genommen wurde wie der Bachelor oder Heidi – von den Leemättlern, die schliesslich auch am höchsten in der Gunst der Publikums-Jury standen.
Auch Geburtstage waren ein Thema: der 30-jährige von Computerspielfigur Super Mario – umgesetzt von der Ratlose Clique – und der 20. der Wagenbaugruppe Archaeopteryx. Für Auflockerung sorgten die Traditionsgruppen aus dem Zürcher Oberland mit ihren Treicheln und Geiseln und die Schnurre-Schletzer Züri, die an die Spräggele aus Ottenbach erinnerten.
Nicht einfach hatten es die vielen Guggen, die im teilweise dichten Schneetreiben spielen mussten. Am Schluss kamen aber alle wohlbehalten wieder im Kappeler Gemeindesaal an, wo es an die Uslumpete ging. Neben den Leemättlern waren Super Mario und «Go west but wild» von Chalet 1500 die beliebtesten drei Fasnachtssujets.






























