Paarhufer auf dem Kuhfladen-Laufsteg
Die Viehschau mit Schönheitswettbewerb in Maschwanden

Wenn an einem Samstagmorgen bereits vor 9 Uhr die Dorfstrasse bis hinunter zur Gerbe mit Kuhfladen gepflastert ist, ist dies ein deutliches Zeichen, dass die traditionelle Viehschau stattfindet. Im kleinen Bauerndorf sind die Distanzen kurz, und so werden die Kühe noch zu Fuss auf die Ausstellungswiese getrieben. Auf der Wiese hinter der Scheune «Chlopfi» standen am letzten Samstag in Reih und Glied knapp 100 Kühe der verschiedensten Rassen. Nach inoffiziellen Regeln veranstalten die Milchbauern von Maschwanden jeweils im Oktober einen Schönheitswettbewerb, bei dem alle Viehrassen zugelassen sind und sogar die Kinder Gelegenheit bekommen, noch ganz junge Kälbchen persönlich vorstellen zu dürfen. Der Schönheitswettbewerb im Dorf ist ein bäuerlicher Event, welcher weit über die Gemeindegrenzen die Beachtung der Säuliämtler Bevölkerung findet. Den Wettstreit um die schönsten Tiere in den verschiedenen Abteilungen entschieden zwei geschulte Experten, Josef Schönbächler und Fredi Etterlin, welche das Publikum mit ihren spezifischen Fachausdrücken überraschten und hie und da auch etwas verwirrten. Wer ausser einem geschulten Viehzüchter kennt schon Beschreibungen der Tierkörper wie: «Ein schönes Fundament», «Ein guter Klauenansatz», «Ein ausgeprägter Zentralbestand» oder «Ein trockenes Sprunggelenk»?
Züchter-Ehrgeiz und viel Humor
Dennoch kommt bei der Ausmarchung zur «Miss Maschwanden» neben dem Fachwissen auch ein eigentlicher Volksfestcharakter nicht zu kurz. Die Viehzüchter aus Maschwanden besitzen zwar viel Züchter-Ehrgeiz, nehmen den Wettstreit aber doch eher sportlich und nicht allzu humorlos. Das Publikum amüsierte sich über die widerwilligen und muhenden Schönheiten. Viele sperrten sich und konnten nur mit viel Schieben und Stossen überzeugt werden, den Kuhfladen-Laufsteg zu betreten. Vor allem die jungen Landwirte waren am bäuerlichen Fest wie gewohnt gut gelaunt und zu Spässen aufgelegt. Da kann es durchaus vorkommen, dass der Mist an Schuhen und Hosenbeinen des Berichterstatters bei den jungen Bauern Schadenfreude auslöst und später sogar versucht wird, ihm mit schelmischem Lachen falsche Namen der Tiere und deren Besitzern unterzujubeln. Für einmal liess sich der Chronist jedoch nicht übertölpeln und darf den Namen der Siegerin als überprüft und gesichert bezeichnen. Miss Maschwanden wurde die Kuh «Bernina» aus dem Stall von Nicole und Ueli Ehrler. Für viele der Besucher aus dem ganzen Säuliamt findet das währschafte Essen im Festzelt genau so grosse Beachtung wie das Geschehen auf der Bühne im Gras, wo die muhenden Schönheiten, sich allerdings hie und da nur sehr widerwillig herumführen liessen.


