Regionaler Richtplan: Öffentliche Auflage erst 2016
In seinem Vorprüfungsbericht zum regionalen Richtplan für den Bezirk Affoltern «bremst» der Kanton die von der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt gemeinsam mit den Gemeinden ausgearbeitete Version erheblich.

Umfassender als erwartet sei er ausgefallen, der erwartete Vorprüfungsbericht des regionalen Richtplanent-wurfes des Kantons, stellt Kurt Weber, Präsident der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt ZPK, fest. In seinen Worten schwingt nicht nur Enttäuschung, sondern ebenso Unverständnis mit. Schliesslich hatte die ZPK gemeinsam mit den Ämtler Gemeinden den Entwurf mit Verve akribisch bis Anfang November letzten Jahres erarbeitet. Und jetzt das. Kurt Weber: «Nach viermonatiger Prüfung durch die kantonalen Fachstellen hat die ZPK den mit Spannung erwarteten Vorprüfungsbericht erhalten. Resultat sind 47 Seiten mit 105 Änderungsanträgen sowie die Erkenntnis, dass eine zweite Vorprüfung verlangt wird.» Dadurch könne, so der ZPK-Präsident weiter, die öffentliche Auflage zur Anhörung der Bevölkerung erst im nächsten Jahr erfolgen. Die grössten Differenzen zwischen dem Kanton Zürich und der regionalen Planung bestehen in den Themen Siedlungsentwicklung und der Erschliessung des öffentlichen Verkehrs. Hier sehen die kantonalen Fachstellen für die Region 80 Prozent des Wachstums im Gebiet von Affoltern und Hedingen vor, also innerhalb der einzigen urbanen Wohnlandschaft im Bezirk Affoltern. Dazu schliesst der Kanton in seinem Bericht aus, dass ausserhalb dieser urbanen Wohnlandschaft ein weiterer Ausbau der ÖV-Erschliessung stattfindet. Folglich wäre sogar eher mit einem Angebotsrückgang zu rechnen, prognostiziert der Bericht des Kantons und belegt dies damit, dass beispielsweise der angestrebte Viertelstunden-Takt Richtung Zug, für die kommende Planungsperiode ausdrücklich aus dem Richtplan zu streichen sei.
Gründlich analysiert an der DV im November behandeln
Die ZPK rätselt: «Wie mit diesen Vorgaben ein vernünftiger Modalsplit erreicht werden soll, ist für den Vorstand zurzeit nicht nachvollziehbar.» Man stelle zudem fest, dass sich einzelne Forderungen im Bericht klar widersprechen würden. «Unsere Regionalplanerin Bernadette Breitenmoser wird nun den Bericht analysieren und die zu bearbeitenden Themen mit dem ZPK-Vorstand eingehend prüfen», erklärt Kurt Weber das weitere Vorgehen. Danach soll versucht werden, in bilateralen Gesprächen im dritten Quartal 2015 eine für die Region vernünftige Lösung auszuhandeln. Die DV der ZPK, so das Ziel, sollte dann anlässlich der Versammlung im November darüber befinden können.


