Riesiger Schlüssel für ein prägendes Amt

Gemeindeschreiber Bonstetten: Daniel Nehmer übernimmt das Amt von Primus Kaiser

Schlüsselübergabe im Gemeindehaus Bonstetten: Der neue Gemeindeschreiber Daniel Nehmer (3. von links) und sein Vorgänger Primus Kaiser, flankiert links von Bezirksratsschreiberin Eliane Potratz und Statthalter Claude Schmidt sowie Gemeindepräside
Schlüsselübergabe im Gemeindehaus Bonstetten: Der neue Gemeindeschreiber Daniel Nehmer (3. von links) und sein Vorgänger Primus Kaiser, flankiert links von Bezirksratsschreiberin Eliane Potratz und Statthalter Claude Schmidt sowie Gemeindepräsident Bruno Steinemann (rechts). (Bild Thomas Stöckli)

Fünf Minuten dauert es, bis der trockene Teil erledigt und das Übergabeprotokoll in fünffacher Ausführung von allen unterzeichnet ist. Der informelle Teil danach sollte ergiebiger werden. «Wir haben praktisch gleichzeitig angefangen», blickt Statthalter Claude Schmidt, damals noch Bezirksratsschreiber, auf den Beginn der Amtszeit von Primus Kaiser zurück. «In diesen 15 Jahren hat sich einiges geändert», so Schmidt. Das kann er auch belegen: Auf dem Bild von der damaligen Amtsübergabe im mitgebrachten «Anzeiger» trägt Schmidt noch Schnauz und Kaiser Haare...

Loyalität und Unterstützung gespürt

Doch nicht nur die Protagonisten haben sich entwickelt: Als «gewaltig» bezeichnet der Statthalter die Bautätigkeit und die Entwicklung der Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren. So wurde unter anderem die Dreifachturnhalle erstellt und fast hätte es auch noch einen Golfplatz gegeben. Die Gemeindeversammlung zum Golfplatz nennt der abtretende Gemeindeschreiber denn auch als einer der prägenden Momente. «Das hat das Dorf ausserordentlich bewegt», erinnert er sich. In der Annahme, dass der Saal pumpenvoll werden würde, hatte Kaiser entschieden, die Stühle zu entfernen. Tatsächlich kamen dann etwa 700 Leute zu dieser «Landsgemeinde». «Das war ein Erlebnis», so Kaiser.

«90 Prozent der Zeit waren sehr gut», zieht Primus Kaiser Bilanz, «ich habe immer gerne für die Gemeinde gearbeitet.» Mit ein Grund sei sicher die Zusammenarbeit mit den Gemeindepräsidenten, aus der sich Freundschaften entwickelt haben. «Das werde ich am meisten vermissen.» Weniger gut in Erinnerung bleibt der «Fall Bonstetten», die Kindstötung in Winterthur, bei welcher die Bonstetter Vormundschaftsbehörde in Kritik geraten war. «Das hat mich sehr bewegt und auch meine Leute», erinnert sich der abtretende Gemeindeschreiber: «Wir haben alle gelitten in dieser Zeit.» Andererseits sei das Team auch zusammengerückt. Überhaupt habe er von den Leuten immer Loyalität und Unterstützung gespürt, so Kaiser sichtlich gerührt.

Ein hemdsärmliger Chef

«Wir vom Bezirksrat haben immer gerne mit dir zusammengearbeitet», betont Claude Schmidt und überreicht dem abtretenden Gemeindeschreiber einen Geschenkkorb. In seiner ruhigen und zurückhaltenden Art hat Primus Kaiser viel bewegt. Seine Tür stand der Bevölkerung jederzeit offen. Er war ein hemdsärmliger Chef, einer der auch mal rausgeht und mit anpackt, etwa beim Aufbau der Gewerbeschau.

«Für gewisse Leute kam der Wechsel etwas früh», sagt Gemeindepräsident Bruno Steinemann. So sei er auch selber überrascht gewesen, wie schnell es ging. «Wir setzen grosse Hoffnungen in Daniel Nehmer», so der Gemeindepräsident. Seine erste grosse Aufgabe wird es sein, die neue Einheitsgemeinde für die Zukunft aufzustellen. Nicht zuletzt stehen in der Verwaltung einige bedeutende altersbedingte Abgänge an. Diese Reorganisation sei für ihn mit ein Grund gewesen, sich in Bonstetten zu bewerben, verrät Daniel Nehmer. Daneben sei auch die Nähe zu seinem Wohnort Aesch ein wichtiger Punkt.

«Ich bin froh, dass ich so einen guten Nachfolger habe», sagt Primus Kaiser und verspricht, auch in Zukunft unterstützend zur Seite zu stehen. Mindestens ein Jahr bleibt er der Gemeinde nämlich noch erhalten. «Wir sind froh, haben wir ihn noch eine Weile», betont Bruno Steinemann. So kümmert sich der abtretende Gemeindeschreiber unter anderem um die Unterbringung der Asylsuchenden in der ehemaligen Militärunterkunft unter dem Gemeindehaus. «Das muss jemand machen, der viel Erfahrung hat – und auch die Zeit dazu.»

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