Säuligugger kommen zurück nach Affoltern
Der beliebte Fasnachtsball wird dieses Jahr in der Break-Eventhalle durchgeführt

Der Gemeinderat Affoltern verweigert die Bewilligung für den Kasinosaal seit Jahren und Ottenbach vermietet seinen Gemeindesaal neu nur noch an einheimische Vereine und Organisationen. So mussten die Säuligugger für ihren beliebten Fasnachtsball einmal mehr nach einem neuen Veranstaltungsort suchen. «Wir haben verschiedene Möglichkeiten abgeklärt», verrät Spielführer Cyril Lilienfeld. Klar war: der Affoltemer Verein will wieder nach Hause zurückkehren.
So wurden Ideen gesammelt und zumeist ganz schnell wieder verworfen. Als valable Lösung blieb die Eventhalle des «Break» an der Industriestrasse. Inhaber René Neuschwander war von der Anfrage allerdings wenig begeistert. «Ich bin kein Fasnächtler» verrät er. Weiter habe er mit Fremdveranstaltungen schlechte Erfahrungen gemacht. «Wenn es Ärger gibt, wird das nicht mit dem Veranstalter in Verbindung gebracht, sondern mit dem Lokal», so Neuschwander. Und falls etwas Gravierendes passieren sollte, stehe für ihn die Existenz auf dem Spiel.
Dekoration auf ein Minimum beschränkt
Doch die Überzeugungsarbeit der Säuligugger trug Früchte: «Probieren wir es einmal», stimmte der «Break»-Wirt schliesslich zu, den Bedenken wegen der Platzverhältnisse und den Sorgen um Infrastruktur und Image zum Trotz. So steigt die Säuliguggernacht am 12. Februar in seiner Eventhalle. Ergänzend werden je ein Wagen als Kaffeestube und Imbissstand aufgestellt, dazu kommt der vereinseigene WC-Wagen. Während in anderen Jahren die ganze Guggenmusik an einem Basteltag ihre Kreativität und Schaffenskraft unter Beweis gestellt hat, wird sich die Dekoration diesmal allerdings auf ein Minimum beschränken.
Die für eine Bewilligung nötige Anzahl Parkplätze haben die Säuligugger mit Unterstützung der Nachbarn zusammengebracht. Und der Bahnhof ist nah, sodass viele Fasnächtler mit dem öffentlichen Verkehr anreisen dürften. Für Ordnung auf dem Festgelände und drum herum sorgt der Sicherheitsdienst, mit dem die Säuligugger bereits in Ottenbach gute Erfahrungen gemacht haben. «Sie treten auf konfliktlösende, freundliche Art auf», beschreibt Lilienfeld. So sei es in den letzten Jahren nie mehr zu Schlägereien gekommen. Bewährt hat sich auch die Präsenz eines Hundeführers. «Wenn ein Hund da ist, werden Pöbelnde plötzlich ganz brav», so der Spielführer.
«Wir werden unser Möglichstes tun, dass es friedlich abläuft», versichert Cyril Lilienfeld dem «Break»-Wirt. «98% sind Fasnächtler, die Spass haben und Guggenmusik hören wollen», so der Spielführer über die Ballbesucher. Die Übrigen gelte es herauszufiltern, bevor etwas passiert. Sachbeschädigungen am Gebäude seien seit dem Seifenspender-Vorfall im Kasinosaal Affoltern vor Jahren nie mehr ein Thema gewesen.
Seit 35 Jahren ein Affoltemer Verein
Fünf Gastguggen werden gemeinsam mit den Gastgebern für Stimmung sorgen. Drei kommen aus der Umgebung: die Vollgashöckler aus Hedingen, die Näbelgeischter aus Jonen und die Gängelimusig Muri, dazu von weiter her die Hächlegugger aus Hägglingen und die Linthböllä, Glarus. Dazwischen hält ein DJ die Fasnächtler auf Betriebstemperatur. Das Motto «Breakout» beinhaltet nicht nur die Würdigung des Gastgebers, sondern stehe auch fürs Ausbrechen im Sinne von etwas Neues wagen, erklärt Cyril Lilienfeld. Los geht es um 20 Uhr. Weil das Platzangebot beschränkt ist, empfiehlt es sich, früh zu kommen.
Und wie geht es nächstes Jahr weiter? «Das werden wir im März, wenn die Fasnacht vorbei ist, in Ruhe anschauen», so Lilienfeld. Klar ist, dass die Säuligugger in Affoltern bleiben möchten. «Wir sind seit 35 Jahren ein Affoltemer Verein», betont der Spielführer.
Weitere Infos unter <link http: www.saeuligugger.ch external-link-new-window>www.saeuligugger.ch.


