Schulweg von bis zu 1,8 Kilometern und gefährliche Strassenquerung
Fortsetzung von «Stadtrat wegen Schulhausprojekt weiter im Gegenwind»

Unerwähnt blieb in der Diskussion, dass der Verkehr in der Nähe von Gewerbe- und Industriezonen (Lastwagen, Lieferwagen) für Kinder eine besondere Gefahrenquelle ist. Dabei war die Verkehrssicherheit am Montagabend in Zusammenhang mit dem Schulhaus Wolhusen das zweite grosse Thema, welches die rund zwei Dutzend Votantinnen und Votanten beschäftigte.
Vor allem die Überquerung der stark befahrenen Zürichstrasse bereitet manchen Eltern von schulpflichtigen Kindern Sorge. Moniert wurde auch, dass einige Schulkinder von ihrem Wohnort bis zum Schulareal Chilefeld/Stigeli einen viel zu langen Schulweg von bis zu 1,8 Kilometern zurückzulegen hätten. Gleich mehrere Mütter nannten dies ausschlaggebend dafür, dass sie ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten. Dass sie damit zum bekannten Problem «Elterntaxi» beitrügen (Mehrverkehr), sei ihnen bewusst – und unangenehm.
Santi und Marti erklärten dazu, dass in nächster Zeit eine Schulweganalyse durchgeführt werde. Welche Konsequenzen daraus entstünden, sei derzeit nicht abschätzbar. Eine von einer Votantin fast ultimativ geforderte Einführung eines Schulbusses wurde von Behördenseite zumindest als Möglichkeit bezeichnet.
Für mehrere kritische Wortmeldungen (vor allem von direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern) sorgte zudem die neue Parkierungsanlage «Inneri Butzen» an der Butzenstrasse. Dort sollen 45 neue Parkplätze für die Lehrerschaft entstehen, als Ersatz für andernorts aufgehobene Parkplätze. Ziel der Verlagerung ist, den Verkehr möglichst vom Schulareal (Primarschulcampus) fernzuhalten. Erneut kritisiert und bedauert wurde unter anderem auch der Wegzug der derzeit im Schulhaus Stigeli eingemieteten Heilpädagogischen Schule (HPS) des Schulzweckverbands Bezirk Affoltern. Die Stadt hatte den Mietvertrag wegen Eigenbedarfs nicht verlängern wollen. Eine für beide Seiten praktikable Ersatzlösung konnte nicht gefunden werden.
Nach der fast zweistündigen Dauerkritik wollte am Montagabend eine Votantin wissen, was denn passiere, wenn das Stimmvolk Ende Februar Nein sage zum Objektkredit: «Hat der Stadtrat für diesen Fall einen Plan B?» «Hat er nicht», erklärte Marti und verwies auf den Projektierungskredit, der den Stadtrat verpflichtete, für den Standort Chilefeld/Stigeli ein Projekt auszuarbeiten.
Die Konsequenz eines Neins wäre somit – ein Scherbenhaufen. Und zwar ein teurer. Das vorliegende, für 3.05 Mio. Franken ausgearbeitete Projekt wäre Makulatur. Und die Stadt müsste Provisorien erstellen (voraussichtlich auf dem «roten Platz» beim Schulhaus Stigeli) und parallel irgendwo nach einer neuen dauerhaften Lösung des Platzproblems suchen.


