Schulzweckverband strebt mit HPS Umzug nach Mettmenstetten an

Delegierte befürworten weitere Abklärungen als Ersatz für Affoltern

Steht wegen der schon seit Längerem anhaltenden Suche nach einem neuen Standort für die Heilpädagogische Schule unter besonderem Druck: die dreiköpfige Verbandsschulpflege mit (v. l. n. r.) Gabriela Nüesch, Präsidentin Francesca Brignoli Lutz und Andrea Cavelti. Das Amt der zurücktretenden Cavelti übernimmt demnächst die im März gewählte Claudia Frick. (Bilder Daniel Vaia)

Steht wegen der schon seit Längerem anhaltenden Suche nach einem neuen Standort für die Heilpädagogische Schule unter besonderem Druck: die dreiköpfige Verbandsschulpflege mit (v. l. n. r.) Gabriela Nüesch, Präsidentin Francesca Brignoli Lutz und Andrea Cavelti. Das Amt der zurücktretenden Cavelti übernimmt demnächst die im März gewählte Claudia Frick. (Bilder Daniel Vaia)

Der mögliche künftige Standort der Heilpädagogischen Schule des Schulzweckverbands Bezirk Affoltern: das beim Bahnhof Mettmenstetten gelegene Erspach-Areal (Bildmitte), wo Teile der heutigen Gewerbegebäude einem Neubau weichen sollen.

Der mögliche künftige Standort der Heilpädagogischen Schule des Schulzweckverbands Bezirk Affoltern: das beim Bahnhof Mettmenstetten gelegene Erspach-Areal (Bildmitte), wo Teile der heutigen Gewerbegebäude einem Neubau weichen sollen.

Auf der immer dringlicheren Suche nach einem neuen Standort für die Heilpädagogische Schule (HPS) in Affoltern ist der Schulzweckverband (SZV) des Bezirks Affoltern in Mettmenstetten fündig geworden. Die Hoffnungen ruhen auf einem geplanten Neubau auf dem Erspach-Areal, direkt beim Bahnhof. Dort würde sich die Schule einmieten. Derzeit ist aber noch nichts in trockenen Tüchern. An der Delegiertenversammlung des SZV Bezirk Affoltern am Donnerstag in Bonstetten befürworteten die Delegierten der 19 Verbandsgemeinden aber weitere Abklärungen.

Die Heilpädagogische Schule ist derzeit im Schulhaus Stigeli in Affoltern untergebracht. Dort werden in vier Klassen auf der Primar- sowie der Mittel-/Sekundarstufe zwischen sechs und acht Kinder pro Klasse mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen unterrichtet. Der Mietvertrag läuft wegen Eigenbedarfs der Stadt Affoltern im Sommer 2028 aus; es besteht jedoch die Aussicht auf eine Übergangslösung bis Sommer 2030. Eine Ersatzlösung in Affoltern, auf die man beim SZV zunächst hoffte, musste Ende letzten Jahres begraben werden: Affoltern teilte dem Verband mit, dass man keinen Neubau für den Verband realisieren wird.

An der Versammlung in Bonstetten führte der von SZV-Präsidentin Francesca Brignoli Lutz präsentierte Mettmenstetter Vorschlag zu verschiedenen Fragen seitens der Delegierten. Sie betrafen unter anderem die künftigen Kosten der Schule sowie den sehr engen Zeitplan. Brignoli räumt ein, dass dieser «sehr sportlich» ist. Fachleute hätten ihr aber versichert, dass es klappen sollte, wenn alles rundläuft.

Derzeit stehen auf dem Erspach-Areal in Mettmenstetten noch alte Fabrikgebäude. Ein offizielles Abriss- und Neubaugesuch gibt es noch nicht. Nach Angaben von Brignoli laufen bereits seit einiger Zeit intensive Gespräche mit der Besitzerin des Areals, der Weisbrod-Zürrer AG, sowie der Gemeinde Mettmenstetten. Demnächst soll auch das Gespräch mit der Schule Mettmenstetten gesucht werden, um allfällige Synergien abzuklären (z. B. Nutzung von Turnhallen).

Parallel zum Miet-Projekt in Mettmenstetten prüft der Verband eine Alternativ-Variante mit einem Neubau auf eigene Rechnung in Affoltern. Konkret geht es um ein Areal beim Pflegezentrum Sonnenberg und eines beim Kindergarten Haupel-Tannholz. Diese Möglichkeit soll allerdings nur konkretisiert werden, wenn sich die Pläne in Mettmenstetten wider Erwarten zerschlagen sollten. Klar ist indes jetzt schon, dass ein Umzugstermin 2030 in einen Neubau in Affoltern illusorisch wäre.

Vorschlag für eine B2-Sonderschule

Für zusätzliche Komplexität sorgt der Vorschlag, neu auch eine sogenannte B2-Sonderschule auf die Beine zu stellen. Während die derzeitige HPS auf Kinder und Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen ausgelegt ist (C-Schule), ist eine B2-Schule auf Kinder und Jugendliche mit Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbeeinträchtigungen und kognitiver Beeinträchtigung spezialisiert. Gemäss kantonalen Vorgaben müsste eine solche eigenständige Schule mindestens 18 Plätze anbieten.

Der Bedarf ist grundsätzlich unbestritten: Weil es im Bezirk und auch in den angrenzenden Regionen viel zu wenig geeignete Angebote gibt, müssen derzeit betroffene Schülerinnen und Schüler «teilweise in der Verantwortung der Regelschule einzeln beschult werden», hiess es in Bonstetten. Das sei weder kostenmässig noch sozial sinnvoll und führe zu hohen Belastungen für Kinder, Familien und Gemeinden.

Der Vorschlag der Verbandsschulpflege, eine solche B2-Sonderschule zusammen mit dem Projekt in Mettmenstetten anzustreben, wurde von den Delegierten im Grundsatz gutgeheissen. Sollte allerdings wegen des zusätzlichen Platzbedarfs das Mettmenstetter Projekt gefährdet sein, sollte die Sicherung der HPS der Realisierung einer B2-Sonderschule vorgezogen werden.

Für Brignoli hätte ein einziger Standort (HPS und B2-Sonderschule) massive finanzielle Vorteile. So würde ein Kombi-Neubau rund 25.7 Millionen Franken kosten, zwei getrennte Neubauten hingegen 36.3 Millionen (Neubaukosten für die HPS alleine: 18.3 Millionen). Für den gewünschten Standort Mettmenstetten sind die Zahlen jedoch insofern irrelevant, als der SZV dort nicht selber bauen, sondern sich einmieten will.

Über weitere konkrete Schritte sollen die Delegierten an einer ausserordentlichen DV am 22. September entscheiden.

Ja zu den übrigen Traktanden

Auch die übrigen Traktanden wurden von den Delegierten gutgeheissen, darunter die Rechnung 2025. Sie schliesst leicht besser als budgetiert (Aufwand 8.8 Millionen Franken; Ertrag 5.0 Millionen; Aufwandüberschuss 3.8 Millionen).

Unter Verschiedenem orientierte Anna Cornelius, Leiterin HPS, über den Abschluss der dreijährigen Projektphase des Kooperativen Kindergartens und den Start des Regelbetriebs.

Mit Applaus wurde nach nur einjähriger Amtszeit Schulpflege-Mitglied Andrea Cavelti verabschiedet. Ihr Amt übernimmt die im März gewählte Claudia Frick.

Der Schulzweckverband betreibt für alle Bezirksgemeinden den Schulpsychologischen Dienst, die Heilpädagogische Schule Bezirk Affoltern, die Psychomotorik-Therapiestelle sowie die Heilpädagogische und Logopädische Frühberatungsstelle für Eltern mit Kindern im Vorschulalter, die herausfordernde Verhaltensweisen zeigen. Der Schulzweckverband beschäftigt etwa 80 Mitarbeitende.

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