Schwierige Situation für Winzer im Säuliamt
In Uerzlikon fällt die Traubenernte wegen eines Hagelschlags fast vollständig aus. Weiter machen sich Mehltau und womöglich auch die Kirschessigfliege im Säuliamt bemerkbar.

Als «sehr schwierig» bezeichnet Robert Eberhard die Situation. Auf dem 1,2 Hektaren grossen Areal in der Vollenweid in Hausen steht diesen Herbst die dritte Ernte an. Regen im Frühjahr und im Sommer sowie der Mehltau haben den Reben zugesetzt. Die Kirschessigfliege, seit drei Jahren in der Schweiz ein weiterer Schädling, hat sich zwar noch nicht gezeigt. Nach Aussagen des Rebbaukommissariats soll sie jedoch im Anzug sein. In der Vollenweid hat es zwar mehr Rebstöcke, die Früchte tragen, aber auch solche ohne. «Als die Hitze kam, hat die Energie in erster Linie für Wachstum der Stöcke gesorgt», konstatiert Robert Eberhard, für den ausserdem Mäuse ein Problem darstellen. «Ein bisschen Hagel gab es auch, aber das lief bei uns glimpflich ab», fügt er bei. Durch die extremen Wetterlagen jedenfalls lässt sich der Ertrag derzeit nicht abschätzen. Im vergangenen Jahr resultierten 850 Flaschen, davon rund zwei Drittel Rotwein. Klar ist derzeit nur, dass der Wümmet später als gewohnt stattfinden wird, zirka Mitte Oktober.
Ernte praktisch vernichtet
Auf dem Hof der Familie Leuthold in Uerzlikon wird diese Ernte heuer gar nicht stattfinden. «Durch den Hagelschlag im Mai haben wir Totalschaden», meldet Marcel Leuthold, dessen Reben auf rund zwölf Aren stehen und in einem Spitzenjahr etwa 900 Flaschen Riesling x Sylvaner und 300 Flaschen Pinot noir hergeben. Dieses Mal kann ein kleiner Teil der Trauben zu gebranntem Wasser verarbeitet werden. «Aber das ist nur marginal», so Marcel Leuthold.
Am ein Hektar grossen Rebberg von Edwin Marty zwischen Knonau und Uttenberg sind die weissen Trauben von relativ guter Qualität, die blauen weniger. Diesen hat der Mehltau zugesetzt. Winzer Marty hofft bei den Weissen (Riesling x Sylvaner, Pinot gris) auf einen Ertrag von 60 Prozent eines Spitzenjahres, bei den blauen (Cabernet Dorsa, Pinot noir und erstmals St. Laurent) auf einen solchen von höchstens 40 Prozent. Mit einem Spezialmittel behandelt er die Beeren gegen die drohende Kirschessigfliege und rechnet ebenfalls mit einem späten Wümmet, der in Knonau voraussichtlich Mitte bis Ende Oktober stattfinden kann.
Feineres Netz gegen die Kirschessigfliege
Als «nicht schlecht» bezeichnet Peter Käppeli die Aussichten auf dem vier Aren kleinen Rebareal auf 610 Meter über Meer an der Wannächerstrasse in Wettswil, das 200 Rebstöcke der Sorte Garanoir umfasst – eine Kreuzung aus den roten und weissen Edelsorten Gamay und Reichensteiner. Daraus resultiert der «Dettenbühler». «Wir haben etwas Mehltau, dieses Problem aber im Griff», sagt der pensionierte Lehrer aus Obfelden. Gegen die Kirschessigfliege hat er sich mit einem neuen, feinmaschigeren Netz gewappnet und hofft nun auf einen Ertrag, der wegen Mehltau nur um rund fünf Prozent unter einem Normaljahr liegt. Das sind rund 350 Flaschen. Die Trauben werden bei Lukas Baumgartner in Tegerfelden gekeltert werden.
Weitere Infos unter www.wettswilerwein.ch.


