Sek. Hedingen: Lehrer laufen davon

Dass die Jahresrechnung der Einheitsgemeinde um 3 Mio. Franken unter Budget abschloss, brachte die Hedinger Stimmbürger kaum aus der Ruhe. Viel intensiver wurde die Kündigungswelle der Lehrer an der Oberstufe diskutiert.

Emotionen kamen an der Hedinger Gemeindeversammlung erst nach dem offiziellen Teil auf. Schulpflege-Präsident Hermann Bättig informierte über den Exodus der Oberstufen-Lehrkräfte: Nicht weniger als sechs Lehrpersonen haben gekündet, mit drei weiteren wurde das befristete Anstellungsverhältnis nicht verlängert. Für mindestens vier der Kündigungen sei die Zusammenarbeit mit der Schulpflege und der Schulleitung ausschlaggebend gewesen, verriet Bättig. «Wir haben niemandem gekündet», hielt er wiederholt fest.

«Wir machen uns Sorgen um unsere Schule»

So gilt es auf kommendes Schuljahr hin, 430 Stellenprozent zu ersetzen – von insgesamt 920. «Wir können gut aufgestellt ins neue Schuljahr gehen, meint Bättig trotzdem. So seien vier neue, erfahrene Lehrpersonen engagiert und Pensen von bereits angestellten erhöht worden. Zur Einarbeitung ins Mosaik-System – die Oberstufe Hedingen ist eine von nur zwölf Schulen dieser Art in der Schweiz – ist ein Tandem-System vorgesehen: Jeweils eine bisherige mit einer neuen Lehrperson bilden zusammen ein Klassenteam. Einzig die 45-Prozent-Stelle des schulischen Heilpädagogen gilt es nun noch zu besetzen. «Wir sind guter Hoffnung, bis Ende Schuljahr noch eine Lösung zu finden», so Bättig.

Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat

«Wir machen uns Sorgen um unsere Schule», «die Schule wird ins Chaos gestürzt», so und ähnlich äusserten sich diverse Stimmbürger. «Wenn in einer Firma 50 % der Angestellten wegen der Geschäftsleitung gehen, muss man auch die Führung thematisieren», sprach einer Klartext und erntete Applaus von der Versammlung. Tatsächlich ist eine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat hängig, eingereicht von einer Lehrer- und einer Elterngruppe. Der Abschlussbericht dazu steht noch aus.

«Es sind viele Fragen offen», meinte auch Daniel Tobler von der Elternmitwirkung. Er wünsche sich deshalb eine Informationsveranstaltung von Schulpflege und Schulleitung. Die Eltern seien bereits per Brief informiert worden, hielt Bättig entgegen. Eine Info-Veranstaltung sei nicht vorgesehen, werde nun aber in der Schulpflege besprochen. «Es sind sehr gute Lehrpersonen geblieben», betonte der Schulpflege-Präsident weiter, «sie und die neuen Leute haben eine faire Chance verdient.»

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