Sie lebt den Mädchentraum vom Modeln
Tolle Kleider tragen, in der Welt herumreisen und staunende Blicke auf sich ziehen. Vom Modeln träumen viele Mädchen. So auch Fabienne Schild aus Affoltern. Für sie wurde der Traum vor einem Jahr allerdings Realität – zumindest nebenbei.

Ein Jahr ist es her, seit es Fabienne Schild aus Affoltern als eines von zwölf Mädchen ins nationale Finale des Wettbewerbs Elite Model Look geschafft hat. «Es war ein spannendes Jahr», verrät sie, «ich habe viele neue Leute kennen gelernt.» Ihren Vertrag bei der Modelagentur Option Model Agency hatte sie bereits im September in der Tasche, bei Globus ist sie mittlerweile ebenso in der Kartei wie beim Schweizer Modeunternehmen Akris. «Ziemlich oft» werde sie angefragt, so die 17-Jährige, «meist für Shows – das mache ich auch am liebsten», verrät sie – aber auch für Fotoshootings zieht ihr Typ. Insbesondere mit ihren langen, vollen Haaren konnte sie wiederholt punkten.
Stundenlang stehen und warten
Die Anfragen kommen allerdings oft sehr kurzfristig. Und da ihre KV-Lehre im Immobilienbereich an erster Stelle steht, bleiben fürs Modeln Ferientage und die Wochenenden. Entsprechend ist der Feriensaldo bereits von fünf auf dreieinhalb Wochen geschrumpft. Auf die Anfragen von Shows folgt meist ein Casting. Und da ist Geduld gefragt. «Teilweise muss man stundenlang dort stehen und warten», erzählt Fabienne Schild. Deshalb nimmt sie mittlerweile jeweils etwas zum Lernen mit.
Der Entscheid fällt dann in rund fünf Minuten. Und wenn er negativ ausfällt? «Mittlerweile kann ich damit umgehen», sagt sie. «Ich habe gelernt, mir nicht zu grosse Hoffnungen zu machen. Wenn es doch klappt: umso schöner.» Trotzdem dürfte es enttäuschend sein, wenn man viel Zeit investiert und kein Job herausschaut. Doch glücklicherweise sei das eher die Ausnahme. Manchmal ist halt ein anderer Typ gefragt.
Zurückhaltung ablegen
Und was war denn nun das Highlight des ersten Model-Jahres? «Die Energy Fashion Night», kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. «Da habe ich erfahren, wie streng der Job wirklich sein kann.» Am Freitagmorgen ging es um 8 Uhr los mit der Anprobe und der Kleiderzuteilung. Dann hiess es warten bis zu den Proben am Nachmittag. Bis um 22 Uhr wurde an der Choreografie geschliffen. Am Samstag ging es um 8 Uhr weiter. Vor dem grossen Event im Hallenstadion kam dann Hektik auf. Nochmals wurden die Outfits probiert, letzte Änderungen vorgenommen. Es folgte eine weitere Choreografie-Probe, dann ging es in die Maske.
Am Abend stand der grosse Auftritt auf der Bühne an. «Es war mega schnell vorbei», blickt Fabienne Schild zurück. «Ich habe den Moment genossen und wäre am liebsten noch 1000-mal raus.» Unvergessen bleiben ihr auch die Begegnungen mit den Models aus aller Welt, etwa Stefanie Giesinger, Gewinnerin der Castingshow «Germanys next Topmodel» oder «Victoria’s Secret»-Engel Chanel Iman. «Es ist schon toll, mit denen reden zu können.»
«Dranbleiben», hat sich die 17-Jährige deshalb für die Zukunft vorgenommen, auch wenn es schwierig ist, Ausbildung und Modeljob zu koordinieren. Die gewonnene Erfahrung zahlt sich bereits aus: Mit jedem Mal fällt es ihr leichter, die anfängliche Zurückhaltung abzulegen. Ende August steht eventuell eine Fashionshow von Edgar Balseca an. Und an der Energy Fashion Night will die Affoltemerin auch nächstes Jahr wieder mitlaufen.


