Sofort Imker oder die Feuerwehr holen

Momentan schwärmen sie im ganzen Säuliamt wieder aus – auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Auch wenn von Bienenschwärmen grundsätzlich keine Gefahr ausgeht, sollte trotzdem sofort ein Imker oder die Feuerwehr angerufen werden.

Dieser Bienenschwarm, fotografiert in Bickwil, hat ein Gewicht von mehr als zwei Kilogramm und besteht aus weit über 10000 Bienen. (Bild Salomon Schneider)
Dieser Bienenschwarm, fotografiert in Bickwil, hat ein Gewicht von mehr als zwei Kilogramm und besteht aus weit über 10000 Bienen. (Bild Salomon Schneider)

Bienen, ob frei in der Natur lebend oder in einem Bienenstock, fliegen im Frühling jeweils aus, sammeln sich zu einem Schwarm und suchen nach einem neuen Zuhause. Im Frühling werden einige Bienenlarven von den Arbeiterinnen mit Gelée Royale gefüttert, einem Drüsenprodukt der Arbeiterinnen. Der Gelée Royale gibt den Larven einen Impuls, sich zu Königinnen zu entwickeln. Während sich die jungen Königinnen – welche bis zu fünf Jahre alt werden können – entwickeln, sind bereits tausende weibliche Arbeiterinnen und hunderte männliche Drohnen geschlüpft.

Das Volk nimmt die Königin mit

Kurz vor dem Schlüpfen der jungen Königinnen beginnen diese Hormone auszuströmen und von der bisherigen Königin als Konkurrenz wahrgenommen zu werden. Da ein Bienenvolk immer nur eine Königin hat, probiert sie die heranwachsenden Königinnen umzubringen. Dies ist der Moment, in dem es dem Schwarm im bisherigen Zuhause zu eng wird und die Hälfte bis zwei Drittel der Bienen schwärmen aus und nehmen die Königin mit. Im zurückgebliebenen Schwarm schlüpft anschliessend die neue Königin, welche sofort damit anfängt, die noch nicht geschlüpften heranwachsenden Königinnen umzubringen.

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause lässt sich der Schwarm auf einem Strauch oder Baum nieder und bildet eine Traube.

Die Suche nach einem neuen Zuhause

Von diesem Ort aus – etwa 500 Meter bis zwei Kilometer vom bisherigen Zuhause entfernt – suchen die Spurbienen nach einem neuen Wohnort, vorzugsweise einem hohlen Baumstamm. Wenn er ein geeignetes Zuhause gefunden hat, lässt sich der Schwarm dort nieder, wenn nicht, zieht er noch zwei Tage lang weiter. Da die Bienen in der Schwärmzeit keine Nahrung sammeln, gehen sie nach drei Tagen ein, wenn sie kein neues Zuhause gefunden haben.

Wer einen Schwarm sieht, sollte deshalb sofort einen lokalen Imker oder die Notrufnummer 118 anrufen, die eine Liste lokaler Imker bewirtschaftet. Der Imker geht dann mit einer grossen Kiste vorbei, schüttelt die Traube hinein und lässt sie noch einige Stunden stehen. Die Bienen realisieren, dass es sich um ein geeignetes Zuhause handelt und beginnen sich einzurichten, während die restlichen Bienen den Weg in die Kiste finden. So profitieren Imker und Bienen vom Ausschwärmen. Der Imker Guido de Pretto dazu: «Wenn ich am Abend komme und die Kiste abhole, hat das junge Volk meistens bereits einige Waben, von etwa der Grösse eines Fünflibers, gebaut.»

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