Stallikon: Austritt aus dem Zweckbereich Sozialdienst
Voranschlag 2016 und Steuerfusserhöhung an der Gemeindeversammlung deutlich angenommen
Dem Gemeinderat ganz klar «grünes Licht» für den Austritt aus dem Bereich Sozialdienst des Zweckverbandes Sozialdienst Bezirk Affoltern gaben 115 von insgesamt 116 Stimmberechtigten anlässlich der Stalliker Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwochabend in der Turnhalle Loomatt. Vorbehältlich der gleichlautenden Austrittsbeschlüsse der Gemeindeversammlungen in Bonstetten und in Wettswil, werden die drei Unterämtler Gemeinden damit ab Anfang nächsten Jahres auch den Aufbau einer eigenen Verbundlösung «Sozialdienst» definitiv an die Hand nehmen können. Bis zum Teilaustritt aus dem Zweckverband Ende 2017 haben die drei Gemeinden in der Folge zwei Jahre Zeit, ihre eigene «massgeschneiderte» Lösung auf die Beine zu stellen.
Von dieser verspricht man sich einerseits einen direkteren Einfluss auf die Qualität der Dienstleistungen und die Effizienz, gleichsam auf Kostentransparenz und -entwicklung im Bereich der wirtschaftlichen Sozialhilfe. Man sei überzeugt, so Sozialvorsteherin Monika Rohr, mit dem Teil-Austritt aus dem Zweckverband Sozialdienst Bezirk Affoltern die administrativen Kosten im Sozialwesen nachhaltig senken zu können, ohne die Rahmenbedingungen für die betroffenen Personen zu verschlechtern. Dazu stellte sie die geschätzten Kosten der Verbundlösung von 588000 Franken den aus den Gemeindebeiträgen an den Zweckverband errechneten 730587 Franken (Bonstetten 279093, Stallikon 182839 und Wettswil 268655 Franken) gegenüber.
Voranschlag und Steuerfuss: Keine Diskussion und klare Zustimmung
Wider Erwarten passierte später auch der Kostenvoranschlag 2016 nach HRM2 mit gleichzeitig beantragter Erhöhung des Steuerfusses von 76 auf 81 Prozent ohne jedes Wortbegehren. Im Vorfeld hatte die Steuerfusserhöhung nämlich da und dort doch für etwas Missfallen und Gesprächsstoff gesorgt. Gemeindepräsident Werner Michel, welcher als Finanzvorstand das Geschäft zuhanden der Versammlung vertrat, informierte nicht nur gewohnt offen und transparent, sondern augenscheinlich auch absolut nachvollziehbar. Jedenfalls gab es anschliessend weder Wortmeldungen noch Fragen sowie grossmehrheitliche Zustimmung sowohl zum Voranschlag 2016 wie auch zur Steuerfusserhöhung. Der Voranschlag 2016 weist bei einem Aufwand von 18,5 Mio. Franken und einem Ertrag von 17,4 Mio. Franken ein Defizit von rund einer Million aus. Darin ist die beantragte Steuerfusserhöhung von fünf Prozent berücksichtigt.
Bauabrechnungen und Vereinbarung Schulkosten genehmigt
Vorab hatte die Gemeindeversammlung bereits die beiden Bauabrechnungen der Schulanlage Pünten und der Kinderkrippe Coccolino, beide Mitte September 2014 feierlich eingeweiht, genehmigt: Zuerst einstimmig jene über den Neubau der Schulanlage Pünten, die bei Kosten von 8,6 Mio. Franken mit einer Kostenunterschreitung von 987678 Franken abschloss, anschliessend grossmehrheitlich – vier Nein-Stimmen – die Bauabrechnung der Kinderkrippe über 5,1 Mio. Franken, mit einer Kostenüberschreitung von 605404 Franken.
Gleichfalls ohne Diskussion und einstimmig passierte auch die Vereinbarung zwischen den Bezirksgemeinden über die Beteiligung der Schulgemeinden an den Schulkosten (Kindergarten, die Primar- und die Sekundarschule) für die Kinder Asylsuchender der 2. Phase. Diese Vereinbarung, hatte Schulpräsidentin Iris Geissbühler vorab betont, funktioniere seit bald zehn Jahren und schaffe Gerechtigkeit in der Verteilung der Kosten. Nach Kündigung des Kontraktes durch die Primarschule Affoltern und die Sekundarschule Affoltern/Aeugst – die Gemeinde Affoltern muss keine Asylsuchenden der 2. Phase mehr aufnehmen – musste dieser für die übrigen Ämtler Gemeinden neu angesetzt werden.


