«Startklar Hedingen»: Frühe Kindheit im Fokus
Ein Vormittag voller Austausch, Spiel und praxisnaher Ideen für Kinder und Eltern

Anders als üblich stand vor der Turnhalle Schachen in Hedingen am vergangenen Dienstag ein Fuhrpark mit Kinderwagen. In der Halle selbst fand ausnahmsweise kein Turnunterricht statt. Auch keine Gemeindeversammlung; das war sofort klar. Denn es herrschte emsiges Treiben von Klein und Gross. Statt mit Stuhlreihen war die Turnhalle einladend bestückt mit bunten Marktständen, einem Tipi, Stühlen und Tischen in Kleinformat, allerlei Spielen, dicken Matten, Rutschen und Schaukeln.
Chancen von Anfang an
Dies war die lebendige Kulisse für den in Hedingen erstmals durchgeführten Anlass «Startklar Hedingen», der sich dem wichtigen Thema «Frühe Kindheit» widmet. Die Lebensphase bis zum Schuleintritt legt die Bausteine für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung eines Menschen. Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen bekräftigen inzwischen die zentrale Bedeutung der frühkindlichen Förderung. Die Gemeinde Hedingen möchte ein unterstützendes Umfeld schaffen, den Eltern hilfreiche Informationen zur Verfügung stellen und den Kindern den bestmöglichen Start in ihr Leben ermöglichen. Unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.
Als erster Schritt wurde im Frühling 2025 eine Sprachstandserhebung mittels Elternumfrage durchgeführt, um vor dem Kindergartenstart zu erkennen, welche Kinder Unterstützung in Deutsch benötigen. Die sprachliche Entwicklung ist schliesslich entscheidend für den späteren Schulerfolg und die Integration.
Dorf im Dialog
Als nächster Schritt wurde nun der Anlass «Startklar Hedingen» organisiert. Bereits in den Vorbereitungen zeigte sich schnell, dass die Veranstaltung nicht in Form eines abendlichen Fachreferates stattfinden sollte, sondern dass unbedingt die Kompetenzen, das Fachwissen und der Erfahrungsschatz der lokalen Institutionen aktiv eingebracht werden sollten. Wie geplant, so geschehen. Bereits um 7 Uhr morgens erschienen die Verantwortlichen der Krippe Chinderhuus, der Spielgruppen Lärnmützli und Spatzenäscht sowie des Kindergartens. Mit tatkräftiger Unterstützung des Hauswarts wurde in kurzer Zeit eine Informationsbörse mit viel Raum für Spiel und Spass aufgebaut.
«Ich finde es schön, dass Hedingen den Mut hat, dieses so wichtige Thema in einem informellen, ungezwungenen und niederschwelligen Rahmen an die Elternschaft zu vermitteln», freut sich David Exer, Stufenleiter Kindergarten und mitunter treibende Kraft hinter dem gestalterischen Konzept. Das Engagement der Beteiligten ist spürbar. Besonders die Eltern schätzen es, dass die Veranstaltung an einem Vormittag und gemeinsam mit den Kindern stattfindet. Während sich die zahlreich erschienenen Erwachsenen mit den Fachpersonen austauschen, sammeln die Kinder auf ihrer persönlichen Karte mit aufgemalter Rakete je einen Stempel pro Marktstand und erhalten damit am Ende ein «Zopfhäsli». So sind alle beschäftigt.
Neue Kontakte knüpfen
Fabian Kraxner, Gemeinderat und Vorsteher Soziales und Integration, meint: «Mich freut es riesig zu sehen, dass so viele Mütter und Väter mit ihren Kleinen und auch Familien mit Migrationshintergrund den Weg hierher gefunden haben.» Während zweier Stunden wurde die Turnhalle Schachen zum Begegnungsort: um neue Kontakte zu knüpfen, Bekannte wiederzusehen und vor allem die engagierten Fachpersonen der pädagogischen Einrichtungen des Dorfes kennenzulernen und praktische Ideen zu erhalten. «Diese lebhafte Stimmung und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen örtlichen Träger sind für mich der Inbegriff von Einheitsgemeinde», betont Esther Nievergelt, Schulpräsidentin Hedingens. Das Ziel dieses Anlasses war es, Eltern zu sensibilisieren, ihnen konkrete Ideen und praktische Informationen sowie bei Bedarf Beratungs- oder Förderangebote näherzubringen. Die angeregte Atmosphäre zeigt, dass die Vorgaben erreicht wurden. Und man merkt: Da hat jemand an alles und alle gedacht.


