Tafelobst gut, Mostobst eher schwach

Die aktuelle Apfel- und Birnenernte steht kurz bevor, gemäss Schätzungen sollen die Erträge durchaus gut ausfallen dieses Jahr. Beim Tafelobst trifft dies auch im Bezirk Affoltern zu, derweil die Mostobsternte eher schwach ausfallen wird.

Beim Tafelobst (hier in Zwillikon) sieht es gut aus. (Bild Thomas Stöckli)
Beim Tafelobst (hier in Zwillikon) sieht es gut aus. (Bild Thomas Stöckli)

«Die Ernte ist heuer noch nicht eingefahren, ich bin zurzeit daran, durch Herausschneiden die Qualität weiter zu steigern», sagt Obstbauer Ernst Meier aus Obfelden. Das Obst hänge noch sehr fest an den Ästen und es sei vor allem auch von der Witterung in den kommenden Tagen und Wochen abhängig, wann geerntet werden könne, erklärt er weiter. Grundsätzlich aber rechnet der Obfelder Obstbauer dieses Jahr mit einer guten Tafelobsternte. «Beim hochstämmigen Mostobst allerdings sieht es durchzogen aus», fügt er zusätzlich an. Dies bestätigen der Schweizer Obstverband (SOV) und Moster Markus Müller von «Müllers Buurelädeli» in Bonstetten. «Während die Tafelapfelmenge im Bereich des Vorjahres liegt, wird die Mostapfelernte voraussichtlich um 13 Prozent tiefer ausfallen als 2014», hat der SOV errechnet.

Bonstetter Moster sucht Blauacher

Markus Müller seinerseits ergänzt: «Meine Umfragen haben ergeben, dass es heuer eher schwach aussieht beim Mostapfelertrag, und auch auf meinen Blauacher-Bäumen sieht es nicht rosig aus. Der Ertrag wird auf jeden Fall bei Weitem nicht ausreichen, um unseren Apfelschaumwein Blauacher Chlöpfmoscht angemessen keltern zu können. Wir sind daher schon kräftig auf der Suche nach Blauacher-Äpfeln.» Nicht genug damit, dass die Blauacher-Ernte heuer schwach ausfällt, im Frühjahr hat zudem ein dreister Dieb dem Bonstetter Moster einen jungen Blauacher-Baum ausgegraben und gestohlen.

Bezüglich der Birnenernte sieht es anders aus als bei den Äpfeln. «Die Mostbirnenernte wird dieses Jahr um drei Prozent höher ausfallen als im Vorjahr», schätzt der OSV. Die Menge an Tafel- und Industrieobst aus Anlagen wird heuer zwar im Durchschnitt der vier Vorjahresernten sein, jedoch 12 Prozent tiefer liegen als die Ernte 2014.

Etwas Regen und Gottes Gnaden

Obstbauer Ernst Meier meldet zwar, dass die Bäume die Julihitze gut überstanden hätten und die Niederschläge Ende des letzten Monats in den Kulturen und im Feldobstbau hoch willkommen waren. Und auch für die kommenden Wochen wünscht er sich den einen oder anderen ausgiebigen Regenguss, der den Kulturen gut tut und das Obstwachstum fördert. «Wir Obstbauern können mit unseren Pflegemassnahmen lediglich unser Bestmögliches zum guten Gedeihen, zur Qualität und dem Wachstum der Äpfel und Birnen beitragen, alles andere ist von Gottes Gnaden», hält Meier fest und bemerkt gleichzeitig, dass dies in der heutigen Überflussgesellschaft leider mehrheitlich nicht mehr so gesehen und geschätzt wird.

Gemäss der aktuellen Ernteschätzung des Schweizer Obstverbandes und des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wird schweizweit mit total 183 800 Tonnen Äpfeln und 35 100 Tonnen Birnen gerechnet. Die erwarteten Erntemengen liegen damit bei den Äpfeln leicht unter dem Durchschnitt, bei den Birnen im Durchschnitt der Vorjahre.

Die Konsumenten dürfen sich aber auf jeden Fall auf aromareiche und geschmackvolle Äpfel und Birnen freuen und dementsprechend sind auch qualitativ hochstehende Säfte und Edelbrände zu erwarten.

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