Trotz Hitzeperioden keine Wasserknappheit im Säuliamt
Als Hauptlieferant für die lückenlose Versorgungssicherheit des Säuliamtes mit Trinkwasser amtet, neben den privatrechtlichen Wasserversorgungen, die Gruppenwasserversorgung Amt. Trotz der sommerlichen Hitzeperiode mit hohen Temperaturen herrscht im Knonauer Amt keine Wasserknappheit.

Der Bezirk Affoltern ist betreffend Wasserqualität und -quantität gut versorgt. Baden, Duschen, Blumen giessen und den Garten bewässern sind alltägliche Tätigkeiten. Die meisten Menschen benützen das Trinkwasser, ohne auch nur einen Gedanken an die Quelle des kostbaren Nasses zu verschwenden. Trotzdem gehen die Gemeinden mit der weltweit unersetzbarsten Ressource vorsichtig um. So ist es dem Gemüsebauer aus Merenschwand, welcher in Ottenbach Rüebli anbaut, («Anzeiger vom 10. Juli 2015») nicht erlaubt, für das Bewässern des Rüeblifeldes Wasser vom Hydranten zu beziehen.
Aus diesem Grund führte Chauffeur Marcel Strübi mit einem Tankwagen am letzten Dienstag und Donnerstag 320 000 Liter Wasser, bezogen von einem Seitenkanal der Reuss, auf das Rüeblifeld. Zwar besitzt die Gemeinde Ottenbach zwei Reservoirs, benötigte jedoch in den letzten Wochen die doppelte Menge Wasser des Normalverbrauchs. Der zuständige Gemeinderat Peter Weis gab die Bewilligung zur Wasserentnahme nicht, da die Kosten für den Ankauf von Frischwasser bei der Gruppenwasserversorgung Amt den Erlös des Bezügers aus dem Gemüse überstiegen hätte.
Durchschnittlich 4000 Kubikmeter Wasser pro Tag
Ausserdem will die Gemeinde stets auch über eine Löschwasserreserve verfügen können. Der grösste Wasserlieferant im Säuliamt ist die Gruppenwasserversorgung Amt. Sie bedient – sofern nötig – alle 14 Gemeinden im Bezirk. Betriebswart Renato Vincenti zeigt auf die Schalttafel in seinem Büro in Affoltern. Ab dem Grundwasser-Pumpwerk Bibelas in Maschwanden werden durchschnittlich rund 4000 Kubikmeter Wasser pro Tag bezogen. Das Reservoir Bibelas kann als Höchstleistung pro Tag 7000 Kubikmeter Wasser liefern. Am letzten Dienstag allerdings wurden rund 8900 Kubikmeter Wasser verbraucht. Bei solchen Werten kommt dann die Gruppenwasserversorgung Amt Limmattal Mutschellen (Galm) ins Spiel. Die Galm ist der Gruppenwasserversorgung Amt angeschlossen und kann jederzeit den Spitzenverbrauch mit Seewasser ergänzen. Die Wasserversorgung der Gemeinde Affoltern verfügt ebenfalls über 36 eigene Bezugsquellen mit einer Lieferleistung von 2000 Kubikmetern Wasser pro Tag. Betriebsleiter Ueli Hug weist vor allem auf die Sammelbrunnenstube im Jonental hin, welche als Hauptlieferant des Trinkwassers für den Bezirkshauptort dient. Mit 65 Quellfassungen im Gemeindegebiet ist die Gemeinde Hausen das
Wasserschloss im Säuliamt.
Auch Spitzenbezüge bewältigen
Manuel Schneiter, Wasserwart der wasserreichen Gemeinde Hausen im Oberamt, hat denn auch keine grossen Sorgen betreffend Wassermangel. Infolge der Hitzeperioden sind die Reservoirs zwar nur noch zu rund 60 Prozent gefüllt, trotzdem kann sich Hausen noch immer zu hundert Prozent mittels den eigenen Quellen versorgen und ist nicht auf einen Bezug von der Gruppenwasserversorgung angewiesen. Erst nach drei heissen und regenlosen Wochen wäre die Gemeinde Hausen genötigt, die Dienste der Gruppenwasserversorgung Amt in Anspruch zu nehmen. Das Säuliamt braucht sich also vor einer Wasserknappheit nicht zu fürchten. Selbst Spitzenverbräuche von 14 000 Kubikmetern Wasser pro Tag wie im Jahrhundertsommer 2003 könnten mithilfe der Galm mühelos bewältigt werden. Aber auch wenn genügend Wasser bezogen werden kann, heisst es für den Verbraucher trotzdem Zurückhaltung zu üben. Der Preis für das reine Trinkwasser ist zwar nicht teuer, er orientiert sich jedoch an den Kosten der Abwasserbeseitigung. Und das kann schlussendlich ganz schön ins Geld gehen.


