Tschüss, Christbaum!

Traditionelles Christbaumverbrennen in Affoltern

Symbolischer Abschied von den Weihnachtsfeiertagen: das Christbaumverbrennen in Affoltern. (Bild Daniel Vaia)

Da geht er nun dahin, löst sich in Feuer und Rauch auf, der Tannenbaum. Die im berühmten Weihnachtslied besungenen «grünen Blätter» liefern dazu als brennende Tannennadeln die knirschende Hintergrundmusik.

Über 200 Mal hat sich am Samstagabend das flammenreiche Spektakel auf einem Feld beim Friedhof in Affoltern wiederholt, beim schon fast traditionellen Christbaumverbrennen des Vereins zur Erhaltung alten Feuerwehrmaterials Affoltern (Vefa). Weil es nur kalt war, aber nicht nass, schauten heuer wieder Dutzende Schaulustige zu, darunter ­besonders viele Familien mit Kindern – alle mit Erinnerungen an die noch nicht weit zurückliegenden Weihnachtsfeiertage, manche wohl auch mit etwas Wehmut. Bei den Kleinsten floss sogar da und dort ein Tränchen, in Gedanken an das schöne Bäumchen, welches vor ­Kurzem noch das Wohnzimmer ­verzauberte.

Vefa-Vereinspräsident Andreas Steiner sieht in der Verbrennungsaktion einen «schönen Abschluss der Weihnachtszeit, wenn man den Christbaum so in den Himmel schickt». Der Verein, zu dessen Mitgliedern viele aktive und ehemalige Feuerwehrleute zählen, möchte damit aber auch einen Beitrag zur Brandprävention leisten. «Wir wollen den Leuten zeigen, wie schnell ein Baum brennt», so Vorstandsmitglied und Ex-Präsident Thomas Bietenholz.

Tatsächlich standen die einzeln ins Feuer geworfenen Bäumchen jeweils in kürzester Zeit in Flammen. Bei ganz besonders trockenen Exemplaren dauerte es jeweils sogar nur ein paar Augenblicke, bis sie lichterloh brannten. Das war vor allem bei jenen der Fall, welche bis vor Kurzem noch in einer Stube standen. Bäume, die schon kurz nach Weihnachten vor Ort auf dem Feld deponiert worden und der Feuchtigkeit ausgesetzt waren, hielten etwas länger stand. Am widerstandsfähigsten, möglicherweise aber auch am «ungesündesten», erwiesen sich Exemplare, wie sie offenbar in gewissen Baumärkten angeboten werden. Diese aus dem Ausland importierten Exemplare wurden laut Andreas Steiner oft mit einer feuerhemmenden Chemikalie behandelt – und entwickelten auf dem Feuer jeweils besonders viel Rauch.

Geld für den «Cadi»-Oldtimer

Der Vefa organisiert das Christbaumverbrennen seit einigen Jahren, um nebenher Geld für den Unterhalt und die Restaurierung ihres «Cadi» zu sammeln, ihres bekannten, ehemaligen Affoltemer Cadillac-Feuerwehrautos mit Jahrgang 1934. Der Verein betreibt dazu in Sichtweite zum Feuer jeweils einen kleinen Verpflegungsstand. Diesmal im Angebot: Gerstensuppe und Gegrilltes. Und natürlich Kaffee und Tee – angesichts der Temperaturen um den Gefrierpunkt bei den Besucherinnen und Besuchern sehr willkommen.

Unter den Zuschauern am Samstag dabei war auch Bruno Fankhauser, der seit mittlerweile 42 Jahren auf dem Kronenplatz seine Christbäume verkauft. Er schätzt, dass «sicher die Hälfte» der am Samstag verbrannten Bäume aus seiner Produktion stammen. Wie für viele andere Christbaumverkäufer war der Jahrgang 2024 auch für Fankhauser aus geschäftlicher Sicht kein guter. Weil die Weihnachts- und die Neujahrstage auf normale Wochentage fielen, hätten viele Leute die Gelegenheit genutzt und seien in die Ferien gefahren, so Fankhauser. Dazu komme der Trend hin zu immer kleineren Bäumen. Das habe sich dementsprechend auf den Umsatz ­ausgewirkt.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Versöhnliches Ende (von links): Priska Seiler Graf und Nina Fehr-Düsel mit Moderator Claude Wuillemin. (Bild Claudia Eugster)
Bezirk Affoltern05.11.2026

«Kriegsgewinnerisch» oder «zeitgemäss»?

Podium der SVP Bonstetten zu den kommenden Abstimmungen vom 29. November
Céline Hirschi, Stationsleiterin der Palliative Care in der Villa Sonnenberg, und die Künstlerin Susanne Baer (rechts), die hier vor einem Jahr Patientin war, verstehen sich bestens. (Bild Regula Zellweger)
Bezirk Affoltern05.11.2026

Bilderausstellung von Susanne Baer in der Villa Sonnenberg

Besondere Beziehung zum Kompetenzzentrum für Palliative Care
Hans Jucker bei der Feier zu seinem 65. Geburtstag im Arche-Pub in Affoltern. Rund einen Monat später starb er an einem Herzinfarkt. (Archivbild «Anzeiger»)
Bezirk Affoltern05.11.2026

Verurteilt, und trotzdem verehrt

Viele wussten von seinen Taten – und schätzten Hans Jucker als Freund und Idol. Wie passt das zusammen?