Urnenabstimmung über 4,9 Mio. Baukredit

Sanierung des Kappeler Schulhauses Tömlimatt löst keine Steuererhöhung aus

An der Gemeindeversammlung vom 6. Juni 2014 hatte der Kappeler Souverän einem Projektierungskredit von einer Viertelmillion Franken für die Sanierung und Erweiterung des Kappeler Primarschulhauses Tömlimatt zugestimmt. Am Mittwochabend stellte der Kappeler Gemeindepräsident Kurt Bär vor Ort, zusammen mit weiteren Mitgliedern der Baukommission, ein ausgereift wirkendes Projekt vor. Es stiess bei den 75 Interessierten mehrheitlich auf Wohlwollen, ebenso bei der Rechnungsprüfungskommission.

Seit 2005 ist die Bevölkerung in Kappel um einen Fünftel auf 1014 Personen angewachsen. Die Schülerzahlen sind im gleichen Zeitraum sogar um 21,5 Prozent gestiegen, von 84 auf inzwischen 104 Kinder. Das hat nicht nur zur Folge, dass der Schulraum in Kappel eng geworden ist. Die Aussenhülle und die technischen Anlagen des 1972 erbauten und 1989 erweiterten Schulhauses haben dringend eine Sanierung nötig.

Damit einhergehen soll auch eine Modernisierung und Erweiterung der Räumlichkeiten, wie von Schulpräsident und Gemeinderat Christian Plüss zu vernehmen war. Im Vergleich zum Vorprojekt, das ebenfalls an der Gemeindeversammlung am 6. Juni 2014 vorgestellt worden war, hat sich nicht allzu viel geändert. Nach wie vor will die Baukommission möglichst viel der bereits vorhandenen Bausubstanz nutzen: Die Turnhalle, das Lehrerzimmer und die fünf je 80 Quadratmeter grossen Schulzimmer in der ersten Etage, die ebenerdig auf den oberen Pausenplatz führt. Abgerissen wird nur der Singsaal, an dessen Stelle neu drei Gruppenräume errichtet werden sollen. Daneben soll ein Anbau in Holzelementbauweise entstehen, der einen Mehrzweckraum enthält, wie Architekt Paul Roos ausführte.

Umfangreicher sind die baulichen Eingriffe im Parterre, wo die frühere Abwartswohnung bereits leer steht. Hier sollen neue Räume für die Tagesbetreuung, Therapie und das Schulsekretariat entstehen. Das bereits bestehende Handarbeitszimmer und der Werkraum werden ergänzt durch ein weiteres Schulzimmer. Die Umgebung davor, die bisher ungenutzt blieb, soll künftig ebenfalls den Schulkindern zur Verfügung stehen. Dazu sollen die komplette Aussenhülle, sowie die Dächer und Fenster erneuert, beziehungsweise energetisch auf Minergie-Standard (ohne kontrollierte Lüftung) gebracht werden. Die neue Fassade soll gemäss Roos aus Holz (Fichte) bestehen.

Umgebungsarbeiten teurer

Kopfzerbrechen bereiteten bei der Erarbeitung des Projektes die Umgebungsarbeiten, sagte Bauherrenbegleiter Reto Müller. Die Entsorgung des bestehenden Tartan-Platzes koste alleine mehrere zehntausend Franken. Müller erklärte auch, wie es mit den Auftragsvergaben abläuft, wenn der Kredit an der Urne angenommen wird: «Baumeister, Holzbau und Fenster müssen laut Submissionsgesetz wegen der Höhe des Betrages im offenen Verfahren ausgeschrieben werden.» Der Rest könne freihändig oder im Einladungsverfahren erfolgen. Dabei werde nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern auch auf Qualität und ortsansässige Handwerker geachtet. Umgebaut werde etappenweise während des laufenden Schulbetriebes.

Gemäss Bär werden die Gemeindefinanzen trotz des Projektes auch ohne Steuererhöhung im Lot bleiben. «Wir haben rund 7,5 Millionen Franken Eigenkapital und genügend liquide Mittel, um das Projekt aus eigener Kraft zu finanzieren.» Auch die degressive Abschreibung von jährlich zehn Prozent der Bausumme sei für die Gemeinde tragbar. In nächster Zeit seien keine grösseren Bauvorhaben mehr in Planung. Ratlos wirkte Bär einzig auf die Frage aus dem Publikum, was bei Ablehnung des Projekts künftig mit dem Schulhaus geschehen würde.

 

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