Velonetzplan: ZPK bedauert Fokussierung auf Alltagsrouten
Das Amt für Verkehr des Kantons Zürich (AfV) will mit der neuen Velonetzplanung eine strikte Trennung von Freizeit- und Alltagsrouten. Der Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt hält die dabei vom AfV angestrebte Fokussierung auf die Alltagsrouten für falsch.
Bis Ende 2015 erarbeitet das Amt für Verkehr des Kantons Zürich (AfV) einen Velonetzplan, von welchem sich die Massnahmen für das Agglomerationsprogramm der dritten Generation ableiten lassen. Ziel ist, das Velo im Alltagsverkehr als attraktive Alternative oder Ergänzung zum öffentlichen Verkehr und zum motorisierten Individualverkehr zu positionieren. Die Gemeinden können das neue Netz dann mit lokalen Verbindungen ergänzen.
Bis zum 3. Juli können Regionen und Gemeinden zum neuen Netz Stellung nehmen, was die Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt nach eingehender Prüfung und in Kenntnis einiger kommunaler Vernehmlassungsantworten getan hat. Grundsätzlich stellt die ZPK fest, dass die bisherige, rechtsgültige Velonetzplanung anderen Grundsätzen folgt. Die der neuen Planung zugrunde liegende strikte Trennung von Freizeit- und Alltagsrouten mit der Fokussierung auf dem Alltagsverkehr sieht die ZPK als Paradigmenwechsel. «Im Knonauer Amt führt dies zu erheblichen Differenzen mit dem rechtsgültigen regionalen Richtplan, respektive dem zur Vorprüfung eingereichten Richtplanentwurf», stellt der Vorstand der ZPK fest.
«Mit dem vorliegenden Velonetzplan nimmt das kantonale Velonetz von heute 134 km auf 121 km ab. 22 regionsinterne Verbindungen sollen aus dem kantonalen Netz gestrichen werden, wobei meist empfohlen wird, die Verbindungen auf kommunaler Stufe zu sichern und im kommunalen Verkehrsrichtplan aufzunehmen.» Davon betroffen etwa wäre die Verbindung von Aeugst ins Reppischtal.
«Der ZPK-Vorstand taxiert aus Sicht des Knonauer Amtes die Fokussierung auf Alltagsrouten als falsch», sagt Präsident Kurt Weber und begründet: «Damit werden heute vorhandene sichere Verbindungen der Direktheit wegen von Nebenstrassen auf kantonale Hauptverkehrs- und Verbindungsstrassen verlegt, was für die Förderung des Veloverkehrs kontraproduktiv ist.» Der ZPK-Vorstand lehnt daher die Verlegung von Veloverbindungen auf die Kantonsstrassen dort, wo valable Alternativrouten vorhanden sind, ab. «Andernfalls», so Weber, «werden Velofahrer vermehrt Gefahren ausgesetzt, was widersinnig ist.» (kb.)


