Vom Schulacker in die Mühle

Zwölf Schulklassen haben eigenen Dinkel angebaut. Am 15. September wurde die Ernte einer Stadtzürcher Schulklasse in die Aumüli gebracht. Dabei haben die Schüler spannende Einblicke in die Funktionsweise einer Wassermühle erhalten.

Interessiert folgten die Kinder den Erklärungen von Fredi Hofmann. (Bild zvg.)
Interessiert folgten die Kinder den Erklärungen von Fredi Hofmann. (Bild zvg.)

Die Sechstklässler aus dem Zürcher Schulhauses Gubel stiegen gegen 9 Uhr an der Bushaltestelle Aumüli aus. Im Leiterwagen brachten sie die reich ausgefallene Dinkelernte mit. Diese Klasse ist eine von zwölf aus der Region Zürich und Aargau, die im Rahmen des UrDinkel-Projekts vom Verein Bioterra, der Organisation für Bio- und Naturgarten, eigenen Dinkel angebaut hat. Der Besuch in der Aumüli gewährte, den 18 Kindern spannende Einblicke in die Funktionsweise einer Wassermühle und die Möglichkeit, den Weg vom Dinkel zum Mehl direkt zu verfolgen.

Seit November 2015 standen die Schülerinnen und Schüler mit Stiefeln und Hacken in ihrem Schulgarten und übernahmen die Rolle eines Urdinkelbauern oder einer -bäuerin. Die Kinder erlebten auf praktische Art und Weise, wie Urdinkel im Kleinen angebaut und verwertet werden kann. Begleitet wurden sie dabei von schulexternen Gartenfachpersonen, die die Arbeit auf dem «Acker» mit den Kindern umsetzten.

Vom Dinkelacker zur Mühle und wieder zurück

Die Aumüli ist die einzige Mühle in der Region, die den Dinkel entspelzt und anschliessend zu Mehl vermahlt, und dies nur mit Wasserkraft. «Das fasziniert die Kinder natürlich umso mehr», meint Fredi Hofmann vom Verein Aumüli. Die Mühle ist erstmals 1328 in einer Urkunde erwähnt. Die Kinder tauchen in alte Zeiten ein. Denn das Wasserrad betreibt nicht nur die Mühle, sondern auch eine Sägerei und eine Waschtrommel.

Fredi Hofmann und Toni Amrein vom Verein Aumüli waren begeistert von den Schulkindern, die mit grossem Interesse und Neugierde die Arbeitsschritte verfolgten. Der eigene Dinkel förderte den Zugang und den Bezug zum Thema.

Die Dinkelklasse aus Zürich konnte 13 kg Mehl abpacken und belud den Leiterwagen mit dem fertigen Produkt. Nach der Verabschiedung vom Aumüli-Team traten die Schülerinnen und Schüler zufrieden die Weiterreise an. Es folgte noch eine Wanderung über die Felsenegg auf den Üetliberg.

Die erfreulichen Erfahrungen mit den Dinkelklassen haben im Aumüli-Team eine Idee reifen lassen. Im grossen Bauerngarten vor der Mühle steht eine grosse Fläche für eine Schulklasse aus der Region bereit. Interessierte Lehrpersonen der 3. bis 6. Klasse können sich melden und an dem von Gartenkind geleiteten Dinkel-Projekt teilnehmen. Pascal Pauli

Infos bei Pascal Pauli, Projektleiter «Gartenkind» unter 079 534 74 04 oder p.pauli@bioterra.ch.

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