Wasser-Versorgungssicherheit festigen

Die Wasserversorgungsgenossenschaft Affoltern realisiert im Jonental ein neues Quellwasserpumpwerk

WVA-Betriebsleiter Ueli Hug vor dem stillgelegten Reservoir Rorenmoos im Jonental. Es ist von einem Wäldchen umgeben, das nun im Zuge des Neubaus weichen muss. (Bild Werner Schneiter)
WVA-Betriebsleiter Ueli Hug vor dem stillgelegten Reservoir Rorenmoos im Jonental. Es ist von einem Wäldchen umgeben, das nun im Zuge des Neubaus weichen muss. (Bild Werner Schneiter)

Das Reservoir Rorenmoos im Jonental in Affoltern ist rund 100-jährig und wurde nach dem Neubau der Strasse, wegen des Hochwasserrückhaltebeckens, vor zehn Jahren stillgelegt. Viele Jahre lieferte das Werk auch Wasser für die Kneippanstalt Arche. Ein Neubau dient nun der Versorgungssicherheit. Es werden zwei Behälter à 280 Kubikmeter realisiert. Das «Wasserlager» verhindert ein permanentes Pumpen, wodurch Energie gespart werden kann. Gepumpt wird nachts, in Zeiten des Strom-Niedertarifs. Der Sicherheit dient im Weiteren der Bau einer zweiten Wasserleitung im Jonental. «Bei zwei der zwölf Quellen ist das Wasser von besonders guter Qualität. Mit dem Leitungsbau können wir verhindern, dass sich das Wasser der Quellen vermischt», sagt Ueli Hug, Betriebsleiter der Wasserversorgungsgenossenschaft Affoltern (WVA). Das Wasser der übrigen Quellen gelangt durch Ultrafiltration (mechanische Reinigung) direkt ins neue Quellwasserpumpwerk Rorenmoos und von dort in die Haushalte im Dorf.

Wäldchen roden erfordert Ersatzmassnahmen

Das alte Pumpwerk Rorenmoos ist von einem Wäldchen umgeben. Reservoire wurden zu früheren Zeiten stets an schattigen Orten gebaut, damit sich das Wasser in heissen Jahreszeiten nicht zu stark aufwärmte. Im vorliegenden Fall werden nun die Bäume weichen müssen. Förster Ueli Müller beginnt am 9. Mai mit der Rodung, die vom Kanton bewilligt worden ist. Nach offiziellem Sprachgebrauch handelt es sich nicht um Wald, sondern um ein Flurgehölz. Obwohl es nicht im Naturschutzkataster verzeichnet ist, spricht der Kanton von einem Flurgehölz von regionaler Bedeutung.

Das Bewilligungsverfahren gestaltete sich entsprechend aufwendig und ist mit einem ganzen Wust an Auflagen des Kantons verbunden, die auf mehreren A4-Seiten aufgelistet sind. Das Bewilligungsverfahren hat zu Verzögerungen des Baubeginns geführt. Akribisch sind alle Baum-, Sträucher und Pflanzenarten aufgelistet, die wieder angepflanzt werden müssen: Wildhecken mit Gebüsch, eine Rundholzbeige mit Kammern und Nisthilfen, eine wintersichere Reptilienstruktur, Nist- und Versteckmöglichkeiten für Turmfalken, Schleiereulen und Fledermäuse usw. «Wir mussten dazu eine Studie anfertigen, die uns 7000 Franken gekostet hat», sagt Ueli Hug. Die Eröffnung des neuen Quellwasserpumpwerks soll im Frühjahr 2017 mit einem kleinen Fest für die Bevölkerung gefeiert werden.

3,6 Mio. Franken in den nächsten fünf Jahren

Für den Neubau des Quellwasserpumpwerks Rorenmoos investiert die WVA rund 1,5 Mio. Franken und in den Bau einer neuen Leitung 840'000 Franken. Für Quellwasserfassungen und Aufbereitung wendet die WVA in den nächsten fünf Jahren rund 3,6 Mio. Franken auf. Mit gutem Grund: 60 Prozent des Trinkwassers für Affoltern stammt aus Quellen. Im Bezirkshauptort beläuft sich der jährliche Wasserverbrauch auf 1,14 Millionen Kubikmeter.

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