Wenig beachtetes Kantonsrats-Wahlpodium
Die Spitzenkandidaten der Parteien im Kasinosaal in Affoltern zu aktuellen Themen

Nur gerade 35 Personen wohnten am Mittwochabend der Podiumsdiskussion im Hinblick auf die bevorstehenden Kantonsratswahlen bei. Die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien Hans Läubli (Grüne), Moritz Spillmann (SP), Hans Wiesner (GLP), Olivier Hofmann (FDP) und Martin Haab (SVP), die bereits im Kantonsrat sitzen, argumentierten überzeugend, wie man das von ihnen gewohnt war. In vielen Themen herrschte eine fast familiäre Eintracht, wie nach dem Mittag- oder Abendessen am heimischen Küchentisch. Herausragend waren nur drei Exponenten: Moritz Spillmann mit seiner Fürsprache für eine Kantonsschule in Bezirkshauptort. Olivier Hofmann mit seinen Bedenken in Bezug auf die finanzielle Staatsgarantie der Züricher Kantonalbank. UndDaniel Sommer (EVP), der sich als Neuling im Kreise der Bisherigen gut präsentierte und als Einziger die Sicht des Kleingewerblers vertrat. In der Männerrunde völlig unter ging Brigitte Wettstein (EDU). Ansonsten argumentierten die Exponenten im Rahmen ihrer Weltanschauungen und Parteibüchlein. Als Zuschauer erhielt man nicht den Eindruck, dass der dramatische Umbruch, den die Frankenstärke in der Wirtschaft ausgelöst hat, in der Politik angekommen sei.
Querbeet durch alle Parteien möchte man die Wirtschaft weiter reglementieren und das Volk mit Lenkungsabgaben umerziehen. Man möchte wohl die einheimische Lebensmittelproduktion fördern (Martin Haab, SVP). Im Sinne eines Ausgleichs für wirtschaftlich weniger begüterte Länder soll es aber keine Rolle spielen, Lebensmittel auch von entlegenen Kontinenten in die Schweiz einzuführen (Spillmann, Läubli).
Anstatt in der ausufernden Verwaltung zu sparen, plädiert man dafür, «Steuergeschenke» für Besserverdienende rückgängig zu machen und Steuersünder gleich hart anzupacken wie Sozialbetrüger (Läubli, Spillmann). (map.)


