Weniger Verstösse in den Schutzgebieten der Reussebene
Die Missachtung der Anleinpflicht für Hunde bildet den weitaus grössten Teil unter den rund 800 Verstössen, die der Aufsichts- und Informationsdienst im vergangenen Jahr in der Reussebene registriert hat. Die Zahl der Verstösse ist aber rückläufig. Das wurde an der Jahresversammlung der Stiftung Reusstal bekannt.

Seit 1974 betreibt die in Rottenschwil domizilierte Stiftung Reusstal einen Aufsichts- und Informationsdienst in der Reussebene. Vor 17 Jahren wurde dieser Dienst auf das zürcherische Reusstal ausgedehnt. So patrouillieren auch in den Gemeinden Ottenbach, Obfelden und Maschwanden regelmässig Mitarbeitende – derzeit zwei Frauen und neun Männer. Sie kontrollieren in diesem Gebiet von nationaler Bedeutung das Einhalten von Schutzbestimmungen. «Das Team funktioniert gut», sagte Thomas Burkard, Leiter des Aufsichts- und Informationsdienstes, an der Jahresversammlung der Stiftung im Rottenschwiler Restaurant Casa Hecht. Weil der Kommunikation bei dieser Tätigkeit zentraleBedeutung zukommt, haben die Mitarbeitenden im vergangenen Jahr einen Kurs absolviert. Aufklärung wird auch mit mobilen Info-Ständen betrieben, im vergangenen Winterhalbjahr über den Biber und im Frühjahr zum Thema Weissstorch.
2200 Aufsichtsstunden
In der wärmeren Jahreszeit ist der Erholungsdruck in dieser geschützten Landschaft zwischen Bremgarten, Mühlau und Maschwanden besonders hoch. Im vergangenen Jahr wurden rund 2200 Aufsichtsstunden geleistet und in diesem Rahmen rund 800 Verfehlungen rapportiert – Littering nicht eingeschlossen. Die Missachtung der Anleinpflicht von Hunden ist dabeizuoberst auf der Skala, aber die Zahl ist rückläufig, wie Thomas Burkard anfügte. Offenkundig zahlen sich die Bemühungen aus.
Negativ ins Gewicht fallen auch das Lagern und Zelten, zum Beispiel im Rahmen der nächtlichen Karpfenfischerei im Winter. In diesen Fällen wurde die Polizei avisiert; es kam im Kanton Zürich zu Verzeigungen. Das ist jedoch nicht die Regel. Öfters sind schriftliche Verwarnungen angezeigt. Im Sommerhalbjahr soll nun wieder vermehrt an Abenden kontrolliert werden, insbesondere an Brückenköpfen und an Rastplätzen.
Zu den Dauerthemen zählen im Weiteren Littering und Vandalismus, wobei jeweils die Werkdienste der Reuss-Anrainergemeinden gerufen werden.
Ungenügende Signalisationen in den Ämtler Reusstalgemeinden
Thomas Burkard hält eine gute, unmissverständliche Signalisation in den Schutzgebieten für wichtig. Im Kanton Aargau sei das der Fall, in den Ämtler Gemeinden jedoch nicht. Da seien dringend Verbesserungen fällig. Einige Tafeln seien nicht klar genug positioniert und sollten umplatziert beziehungsweise ersetzt werden. «Wir haben einen praktikablen Vorschlag erarbeitet, aber die Umsetzung ist sehr schwierig und läuft extrem harzig», konstatiert der Leiter.


