Weshalb hat es im Säuliamt noch so wenige Start-ups?

Start-up-Firmen sind im Technologiebereich aktiv und geben der Wirtschaft wichtige Impulse. Im Bezirk Affoltern gibt es sie fast nicht: eine Spurensuche.

Wer sich mit Start-ups auseinandersetzt, stösst auf die Städte London, Berlin und Zürich. Seit der Jahrtausendwende hat sich Zürich sukzessive zu einer der Trendstädte für junge Technologiefirmen entwickelt, die mit wenig Startkapital, einer zündenden Idee und modernen Technologien den Markt aufmischen: sogenannter Start-ups. Mit wenigen 10000 Franken Gründungskapital müssen Start-ups günstig und effizient arbeiten und möglichst schnell wachsen.

Als Technologieunternehmen verkaufen Start-ups Ideen und Dienstleistungen. Anstatt teure Büroräume zu mieten, arbeiten die Gründer zu Beginn meistens vom Wohnort aus und nutzen als Vertriebskanal das Internet. Die Mitarbeiter beziehen kleine Löhne. Anstatt angemessener Bezahlung erhalten sie Firmenanteile. Die Arbeit bei einem Start-up zahlt sich deshalb nur bei Erfolg aus.

Studentisches Umfeld wichtig

Während in Zürich jedes Jahr hunderte Start-ups gegründet werden, gibt es im Knonauer Amt noch fast keine. Einer der Hauptgründe für den Start-up-Boom in Zürich dürfte im akademischen Umfeld liegen. Die verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen ziehen junge, motivierte Menschen an, die mit ihren Ideen die Welt oder den Markt erobern wollen.

Da den innovativen Jungunternehmern aber meist das Geld fehlt, hat sich eine richtige Start-up-Maschinerie entwickelt. Verschiedene Organisationen stehen jungen Unternehmen bei, die wichtigsten Stolpersteine zu umschiffen, vermitteln Personal und helfen bei der Finanzierung.

Samuel Müller, der mit weact.ch momentan acht Personen in seinem jungen Start-up beschäftigt, analysiert den Standort Zürich: «Menschen ziehen zur Familiengründung aufs Land. Start-ups benötigen jedoch spontane Leute mit niedrigen Lebenserhaltungskosten, da man bei einem Start-up nie weiss, ob es die Firma im kommenden Jahr noch gibt.»

Ist das Säuliamt zu ländlich?

Ein weiterer Erfolgsfaktor für Start-ups ist, dass zahlreiche Technologiekonzerne ihren Sitz in Zürich haben. Diese beobachten den Start-up-Markt und greifen immer wieder zu, wenn das Produkt eines Start-ups in ihre Produktepalette passt.

Gut möglich, dass das Säuliamt momentan einfach noch zu ländlich ist, um viele Start-ups anzuziehen. Mit der zunehmenden Urbanisierung, gerade entlang der Bahnlinie, könnte der Bezirk Affoltern aber auch für Start-ups interessanter werden.

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