Wie weiter mit dem Sozialzweckverband?
Unterämtler Gemeinden mit Teilaustritt auf den 31. Dezember 2017
Vierteljährlich eine Rechnung und ein jährlicher Bericht – darauf beschränken sich für die Gemeinden heute die Kenntnisse über ihre Bezüger von sozialer Wirtschaftshilfe oft. «Wir wissen gar nicht, was läuft mit diesen Leuten – und das wollen wir ändern», betont der Bonstetter Gemeindepräsident Bruno Steinemann. In den letzten Monaten sei es der Gemeinde auch wiederholt gelungen, junge Sozialfälle wieder zu platzieren, «dank der Nähe und den Beziehungen, die wir haben», so Steinemann. Nach kritischen Voten zur Solidarität und Zusammenarbeit im Bezirk wurde der Austritt in Bonstetten am Dienstag mit grossem Mehr beschlossen.
Keine Diskussion in Wettswil
Der Wettswiler Gemeinderat erklärte den Austritt aus dem Zweckbereich Sozialdienst sehr ausführlich. «Die Dienstleistungsqualität und die Abrechnungen sind unserer Ansicht nach mangelhaft», erläuterte der Wettswiler Sozialvorsteher Fritz Kurt. Zudem sei die Hierarchie im Sozialzweckverband steil, was ihn teuer und unflexibel mache und durch die ständigen Personalwechsel sei wenig Kontinuität gegeben. Die Unterämtler Sozialsekretäre hätten über 20 Jahre Erfahrung und könnten den Sozialdienst besser betreiben. Die Gemeindeversammlung nahm den Teilaustritt ohne Diskussion einstimmig an.
Unteramt: Kein neuer Zweckverband
Stallikon hatte den Austritt bereits in der vergangenen Woche angenommen. Somit steht der Gründung eines Sozialdienstes Unteramt nichts mehr im Weg – dieser wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Zweckverband organisiert sein. Weiterhin für alle Gemeinden handhaben wird der Zweckverband Sozialdienst Bezirk Affoltern die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb).
Mit den Austritten aus dem Teilbereich Sozialdienst von Affoltern und den Unterämtler Gemeinden Bonstetten, Wettswil und Stallikon stellt sich die Frage, wie der bereits seit 50 Jahren bestehende Zweckverband reorganisiert und für die Zukunft fit gemacht werden kann.


