Wiedereröffnung gegen Ende September
Restaurant Post in Rifferswil: grosses Interesse am «Pre-Opening» im fertig gestellten Gasthaus
Am Anfang war ein Schock: Die letzte von ursprünglich fünf Dorfbeizen in Rifferswil stand zum Verkauf – zur Umnutzung in Eigentumswohnungen. Das Wirtepaar Rolf und Maria Meier plante Ende 2013 in Pension zu gehen, Nachfolger hatten sie in zwei Jahren keinen gefunden. Zu gross war die Schere zwischen dem Wert der Liegenschaft und den Gewinn-Aussichten in der Gastronomie.
Entsprechend war eine kreative Lösung gefragt. Es formierte sich eine Interessengemeinschaft und noch 2013 gelang es, eine Genossenschaft zu gründen, mit dem Ziel, die Liegenschaft zu kaufen und weiter zu führen. «Das ‹Pöschtli› war schon immer mehr als eine Beiz», begründetMarianne Roth den grossen Einsatz. So sei hier seit je der so wertvolle Austausch zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten gepflegt worden.
Neue Erschliessung
Entsprechend liess es sich die Genossenschaft rund vier Mio. Franken kosten, die Liegenschaft zu sanieren. Handlungsbedarf bestand primär bei der Erschliessung. Diese sei der Feuerpolizei schon lange ein Dorn im Auge gewesen, so Architekt Oliver Guntli. Vom ebenerdigen Seiteneingang führen neu ein Treppenhaus und ein Lift in den Wohntrakt. Zuoberst liegt praktisch unverändert eine grosszügige Wohnung auf zwei Geschossen. In der niederen Etage zwischen Wohnung und Gaststube sind ein Studio und fünf ansehnliche Hotelzimmer mit Parkettboden entstanden. PächterVitto Laubscher will sie mit Schweizer Betten möblieren, dazu Matratzen, die alle zwei Jahre komplett gewaschen werden.
«Was ich selber nicht mag, das will ich auch den Gästen nicht antun», so Laubscher. Entsprechend setzt er auch in der Küche auf regionale und biologische Zutaten. Voraussichtlich gegen Ende September will der Wirt in Rifferswil loslegen. Geplant ist ein «Soft-Opening». Vitto Laubscher erklärt: «Wir machen die Türe auf, dann gibt es am ersten Tag ein Menü, am zweiten Tag zwei, am dritten drei...» Ein besonderes Erlebnis fürs Auge, die Nase und den Gaumen verspricht der «Chef’s table»: Vom Tisch in der Küche lässt sich die Zubereitung der Speisen live mitverfolgen.
Genossenschafter willkommen
Ein «sozio-kultureller Hotspot» solle es werden das «Pöschtli», so die Vision von Marianne Roth. Entsprechend wurden im Saal die Voraussetzungen für künftige Kultur-Veranstaltungen geschaffen. Im Bereich des Nebeneingangs plant der Wirt ein Café, in welchem etwa Frauen mit Kindern ihren Cappuccino, Caffè Latte oder Tee trinken können. Auf nächsten Frühling hin wird dann auch die Gartenwirtschaft bereit sein.
Die Stammgäste des alten «Pöschtli» wird es freuen, dass nach wie vor die Jasskarten-Bemalung die Gaststube ziert. Ja, sogar die drei Kachelöfen in der Gaststube und der ehemaligen Post wurden instandgestellt. Besonders augenfällig wird die Kombination von Tradition und Moderne im Bereich des neu geschaffenen Nebeneingangs – mit der rustikal belassenen Holzwand zum einstigen Stall hin.
Auf knapp 4 Mio. Franken war der Umbau budgetiert. Weil kurzfristig noch der Ausbau des Saals und der Lift dazukamen, fielen die Kosten etwas höher aus. Entsprechend sucht die Genossenschaft weitere Mitglieder und knapp 140000 Franken zusätzliches Kapital. Gut investiertes Geld, lässt sich die Dividende doch veressen...








