«Zum Genusspaket gibt es einen Barista-Workshop dazu»

Säuliämtler Unterstützung für kolumbianische Kleinbauernfamilien

Christian Reichenbach unterwegs mit der Analogkamera in Kolumbien. (Bild Harol Javier Sosa)

Christian Reichenbach unterwegs mit der Analogkamera in Kolumbien. (Bild Harol Javier Sosa)

Nach einem langen Arbeitstag rastet einer der Dezalé-Kleinbauern auf einer Bergkuppe. Im Sack befinden sich tausende, einzeln gepflückte, getrocknete Kaffeebohnen. (Bild Christian Reichenbach)

Nach einem langen Arbeitstag rastet einer der Dezalé-Kleinbauern auf einer Bergkuppe. Im Sack befinden sich tausende, einzeln gepflückte, getrocknete Kaffeebohnen. (Bild Christian Reichenbach)

Die hoch gelegenen, steilen Täler der kolumbianischen Anden bieten optimale klimatische Bedingungen für das Wachstum von Kaffee, der regelmässige, jedoch kühle Temperaturen benötigt. Verkehrstechnisch fast nicht erschlossen, werden sie von Kaffeebauern bewohnt, die ihren Kaffee in Mischkulturen, nur mit natürlichem Dünger, nachhaltig anbauen.

Diese Bauern produzieren hochwertigsten Kaffee, da sie jedoch in ihren Familienbetrieben für sich arbeiten, erhalten sie von den Exporteuren keine fairen Preise.

Ohne Zwischenhändler stimmen die Preise für Hersteller und Konsument

Dieser Missstand fiel dem nach Kolumbien ausgewanderten Schweizer Hansruedi Auer-Lopéz auf und er gründete 2001 die Kooperative Dezalé, welche den Bauern für ihren Kaffee 150 bis 170 Prozent des üblichen Marktpreises bezahlt und den Kaffee ohne Zwischenhandel in die Schweiz verschifft. Heute sind 45 Familienbetriebe am Projekt beteiligt und liefern ihren Kaffee exklusiv an acht Röstereien in der Schweiz. Eine davon ist Diamantkaffee in Hausen, bei der Geschäftsführer Armin Vollenweider dem Charakter des Spezialitätenkaffees Rechnung trägt und bei der Röstung berücksichtigt.

Kaffee ist kein anonymes Industrieprodukt

Der Hausemer Fotograf Christian Reichenbach hat die Kaffeebauern der Dezalé-Kooperative auf seiner letzten Kolumbienreise besucht und ihren Alltag mit einer alten Analogkamera in eindrücklichen Schwarz-weiss-Bildern festgehalten. «Ich war unglaublich beeindruckt von der aufwändigen und nachhaltigen Arbeitsweise dieser Bauern. Nach meinem Besuch vor Ort habe ich mich deshalb entschieden, etwas zur grösseren Bekanntheit des Projekts beizutragen. Das Engagement von Hansruedi Auer-Lopéz hat mich motiviert, diesen Bildband zu machen. Zuerst wollte ich nur 20 Exemplare für die Bauern vor Ort machen. Dann sind das Projekt und die Ansprüche jedoch stetig gewachsen und jetzt ist ein einzigartiger und hochwertiger Bildband druckbereit. Dieser ist Mittel zum Zweck, zu sensibilisieren und die Bekanntheit der Dezalé-Kooperative zu erhöhen», erläutert Christian Reichenbach.

Er begann deshalb mit der Planung des Bildbandes «Dezalé – Café de origen», der nicht nur die Arbeit der Kleinbauern zeigt, sondern der aufwändigen Produktion von Spezialitätenkaffee auch ein Gesicht geben soll. Ziel ist es, die Bekanntheit der Dezalé-Kooperative zu erhöhen. Christian Reichenbach erklärt: «Ein fairer Lohn für die Arbeit der Dézale-Kaffeebauern ist enorm wichtig. Denn so erhalten die stolzen Bauern Wertschätzung für die geleistete Arbeit.»

Kaffee zubereiten will gelernt sein

Das Projekt geht nun in die entscheidende Phase, denn alle bisherige Arbeit wurde unentgeltlich mit befreundeten Idealisten realisiert, die Druckkosten müssen jedoch noch finanziert werden. «Ich habe mich deshalb entschieden, aus der Not eine Tugend zu machen und über die Crowdfunding-Plattform wemakeit.com für das Projekt zu sammeln», erzählt Christian Reichenbach.

Auf wemakeit.com können verschiedene Angebote gebucht werden, zwischen 25 und 350 Franken. Bereits ab 35 Franken gibt es «Dezalé»-Kaffee dazu. Ab 100 Franken bekommt man das druckfrische und nummerierte Buch, versehen mit einer individuellen Widmung. Für 200 Franken gibt es Kaffee und ein Buch für den Käufer sowie eines für den Bauern. Für 350 Franken gibt es das komplette Genusspaket mit Barista-Workshop, damit der Kaffee auch optimal zubereitet werden kann.

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