Zwei neue Kandidatinnen für den Gemeinderat Kappel

Im ersten Wahlgang wurden in Kappel erst drei von fünf Sitzen im Gemeinderat besetzt. ­Mittlerweile steht fest, wer sich für den zweiten Wahlgang vom 15. Mai aufstellen lässt.

Bea Wüest. (Bild zvg.)

Bea Wüest. (Bild zvg.)

Lilo Steinmann. (Bild zvg.)

Lilo Steinmann. (Bild zvg.)

Martin Hunkeler, Renzo Küttel und ­Jakob Müller – sie wurden im ersten Wahlgang in den Gemeinderat Kappel gewählt. Die restlichen Kandidierenden verpassten das absolute Mehr für den vierten Sitz und auch das Primarschulpräsidium, das von Amtes wegen im ­Gemeinderat vertreten ist, ist noch ­vakant.

Von den Nichtgewählten holte die amtierende Liegenschaften- und Sicherheitsvorsteherin Heidi Hui noch am meisten Stimmen. Zum zweiten Wahlgang will sie nun allerdings nicht mehr antreten: «Ich blicke insgesamt dankbar zurück auf acht Jahre Tätigkeit als ­Gemeinderätin», sagt sie. «Zahllose positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von Personen, für die ich im Ressort zuständig war, bestärkten mich stets von Neuem in der Gewissheit, das getan zu haben, was situativ angemessen war. Nun freue ich mich, mich wieder stärker meinen privaten Bedürfnissen zu widmen.»

Ein Mann und zwei Frauen

Auch die Namen von Christa Falkensammer und Salvatore Nava werden auf dem Beiblatt für den zweiten Wahlgang nicht aufgeführt sein. Als einziger Nichtgewählter aus dem ersten Wahlgang tritt Werner Lüthi wieder an: «Wir haben uns als Gruppe zur Verfügung gestellt. Schade, dass das nicht geklappt hat, aber das ist halt Politik», zieht der Landwirt ­Zwischenbilanz. «Es freut mich sehr, dass Martin Hunkeler Gemeinde­präsident wird», betont Lüthi. Aber auch mit Jakob Müller habe er kein Problem: «Wir waren zusammen in der Feuerwehr und sind gut zusammen klar­gekommen.» Im zweiten Wahlgang will er mit seiner Vernetzung punkten, zumal seine Gegenkandidatinnen nicht allen bekannt sein dürften.

Eine dieser Gegenkandidatinnen ist Lilo Steinmann. «Mir ist es wichtig, dass der Gemeinderat vielfältig zusammengesetzt ist. Daher möchte ich gerne meine Kompetenzen und Erfahrungen der Gemeinde zur Verfügung stellen», begründet sie ihre Kandidatur. Als Ziele bezeichnet sie eine hohe Lebensqualität für alle Einwohnerinnen und Einwohner sowie eine intakte Umwelt. Zudem solle die Gemeinde Kappel weiterhin finanziell gesund dastehen. Weiter will sie eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Behörde, zusammen mit der Verwaltung und natürlich der Einbezug der unterschiedlichen Anliegen der Bevölkerung. «Ich bin unabhängig, in der ­Gemeinde verankert und bringe viel Fachwissen im Bereich Soziales und Gesundheit mit», so die Kandidatin über sich. Aufgrund ihres beruflichen Werdegangs sei sie es gewohnt, sich schnell und exakt in komplexe Themen einzuarbeiten. «Meine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen und Gruppen sowie ­meine klare, aber auch lösungsorientierte Art sind weitere Fähigkeiten, die ich mitbringe», so Lilo Steinmann.

Die andere Kandidatin ist Bea ­Wüest. Sie sei von verschiedenen Leuten ermuntert worden und ist überzeugt, dass eine Frau in den Gemeinderat sollte. «Ich bin eine umgängliche und zuverlässige Person, sehr verwurzelt in Kappel, und bringe viel Lebenserfahrung mit», beschreibt sich die Bäuerin und Mutter von drei erwachsenen Kindern selbst. «Ich würde mir gerne und mit Freude Zeit nehmen für das Amt», hält sie fest, «möchte eine wohlwollende ­Anlaufstelle sein für Anliegen der Bevölkerung.» Als Gemeinderätin möchte sie sich dafür einsetzen, dass Kappel seinen ländlichen Charakter bewahrt und eigenständig bleibt. Ihr Ziel ist ein lebendiges Dorf, in dem man einander kennt, sich gegenseitig grüsst, aber auch tolerant ist und einander leben lässt.

Team-Entscheid für die Kandidatur

Alle fünf Schulpflege-Sitze vergeben, aber die einzige Kandidatin fürs Präsidium hat die Wahl verpasst – so die ­Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang ums Primarschulpräsidium. «Wir sind alle sehr motiviert für die Arbeit in der Schulpflege», stellt Edi Theiler, der als Einziger auf dem Beiblatt aufgeführt sein wird, klar. Den zusätzlichen Aufwand fürs Präsidium habe allerdings niemand der nun Gewählten angestrebt. Dass er sich für das Präsidium zur Wahl stellt, und dass Florian Christen seine Stellvertretung übernimmt, bezeichnet ­Theiler als Team-Entscheid. Ein Team-Entscheid, der sich für ihn gut anfühle, auch wenn er sich nicht in den Vordergrund drängen wolle. Dass ihm im ­ersten Wahlgang 55 Personen die Stimme fürs Präsidium gaben, obwohl er sich dafür gar nicht zur Verfügung gestellt hatte, sei auch ein Faktor gewesen.

Ein Kandidat für einen Sitz – die Wiederwahl von Thomas Abt in die Rechnungsprüfungskommission dürfte nur Formsache sein. Ins Rennen gebracht hatte er sich bereits vor dem ­ersten Wahlgang, damals allerdings zu spät, um noch auf dem Beiblatt ­vermerkt zu werden. Nun sollte es allerdings ­klappen.

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