Tamara Pérez verabschiedet sich von «Das Zelt»
Die Hedinger Sängerin durfte mit auf die «Merci Tour» der Migros
Der Tag von Tamara Pérez beginnt früh. Um acht Uhr fährt sie zusammen mit ihrem besten Freund Riccy Rodrigues von Hedingen zur letzten Location von «Das Zelt – Young Artists». Seit Februar dieses Jahres ist die Sängerin und Songwriterin mit talentierten Artistinnen und Artisten aus dem In- und Ausland unterwegs. Die «Merci Tour» der Migros macht in 15 verschiedenen Städten halt. Die Stimmung im Auto zur Location des Zelts – vis-à-vis dem Stade de Suisse im Berner Wankdorf-Quartier – ist prächtig. Es wird neue Musik ausgetauscht, gesungen und gelacht. Von Nervosität keine Spur. «Heute kommt ein grosser Teil meiner Familie die Show besuchen, da es die letzte ist in dieser Form. Vielleicht werde ich also kurz vorher doch noch ein bisschen nervös», schmunzelt Pérez zufrieden.
Familiäres Umfeld und Routinen
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens plante die Migros mit «Das Zelt» die «Merci Tour» durch die Schweiz. Die Preise der Tickets für die Veranstaltungen hat die Migros auf neun Franken festgelegt. So viel kostete eine Theaterkarte in der Stadt Zürich im Jahre 1925. Für Tamara Pérez waren die Shows bei «Das Zelt» eine ganz neue Erfahrung. «Das war mal etwas anderes für sie», erzählt ihr Bruder Raul Pérez, «sie stellte über Monate hinweg dieselbe Performance vor, hatte mit ihrer Stimme eine Präsenz und begleitete dabei zum ersten Mal Künstlerinnen und Künstler.» Auf der Bühne stand Tamara Pérez mit Cedric (18) und Yael (16) Haldimann aus Basel. Das Geschwisterpaar begeistert das Publikum mit seinen farbigen Kostümen und der akrobatischen Darbietung aus der Luft mit zwei Bändern – den sogenannten Strapaten. Voller Harmonie und mit viel Vertrauen ineinander schwebten die beiden jungen Talente zu Adeles Song «Love in the Dark», gesungen von Tamara Pérez, durch die Luft. Am letzten Tag der Tour in Bern fanden noch zwei Shows statt. Eine Nachmittags- sowie eine Abendvorstellung, moderiert von der Westschweizer Moderatorin Mélanie Freymond.
Die Stimmung hinter der Bühne ist angenehm und familiär. Man merkt, dass die Artistinnen und Artisten sich über mehrere Monate kennenlernen konnten. Geplaudert wird dabei in vielen verschiedenen Sprachen. Nebst Deutsch und Englisch wurde backstage viel Spanisch, Italienisch und Französisch gesprochen. Etwa 90 Minuten vor der ersten Aufführung genossen die Artistinnen und Artisten gemeinsam ein Mittagessen am grossen Tisch. Laufend verschwinden einzelne in die Container, um sich zu schminken und aufzuwärmen. Lampenfieber scheint kein Thema zu sein, auch bei Tamara Pérez nicht. «Ich bin so relaxt und freue mich. Das ist nicht bei jeder Show so, aber wir haben hier eine Routine», erzählt sie zwischen zwei Pinselstrichen am Schminktisch. Vor der ersten Show wurden noch die letzten Knuddel verteilt und Anweisungen befolgt, bis es um 14.30 Uhr endlich pünktlich losging. Das Zelt war voll und die Laune hervorragend – vor und auch hinter der Bühne. Die Auswahl an Talenten für die «Merci Tour» war breit. Für die Lachmuskeln war Comedian Joël von Mutzenbecher dabei, welcher mit seiner charmanten, selbstironischen und lustigen Art, Klein und Gross abholte. Für einen atemberaubenden und beeindruckenden Auftritt sorgten die portugiesischen Brüder Días Brothers. Rubén und Iván stammen aus der fünften Generation ihrer Zirkusfamilie. Ihr Gebiet sind die ikarischen Spiele – einen Teilbereich der Partnerakrobatik. Der ältere Bruder liegt dabei auf dem Rücken und schleudert seinen jüngeren Bruder auf seinen Füssen durch die Luft. Ein spektakulärer Nervenkitzel. Einige der jungen Artistinnen und Artisten stammen aus Zirkusfamilien oder sind mindestens damit schon aufgewachsen. So auch die 15-jährige Perla Colombaioni, welche mit ihrer unglaublichen Fussjonglage – auch Antipoden genannt – dynamisch und voller Leidenschaft performt. Für magische Momente auf der Bühne sorgte das Trio Magic Boys, das aus den Brüdern Henry und Samy (14) und ihrem Kumpel Diego (15) besteht. Die jungen Zauberer durften im Herbst 2023 ihren bisherigen Höhepunkt erleben, als sie mit den Ehrlich Brothers auf der Bühne stehen durften.
Emotionale letzte Show
Die Nachmittagsvorführung geht mit zufriedenen Gesichtern zu Ende. «Ich bin mega glücklich, aber auch langsam emotional. Heute Abend ist dann wirklich die letzte Aufführung», berichtet Tamara Pérez nach der ersten Show des Tages. Nun heisst es nochmals Zeit zusammen geniessen. Backstage wird viel geplaudert, gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Einige der Artistinnen und Artisten reisten bereits am nächsten Tag zurück zu ihren Familien, was den Abschied noch intensiver machte. Viel Zeit war dazwischen jedoch nicht. Wieder wird am langen Tisch zusammen gegessen und bald auch schon wieder die Kostüme angezogen und Schminke aufgefrischt. Die letzten Einwärmübungen wurden gemacht und das Outfit in die richtige Position gerückt, als es schliesslich das letzte Mal «Vorhang auf» hiess. Mit Freude und nochmals viel Energie zeigten die Artistinnen und Artisten, was sie können. Eine beeindruckende und emotionale letzte Aufführung von «Das Zelt – Young Artists» ging am 20. Dezember zu Ende. Viele Umarmungen, die letzten gemeinsamen Bilder und viele Emotionen waren backstage bei einem Apéro zu beobachten. Für Tamara Pérez nicht einfach: «Wir werden uns nie wieder alle zusammen in dieser Form treffen. Ich werde bestimmt Kontakt halten zu einigen, aber diese Ära ist vorbei», fasst die Sängerin zwischen ein paar Freudentränen zusammen.








