Werkstoff Holz in vielen Ausführungen

Die Schreinerei Frick in Obfelden setzt auf bodenständiges Handwerk

Für Christa und Bernhard Frick ist der respektvolle Umgang mit Mitarbeitenden und Kundschaft die Basis für ihren Erfolg. (Bild Regula Zellweger)
Für Christa und Bernhard Frick ist der respektvolle Umgang mit Mitarbeitenden und Kundschaft die Basis für ihren Erfolg. (Bild Regula Zellweger)

Ob Neubau, Umbau oder Reparaturen – Bernhard Frick und sein Team verstehen jeden Auftrag als individuelle Herausforderung und freuen sich, passgenaue Lösungen zu finden. Die zehn Mitarbeitenden verfügen einerseits über langjährige Berufserfahrung und fundierte Weiterbildungen, andererseits über Freude am Tüfteln und ein hohes Mass an Kreativität.

Zudem stehen moderne Werkzeuge und Maschinen, beispielsweise eine CNC-Fräse, für professionelles, zeitgemässes und effizientes Arbeiten zur Verfügung.

In Obfelden aufgewachsen

Bernhard Frick wuchs als Bauernsohn im ländlich geprägten Obfelder Dorfteil Wolsen auf und lebt auch heute mit seiner Familie dort in einem liebevoll renovierten Bauernhaus. Im Berufswahlalter interessierte er sich für die Berufe Werkzeugmacher und Maurer, also Technik und Bau. Das Schreinerhandwerk findet teilweise auf dem Bau statt und verlangt heute auch eine ausgeprägte Affinität zur Technik. Ausschlaggebend für seine Berufswahl war die Begeisterung für den Modellflugzeugbau. Dieses Hobby brachte ihn schliesslich zum Werkstoff Holz.

1979 begann er seine Schreinerlehre bei der Schreinerei Locher in Zwillikon. Bis 1995 war die Schreinerei im Besitz der Familie Locher. Schliesslich konnte Bernhard Frick den Betrieb übernehmen, die Firma wurde in Schreinerei Frick AG umbenannt. Als Inhaber zeichnen Christa und Bernhard Frick verantwortlich. 1998 lernte Bernhard Frick seine Frau kennen. Sie trat bald als kaufmännische Angestellte ins Unternehmen ein und ist heute noch für die Buchhaltung und das Personalwesen zuständig. In Zwillikon waren die Räumlichkeiten gemietet. Christa und Bernhard Frick entschlossen sich, eigene Firmengebäude zu bauen, und fanden Bauland am Ortsausgang von Obfelden Richtung Ottenbach. Im vergangenen Jahr hätte das 30-Jahre-Jubiläum gefeiert werden können. Christa Frick lacht: «Das haben wir völlig verpasst. Vielleicht feiern wir 2028 die Schnapszahl – 33 Jahre Schreinerei Frick.»

Förderung des Nachwuchses

Nachwuchsförderung ist Bernhard und Christa Frick ein grosses Anliegen. Björn Peterson absolvierte seine Lehre bereits in der Schreinerei Frick und ist heute als Lehrlingsverantwortlicher tätig. Alle zwei Jahre beginnt ein neuer Lernender im Betrieb, die Lehre dauert vier Jahre.

Die Schreinerei Frick engagiert sich im Gewerbeverein Obfelden und bietet im Rahmen der Berufsinformations-Vormittage für Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Ottenbach und Obfelden Betriebsbesichtigungen an. Die am Schreinerberuf interessierten Jugendlichen fertigen an diesem Morgen einen Holzwürfel an. Auch Schnupperlernende werden praxisnah in den Schreinerberuf eingeführt.

Besonders freuen sich Christa und Bernhard Frick darüber, dass ihr Sohn Adrian heute als ausgebildeter Schreiner im Betrieb tätig ist, als Werkstattleiter Verantwortung übernimmt und mit seinem technischen Flair, beispielsweise als CNC-Maschinist, frischen Wind ins Unternehmen bringt. CNC-Maschinen, Computerized Numerical Control, sind Werkzeugmaschinen, die durch den Einsatz von Steuerungstechnik in der Lage sind, Werkstücke mit hoher Präzision auch für komplexe Formen automatisch herzustellen. Noch ist Bernhard Frick nicht bereit für die Pensionierung, doch es ist beruhigend für das Unternehmerpaar zu wissen, dass der Sohn dereinst die Firma übernehmen wird.

Bernhard Frick versteht Nachhaltigkeit pragmatisch. Deshalb führt er mit Überzeugung auch Reparatur- und Wartungsdienste aus. Reparaturen lohnen sich eher bei hochwertigen Möbeln, vor allem auch bei solchen, mit denen man sich emotional verbunden fühlt. Auch wenn es keine explizite Antik-Schreinerei ist, kann man alte Möbel vertrauensvoll wiederherrichten lassen.

Geheizt wird der Gebäudekomplex mit Abfallholz, möglicher Ausstoss von Schadstoffen wird regelmässig überprüft.

Vielfalt der Materialien

Bei Türen setzt die Schreinerei Frick auf höchste Qualität. Türen mit Zargen werden insbesondere bei Altbauten massgefertigt. So vielfältig die einzelnen Aufträge sind, so vielfältig sind auch die Materialien: «Wir fühlen uns nicht ausschliesslich dem Werkstoff Holz verpflichtet. Je nach den Erfordernissen verarbeiten wir verschiedene Kunststoffe, Stein, Glas oder Metall in Kombination.»

Familiär, respektvoll

«Bei den Neubauten ist die Auftragslage zurzeit sehr gut», meint Bernhard Frick. Wie in jeder Branche gibt es Schwankungen, die bei Bedarf mit Temporärarbeitenden aufgefangen werden. Die Zeitpläne müssen insbesondere bei Neubauten strikt eingehalten werden, denn hier arbeiten Schreiner eng mit zahlreichen anderen Handwerksberufen zusammen.

Dazu ist es für KMU unabdingbar, regional verankert und gut vernetzt zu sein. Neben der langjährigen Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern engagieren sich Christa und Bernhard Frick auch gesellschaftlich in Obfelden: Christa Frick seit zwölf Jahren als Schulpflegerin, Bernhard Frick unter anderem als Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft Landi Obfelden, zu der auch der Volg Obfelden gehört.

Auf der Webseite ist zu lesen: «Unser Unternehmen setzt sich aus einem jungen Team motivierter Macher zusammen. Wir lieben unsere Handwerkskunst und das merkt man uns an.» Stimmt.

Die Schreinerei Frick ist ein solides Familienunternehmen mit flacher Hierarchie. Der Zusammenhalt im Team wird gepflegt – mit Feierabendbier, Grillabenden und einem jährlichen Ausflug. Für den leidenschaftlichen Handwerker Bernhard Frick ist ein gutes Betriebsklima die Basis für nachhaltigen Erfolg.

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