Das «Kaeng Sup Thai» belebt mitThai-Küche den Freihof Knonau
Wie aus einer Anfrage der Gemeinde ein Pop-up-Restaurant mit Herz und Geschmack entstand

Es begann mit einer ‹informellen› Anfrage der amtierenden Gemeindepräsidentin von Knonau, Esther Breitenmoser: «Kannst du nicht auch mal so etwas Cooles in Knonau machen?» Die Angesprochene, Ella Vogt, musste nicht lange überlegen. Sie führt seit vielen Jahren das Strandbad in Hünenberg See, und die Anfrage aus Knonau bot ihr die Gelegenheit, während der Wintermonate ein «Pop-up-Restaurant» zu betreiben und so ihre Mitarbeitenden ganzjährig zu beschäftigen.
Thai statt Traditionsküche
Schnell war klar, dass es kein weiteres Restaurant mit klassischer schweizerischer Küche werden sollte. Gesucht war vielmehr ein Angebot mit leichter, moderner Küche, das auch heutigen Ernährungsbedürfnissen entspricht: gluten- und laktosefrei, vegetarisch oder vegan. Die thailändische Küche erfüllt diese Anforderungen weitgehend, und ausserdem ist Ella Vogt durch zahlreiche Südostasien-Aufenthalte bestens mit ihr vertraut. Zudem arbeitet sie bereits im Strandbad Hünenberg See schon länger mit der thailändischen Köchin Oh Dallavalle zusammen. Und so eröffnete am 30. November 2025 im ehemaligen Restaurant Freihof in Knonau das «Kaeng Sup Thai/Restaurant Freihof».
Drei Frauen – ein starkes Team
Pächterin des Restaurants (ebenso wie des Strandbads Hünenberg See) ist die Elmo Gastro GmbH von Ella Vogt. Seit diesem Jahr ist Regula Strebel Teilhaberin und Co-Geschäftsführerin. Sie ist vor allem im Service tätig, die Küche verantwortet Oh Dallavalle und Ella Vogt springt ein, wo es sie braucht. Die drei Frauen verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, die im «Kaeng Sup Thai» nun kumuliert.
Von Nigeria ins Säuliamt
«Wir kamen im Februar in die Schweiz, ich musste alle meine Tiere zurücklassen und juckende Strümpfe tragen», erinnert sich Ella Vogt an ihre ersten Eindrücke von der neuen Heimat. Geboren wurde sie 1962 in Kaduna in Nigeria als drittes Kind eines Webermeisters aus Affoltern und einer italienischen Mutter aus der Cinque Terre. Sie war sieben Jahre alt, als die Familie zurück in die Schweiz nach Affoltern zog, wo auch die Grosseltern und die älteren Geschwister lebten. Die Eingewöhnung fiel nicht leicht, auch weil sie dreisprachig aufgewachsen war und sich zwischen den Welten der Eltern bewegte. Irgendwann fiel der väterliche Entscheid: «Wir sprechen jetzt Schwyzerdütsch.»
Ella Vogt besuchte in Affoltern die Schule, begann eine Lehre als Detailhandelsverkäuferin, gründete dann aber früh eine Familie. Mit zweiundzwanzig war sie bereits dreifache Mutter und in den folgenden Jahren Hausfrau. Mit dreissig folgte der berufliche Neustart. Sie erwarb das Wirtepatent und führte verschiedene Gastrobetriebe im Raum Zürich. Mitte dreissig dann die nächste Zäsur: Sie brach aus ihrem gewohnten Leben aus, reiste durch Südostasien und absolvierte eine Ausbildung als Tauchlehrerin. Danach war klar: «Ich hasse den Schweizer Winter!» Fortan organisierte sie ihr Leben so, dass sie im Sommer in der Schweiz arbeitete und die Winter in Südostasien, vor allem auf den Philippinen, verbrachte. Möglich wurde dies durch verschiedene Jobs und auch dadurch, dass sie 2006 mit ihrem damaligen Lebensgefährten die Badi Obfelden übernahm.
Begegnungen, die prägen
In der Badi Obfelden lernte Ella Vogt 2008 auch Regula Strebel kennen, die dort als Badewache arbeitete. 2009 bot sich Regula Strebel die Gelegenheit, das Strandbad Hünenberg See zu übernehmen. Als ihr kurz darauf der Koch absprang, fragte sie Ella Vogt, ob sie einspringen könnte. So kam Ella Vogt erstmals in das Seebad nach Hünenberg. Als dann Regula Strebel 2012 den Storchen Mühlau kaufte und betrieb, «erbte» Ella Vogt das Seebad Hünenberg See.
In den folgenden Jahren wurde Regula Strebel zur bekannten «Storchen Regi» und Ella Vogt zur prägenden Figur des Standbads Hünenberg See.
Wendepunkt Pandemie
Der Beginn der Corona-Pandemie war eine grosse Zäsur für die Gastronomie. Oh Dallavalle lebte damals mit ihrem schweizerischen Ehemann, einem IT-Fachmann, in Thailand. Wie für viele, war dies für die Familie Dallavalle der Moment der Rückkehr in die Schweiz. Seit April 2021 arbeitet sie für Ella Vogt. Für Regula Strebel brachte die Pandemie wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie entschied sich, den Storchen zu schliessen. Ella Vogt hingegen führte das Strandbad, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, weiter.
Wo alles zusammenkommt
Das «Kaeng Sup Thai» ist nun das Projekt, in dem diese Lebenswege zusammenfinden. Dass hier grosses Vertrauen und viel Sympathie im Team herrschen, spürt man als Gast sofort. Neben den drei Hauptverantwortlichen arbeiten noch zwei weitere Aushilfen im «Kaeng Sup Thai».
Mittags wird ein Buffet mit vier verschiedenen Gerichten angeboten, die am Tisch serviert werden. Das Abendbuffet umfasst dann sechs verschiedene Speisen, zusätzlich gibt es einen Vorspeisenteller sowie ein Dessert. Natürlich kann man auch nur ein einzelnes Gericht bestellen. Alle Gerichte auf der Karte sind auch im Take-away oder im Delivery erhältlich. Neben dem Restaurant mit authentischer Thaiküche bietet das «Kaeng Sup Thai» im ersten Stock noch ein Spielzimmer mit Dartspiel, einem Töggelikasten, einem Flipper sowie einer Jukebox an. Auch ein Sitzungszimmer für bis zu acht Personen steht für Treffen zur Verfügung.


