«Abends entstehen meine kreativen Projekte»
Manuela Lentini ist Floristin und arbeitet zurzeit als Klassenassistentin

Der Stand fiel am Adventsmarkt Anfang Dezember auf. Man musste einfach stehen bleiben und hinschauen. Es gab so viel zu sehen: hübsche, kreative Geschenk- und Dekoartikel, ansprechend präsentiert. Hinter dem Stand strahlten zwei fröhliche Frauen die Kundschaft an: Manuela Lentini und ihre Freundin Andrea Gujan. Sie betonten: «Diese Dinge haben wir alle selber kreiert oder zusammengestellt.»
Bauernhof im Dorf
Inzwischen ist es bald Frühling geworden. Bei einem Drink erzählt Manuela Lentini von sich und ihrer kreativen Leidenschaft. «Ich bin in Zwillikon aufgewachsen und nie wirklich von dort weggekommen. Vor der Heirat hiess ich Frei, wie viele in Zwillikon.» Sie lacht. Ihr Grossvater hatte einen Bauernhof im Dorf. Sie wuchs ohne Geschwister auf und verbrachte viel Zeit bei ihm im Stall oder im grossen Bauerngarten. Die ländliche Bodenständigkeit hat sie mit in ihr Leben genommen. «Ich vermittle das auch meinen drei Kindern, die nun alle im Schulalter sind. Wir verbringen gerne zusammen unsere Freizeit draussen, im eigenen Garten, in der Natur. Das Handy bleibt dann zu Hause.» Auch in den Ferien müsse es keine Fernreise sein. «Wir geniessen im Sommer regelmässig mehrere Tage in einem einfachen Maiensäss im Bündnerland. Dort kochen wir auf dem Holzherd und holen das Wasser am Brunnen.»
Manuela Lentini war schon als Jugendliche gerne kreativ tätig. «Ich gestaltete gerne Dekorationen und hatte immer Freude am Basteln. Mein Berufswunsch stand schon früh fest.» Sie wollte Floristin werden, fand auch eine Lehrstelle und war nach dem Lehrabschluss im erlernten Beruf tätig. «Eine Weile führte ich mit einer Kollegin sogar mein eigenes Blumengeschäft in Affoltern.» Als sie Mutter wurde, zog sie es aber vor, als Angestellte zu arbeiten.
Aktuell ist Manuela Lentini jedoch in einem anderen Umfeld tätig. «Ich wollte mal noch etwas anderes tun und landete in der Schule.» Sie ergänzt schmunzelnd: «Obwohl ich selber nie wirklich gerne zur Schule ging.» Einerseits ist sie für Reinigungsarbeiten zuständig. Andererseits füllt ihre Aufgabe als Klassenassistenz im Kindergarten und in einer fünften Klasse nicht nur ihre Woche, sondern auch ihr Herz aus. Begeistert berichtet sie von ihrer Unterstützung für die Lehrkräfte und die Kinder. «Ich liebe die Arbeit mit den Kindern. Es ist sehr bereichernd zu erleben, wie diese kleinen Menschen sich entwickeln. Es macht riesig Spass, mit ihnen zu lernen, zu spielen und zu lachen.» Ihre Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und vielfältig. «Ich helfe den Kleinen zum Beispiel beim Anziehen der Schuhe, beim Erlernen der Zahlen, beim Basteln oder zeige, wie ein Stift oder eine Schere gehalten werden.» In der fünften Klasse begleitet sie verschiedene Kinder beim Lernen. «Ich springe mal hier und dort ein, wo es gerade nötig ist.» Ein besonderer Vorteil dieses Jobs seien ihre Arbeitszeiten. «Ich bin dann engagiert, wenn meine eigenen Kinder auch in der Schule sind. Am Mittag oder am freien Nachmittag bin ich zu Hause für sie da.»
Und ihre Kreativität? «Die hat natürlich auch noch Platz. Doch für mehr, wie vielleicht eine Vereinstätigkeit, reicht meine Kapazität nicht aus.» Ihr Garten sei für sie ein wichtiger Ort. «Dort verbringe ich meine Auszeiten. Ich liebe es, unser Gemüse, unsere Beeren und Früchte selber anzubauen und zu verarbeiten.» Zur Herstellung ihrer Geschenk- und Dekoartikel verwende sie auch Gegenstände aus der Natur oder vom Gonis Bastelbedarf, für den sie als Beraterin tätig ist. «Abends, wenn die Kinder im Bett sind, entstehen meine kreativen Projekte. Dann gehe ich in den Keller in mein Atelier und lebe mich in meinen Ideen aus.»
Hausgemachte Konfitüren
Ihre Artikel verkauft sie nicht nur an Märkten, sondern auch in Zwillikon in ihrem Höflädeli «MammaManü‘s», das sich gegenüber vom Schulhaus im alten Kuhstall ihres Grossvaters befindet. «Der Laden ist immer geöffnet und wird gerne besucht, wenn jemand ein Geschenk oder ein Mitbringsel braucht.» Sie zeigt der Besucherin ihr liebevoll eingerichtetes Lädeli, wo hausgemachte Konfitüren und Sirups, Kerzen in dekorativen Ständern, Wellnesspäckchen, Karten, Teemischungen und vieles mehr zur Auswahl stehen. «Bis dieser Text erscheint, hat hier Ostern Einzug gehalten und Frühlingsgefühle in den Raum gebracht», erklärt sie.
Ihre Kreativität ist an ihren Kindern nicht spurlos vorbeigegangen. «Sie beschäftigen sich alle auch gerne gestalterisch und haben Freude am Experimentieren mit verschiedenen Materialien.» Sie denkt kurz nach und ergänzt: «Natürlich hoffe ich, dass sie alle ihren Weg gut finden.» Das Wichtigste im Leben sei für sie nicht irgendwelcher Luxus. «Es gibt vieles, das entscheidender ist. Zum Beispiel, dass meine Kinder, meine Familie und ich gesund bleiben können.»


