Wo ist der Anfang der Sehnsucht?
Jüngst erschien das Erstlingswerk «Benutsboy» des Ämtler Autors Miguelangelo Mutti
Anfang Jahr erschien das Buch «Benutsboy» vom Mettmenstetter Autor Miguelangelo Mutti. Der spannende Roman mit Illustrationen des bekannten Cartoonisten Daniel Müller entführt in die Abgründe der Wirtschaft und in die Höhen der Lüfte. Protagonist Mark Miles soll die weltweit erfolgreichste Airline Gloobair retten, die plötzlich vor dem Konkurs steht. Dabei deckt er ein Netz von Machenschaften mit irrwitzigen Geschäftsmodellen auf, in das er sich am Ende selbst zu verfangen droht. Wäre da nicht sein 14-jähriger Sohn Simon, dessen liebste Lektüre die Peanuts sind. Der «Benutsboy» bringt mit seiner unbelasteten Art das ganze System zum Einsturz. Ob die Geschichte ein gutes Ende nimmt?
Skurrile Situationen und bizarre Wendungen wie bei Dürrenmatt
Autor Miguelangelo Mutti heisst eigentlich Miguele Angel Mutti und ist italienisch-spanischer Abstammung. Aufgewachsen in Spreitenbach, wohnt er seit 2008 im Knonauer Amt. Anfangs in Rifferswil und jetzt in Mettmenstetten. Geboren ist er 1965 in Baden. Er war über 20 Jahre im Banken- und Versicherungsbereich als Projektleiter und Qualitätsmanager im Einsatz. Jetzt ist er in der Schulverwaltung Affoltern tätig und als Kindercoiffeur und eben, in seiner Freizeit schreibt er. «Benutsboy» ist Muttis Erstlingswerk. Es sei der kleinste Bulletpoint auf seiner Bucket-List und doch hat er über 23 Jahre daran geschrieben.
Entstanden ist ein 408 Seiten starker, wirtschaftskritischer Roman, eine subtile Kritik am Kapitalismus und dem damit verbundenen Grössenwahn aus den Augen eines Kindes an der Schwelle zum Erwachsensein. Inspiriert zu dem Buch habe ihn damals das Grounding der Swissair im Jahr 2001, dort sei es auch ein gewisser Grössenwahn gewesen, der am Ende zum Untergang führte. Beim Schreiben liess Mutti sich von folgendem Grundgedanken leiten: «Wenn man Menschen unter extreme Existenzangst setzt, wozu sind sie fähig und was kann passieren?» Das führe im Buch zu teils skurrilen Situationen, die im Widerspruch zur normalen Business-Welt stünden, so Mutti. Nicht erstaunen tut es da, dass Friedrich Dürrenmatt sein Vorbild ist, dessen Werke von bizarren Situationen und ungewöhnlichen Wendungen leben. So finden sich auch in «Benutsboy» Situationen, in denen man sich an den Kopf greift und sich fragt, die müssen doch verrückt sein – «you must be nuts».
Auf der Suche nach dem Anfang der Sehnsucht
Gleichzeitig ist «Benutsboy» eine Geschichte über Familie und Beziehungen. Sei es die Beziehung zwischen Mark und seinem Sohn Simon, die wohl gar noch nie wirklich existierte und die im Verlauf der Geschichte wächst. Oder die Beziehung zwischen Mark und seiner Noch-Ehefrau Conny, die auf der Kippe steht. Die eine Beziehung scheint verloren, die andere gerade erst gefunden. Alle Titel der Kapitel beginnen mit B, da ihm aufgefallen sei, dass viele sehr wichtige Wörter mit B beginnen, nicht nur Benutsboy. Sein Lieblingswort mit B sei aber Bindung. Denn diese binde Menschen an Menschen und an den Boden und im Endeffekt an ihr Herz und ihre Werte, so Mutti. Aber der Untertitel des Buches «Lass los und geh an den Anfang deiner Sehnsucht», der steht doch im Gegensatz dazu? Jetzt wird Mutti philosophisch: «Das ist eine der grossen Fragen des Lebens. Die Leute haben vergessen, was am Anfang war und wonach sie sich sehnen. Wenn die Antwort ist, möglichst viel Geld zu verdienen, dann kommt man doch automatisch irgendwann zum Punkt, sich zu fragen, ob das wirklich alles ist.»
Für «Benutsboy» hat Miguelangelo Mutti zahlreiche Analysen von Wirtschaftskriminellen studiert, deren Ziel es war, möglichst viel Geld zu machen. Die Geschichte aber sei frei erfunden, erklärt der Autor, das Leben und die Details darin wahrscheinlich nicht, fügt er geheimnisvoll an. Das weckt die Neugierde. Was sei denn wahr daran? Mutti ist verblüffend ehrlich, er sei geschieden und es gehe ihm bis heute sehr nahe. Darum ist im Buch ein grosses Thema auch die Kommunikation zwischen zwei Personen. Womit ein Grundproblem von Mutti erkannt wäre: «Ich habe extrem viele Ideen.» Seiner Familie habe er gar damals versprechen müssen, keine dieser Ideen mehr umsetzen zu wollen. Aber von denen sprüht Miguelangelo Muttis Verstand noch immer geradezu über. Was denn als Nächstes anstehe? Ein weiteres Buch, aber das wolle er dann in 1,5 Jahren fertig haben, so der Autor lachend. Der grösste Bullet-Point sei aber das eigene Musical «Computerworld», an dem arbeitete Mutti schon seit 1998. Das greife er nun wieder auf.
Das Buch «Benutsboy» ist in stationären Buchhandlungen in folgenden Läden erhältlich: Bücher Scheidegger Buchhandlung, Bahnhofplatz 5, Affoltern; Buchhaus Lüthy, Balmer, Stocker im Shopping-Center Sihlcity in Zürich oder im Shopping-Center Zugerland in Steinhausen; Buchhandlung Bodmer, Stadelhoferstrasse 34, 8001 Zürich; Buchhandlung Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich. ISBN 978-3-907744-66-6, 408 Seiten, Simplo Verlag, Zürich 2026.
Oder direkt beim simplo Verlag online als Softcover oder E-Book bestellen: www.simplo.ch/c/benutsboy-kaufen, dort hat es auch Leseproben








