Challenge in der Challenge League
Interview mit dem Wettswiler Enea Heiniger, der bei Kriens in der zweithöchsten Schweizer Fussballliga spielt

Der 20-jährige Enea Heiniger tätigte seine ersten Fussballschritte beim FC Wettswil-Bonstetten. Wenig später wechselte er zum FC Zürich. Hier spielte er in den Nachwuchsteams bis zur U-19 und bestritt zudem drei Partien für die zweite Mannschaft des FCZ in der Promotion League. Im Juli 2024 wechselte er zum SC Kriens, wo er als Innenverteidiger zum Stammspieler avancierte und mit den Zentralschweizern kürzlich in die Challenge League aufstieg. Er verlängerte seinen Vertrag mit Kriens bis 30. Juni 2027. Enea Heiniger wohnt seit seiner Kindheit in Wettswil. Nebst dem intensiven Fussballsport studiert er zurzeit an der Fernfachhochschule Betriebsökonomie mit der Studienrichtung Sportmanagement.
«Anzeiger»: Enea, du hast beim FC Wettswil-Bonstetten mit dem Fussballspielen begonnen. Allerdings nur bis zu den Ea-Junioren. Welche waren deine weiteren Stationen?
Enea: Es folgte der FC Zürich, von der U-10 bis zur U-19. Seit exakt zwei Jahren bin ich beim SC Kriens.
Wie kam es zu diesem Riesenschritt?
Im Frühling 2024 konnte ich, da es für die U-21 des FC Zürich in der Promotion League um nichts mehr ging, für die letzten drei Spiele von der U-19 aus nach oben rücken. Dort hatte ich Gianluca Frontino als Trainer und ich konnte meine Chance nutzen. Er nahm mich dann im Sommer 2024 gleich mit zu seinem neuen Verein Kriens. Kurz gesagt: Es war eine glückliche Konstellation, die sich ergab – und die ich zu packen vermochte.
Wie viele Trainings bestreitest du mit Kriens pro Woche?
Aktuell absolviere ich, je nachdem, an welchem Tag unser Spiel stattfindet, zwischen fünf und sieben Trainings in der Woche.
Welche berufliche Ausbildung hast du absolviert?
Nach der Primarschule in Wettswil absolvierte ich die Kunst & Sport Sekundarschule in Zürich. Anschliessend machte ich an der United School of Sports das KV inklusive Berufsmatura. Aktuell studiere ich neben dem Fussball an der FFHS (Fernfachhochschule) Betriebsökonomie mit der Studienrichtung Sportmanagement.
Du spielst den Part des Verteidigers. Schon immer?
Früher beim FC Wettswil-Bonstetten im Ea spielten wir im berühmten «Tannenbaumsystem» (7er-Fussball, 3-2-1) eigentlich alle Positionen. Dies war auch später beim FC Zürich noch der Fall, ehe sich so in der U-13 meine Hauptposition im defensiven Mittelfeld als Sechser einpendelte. In der U-19 wurde ich dann von Umberto Romano zum Innenverteidiger umgeschult. Nun spiele ich meine vierte Saison auf dieser Position und bin sehr froh, dass ich damals zurückbeordert wurde.
Hattest du bereits mit gröberen Verletzungen zu kämpfen?
Neben einem Handgelenksbruch und einer argen Bänderverletzung am Sprunggelenk bin ich glücklicherweise von schweren Verletzungen verschont geblieben.
Welches ist dein bislang persönliches fussballerisches Highlight?
An erster Stelle steht sicherlich die gesamte vergangene Saison mit dem SC Kriens, die wir mit dem Aufstieg in die Challenge League krönten. Ein weiteres Highlight war 2023, als wir mit dem FC Zürich den Blue Stars FIFA Youth Cup gewinnen konnten.
Dir als Verteidiger gelangen in der Saison 2024/25 in 31 Spielen bemerkenswerte vier Tore. Auf welche Art?
Drei Tore erzielte ich per Kopf, eines mit dem Fuss.
Welcher war in deiner noch jungen Karriere der hartnäckigste oder beeindruckendste Gegenspieler?
Wenn man nach der Bekanntheit geht, muss ich Kenan Yildiz, gleicher Jahrgang wie ich, nennen. Er spielt aktuell bei Juventus Turin und ist türkischer Nationalspieler. Er ist einer von ein paar «Grossen», gegen die ich als 12-Jähriger spielen durfte und die nun irgendwo im Profifussball gelandet sind. In der jüngeren Vergangenheit fällt es mir schwer, jemanden zu nennen. Aus der Promotion-League-Zeit ist es vermutlich Omer Dzonlagic von Biel.
Hältst du dich an einen speziellen Ernährungsplan?
Grundsätzlich ja. Aber hie und da gönne ich mir selbstverständlich auch mal etwas.
79 Punkte aus 34 Spielen bei einem Torverhältnis von 100:43 – du bist mit Kriens nach einer Traumsaison in die Challenge League aufgestiegen. Kamen darauf Angebote anderer Vereine?
Nein. Und ich wollte sowieso unbedingt bei Kriens bleiben. Hier passt einfach alles. Und ich komme zu sehr vielen Einsätzen. Das ist für mich zurzeit das Wichtigste.
Wie lauten deine sportlichen Ziele in naher und weiterer Zukunft?
Persönlich wie auch als Team wollen wir in dieser Saison den Klassenerhalt in der Challenge League schaffen. Gleichzeitig will ich in meinem ersten Jahr in der Profiliga so viele Erfahrungen und Spielminuten wie möglich sammeln. Langfristig möchte ich das Maximum aus mir herausholen und sportlich so weit kommen, wie es machbar ist. Ein Traum wäre sicherlich, einmal in England zu spielen.
Und zuletzt verrätst du uns sicher noch deinen Lieblingsverein sowie besten Spieler und besten Trainer in deinen Augen?
Ja klar, gern, habe nichts zu verbergen (lacht). Lieblingsverein: Tottenham Hotspur. Bester Mitspieler: Manuel Fäh. Bester Spieler: Harry Kane. Bester Trainer: Pep Guardiola, dicht gefolgt von Martin Didi Dietrich.
Enea, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück und Können auf deinem weiteren Weg.


