Erster Elite-Sieg für Cedric Graf
Erfolgreiche Säuliämtler am Pfingstrennen in Ehrendingen und auf der offenen Rennbahn
Am 46. Pfingstrennen am Pfingstmontag in Ehrendingen bei Baden überraschte Cedric Graf sich selbst und die gesamte Konkurrenz mit seinem ersten Triumph als Elite-Fahrer. Nach einem taktisch klug gefahrenen Finale erreichte der Ottenbacher das Ziel solo mit sieben Sekunden Vorsprung auf seinen letzten Begleiter Melk Zumstein und über zwei Minuten vor der ersten Verfolgergruppe, die im Spurt von Joel Iten gemeistert wurde.
«Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft, zumal es im Rennen sehr heiss war. Als Teamtaktik war zwar geplant, dass wir ab Rennhälfte angreifen», freute sich Graf nach dem Rennen. Zunächst hatte sich jedoch eine Gruppe mit 14 Fahrern abgesetzt, die aber wieder gestellt wurde. Erst dann griff die erwähnte Teamtaktik. Unter dem Tempodiktat von Q36,5-Amacx wurde die Spitzengruppe so lange ausgedünnt, bis nur noch Zumstein und Graf das Rennen anführten. «Im Sprint hatte Melk keine Chance, er versuchte nicht mal zu kontern», stellte Graf fest, dem der Sieg viel bedeutet. Bereits 2021 konnte er das Pfingstrennen gewinnen.
Er war nicht der Einzige, der an diesem Abend zufrieden sein konnte. Mit GP-Osterhas-Sieger Dennis Flückiger, der im Sprint Zweiter wurde, beendete noch ein weiterer Radrennclub-Amt-Fahrer bei den U19 das Pfingstrennen auf einem Podestplatz. Joris Kübler verpasste als Vierter im Sprint der U17 das Podium knapp. Aber immer noch besser als Nils Graf, der im Sprint unsanft angerempelt wurde und stürzte, dabei glücklicherweise aber nur Schürfungen und Frust erlitt.
Auch auf der Rennbahn erfolgreich
Einen Tag später doppelte Cedric Graf auf der offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon nach. Bei seinem ersten Derny-Rennen lief der 20-Jährige hinter Schrittmacher Dino Rey abermals zu Hochform auf. Ohne zu zögern, übernahm Graf im ersten Lauf sogleich die Führung und musste sich schliesslich nur dem wesentlich erfahreneren Alex Vogel geschlagen geben. Den zweiten Lauf dominierte der deutsche Europameister Moritz Augenstein, nachdem dieser im ersten Durchgang noch durch technische Probleme an der Maschine seines Schrittmachers ausgebremst worden war. Zweiter wurde Vogel, der sich damit den Gesamtsieg holte, vor Graf.
Dass es auch anders laufen kann, erlebt derzeit Elia Felsberger, der vom Sturzpech verfolgt wird und dem auch auf der Rennbahn das Rennglück nicht mehr treu ist. Auch der Zwilliker hatte am Dienstag seinen ersten Derny-Einsatz. Doch ausgerechnet die Maschine seines Schrittmachers Noah Obrist erlitt gleich zweimal einen Defekt. So blieb Felsberger chancenlos.
Cedric Graf hofft nun, dass sein Lauf noch eine Weile anhält. Morgens in seinem angestammten Beruf als Fahrradmechaniker zu arbeiten und nachmittags zu trainieren oder sich zu erholen, hat sich als erfolgversprechende Losung herausgestellt. Sie ist aber finanziell nur möglich, da er noch zu Hause wohnt. Diese Woche bestreitet er mit seinem Team Q36,5 ab Donnerstag bis Sonntag die Oberöster-reich-Rundfahrt. Am letzten Juni-Wochenende folgen die Schweizer Strassenmeisterschaften. «Danach muss ich als Betriebssoldat in die Rekrutenschule in Brugg einrücken», sagt der Ottenbacher. Da er letztes Jahr aus der Nationalmannschaft ausgeschieden ist, darf er keine Sport-RS machen. Dennoch hofft er, genügend trainieren zu können. Sein Ziel bleibt der Übertritt zu den Berufsfahrern.






