Erster Elite-Sieg für Cedric Graf

Erfolgreiche Säuliämtler am Pfingstrennen in Ehrendingen und auf der offenen Rennbahn

Auch auf der Rennbahn übernimmt der Ottenbacher Cedric Graf sogleich die Führung hinter Schrittmacher Dino Rey.(Bild Martin Platter)

Auch auf der Rennbahn übernimmt der Ottenbacher Cedric Graf sogleich die Führung hinter Schrittmacher Dino Rey.(Bild Martin Platter)

Cedric Graf bejubelt seinen ersten Elite-Sieg am Pfingstrennen in Ehrendingen. (Bild René Graf)

Cedric Graf bejubelt seinen ersten Elite-Sieg am Pfingstrennen in Ehrendingen. (Bild René Graf)

Am 46. Pfingstrennen am Pfingstmontag in Ehrendingen bei Baden überraschte Cedric Graf sich selbst und die gesamte Konkurrenz mit seinem ersten Triumph als Elite-Fahrer. Nach einem taktisch klug gefahrenen Finale erreichte der Ottenbacher das Ziel solo mit sieben Sekunden Vorsprung auf seinen letzten Begleiter Melk Zumstein und über zwei Minuten vor der ersten Verfolgergruppe, die im Spurt von Joel Iten gemeistert wurde.

«Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft, zumal es im Rennen sehr heiss war. Als Teamtaktik war zwar geplant, dass wir ab Rennhälfte angreifen», freute sich Graf nach dem Rennen. Zunächst hatte sich jedoch eine Gruppe mit 14 Fahrern abgesetzt, die aber wieder gestellt wurde. Erst dann griff die erwähnte Teamtaktik. Unter dem Tempodiktat von Q36,5-Amacx wurde die Spitzengruppe so lange ausgedünnt, bis nur noch Zumstein und Graf das Rennen anführten. «Im Sprint hatte Melk keine Chance, er versuchte nicht mal zu kontern», stellte Graf fest, dem der Sieg viel bedeutet. Bereits 2021 konnte er das Pfingstrennen gewinnen.

Er war nicht der Einzige, der an diesem Abend zufrieden sein konnte. Mit GP-Osterhas-Sieger Dennis Flückiger, der im Sprint Zweiter wurde, beendete noch ein weiterer Radrennclub-Amt-Fahrer bei den U19 das Pfingstrennen auf einem Podestplatz. Joris Kübler verpasste als Vierter im Sprint der U17 das Podium knapp. Aber immer noch besser als Nils Graf, der im Sprint unsanft angerempelt wurde und stürzte, dabei glücklicherweise aber nur Schürfungen und Frust erlitt.

Auch auf der Rennbahn erfolgreich

Einen Tag später doppelte Cedric Graf auf der offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon nach. Bei seinem ersten Derny-Rennen lief der 20-Jährige hinter Schrittmacher Dino Rey abermals zu Hochform auf. Ohne zu zögern, übernahm Graf im ersten Lauf sogleich die Führung und musste sich schliesslich nur dem wesentlich erfahreneren Alex Vogel geschlagen geben. Den zweiten Lauf dominierte der deutsche Europameister Moritz Augenstein, nachdem dieser im ersten Durchgang noch durch technische Probleme an der Maschine seines Schrittmachers ausgebremst worden war. Zweiter wurde Vogel, der sich damit den Gesamtsieg holte, vor Graf.

Dass es auch anders laufen kann, erlebt derzeit Elia Felsberger, der vom Sturzpech verfolgt wird und dem auch auf der Rennbahn das Rennglück nicht mehr treu ist. Auch der Zwilliker hatte am Dienstag seinen ersten Derny-Einsatz. Doch ausgerechnet die Maschine seines Schrittmachers Noah Obrist erlitt gleich zweimal einen Defekt. So blieb Felsberger chancenlos.

Cedric Graf hofft nun, dass sein Lauf noch eine Weile anhält. Morgens in seinem angestammten Beruf als Fahrradmechaniker zu arbeiten und nachmittags zu trainieren oder sich zu erholen, hat sich als erfolgversprechende Losung herausgestellt. Sie ist aber finanziell nur möglich, da er noch zu Hause wohnt. Diese Woche bestreitet er mit seinem Team Q36,5 ab Donnerstag bis Sonntag die Oberöster-reich-Rundfahrt. Am letzten Juni-Wochenende folgen die Schweizer Strassenmeisterschaften. «Danach muss ich als Betriebssoldat in die Rekrutenschule in Brugg einrücken», sagt der Ottenbacher. Da er letztes Jahr aus der Nationalmannschaft ausgeschieden ist, darf er keine Sport-RS machen. Dennoch hofft er, genügend trainieren zu können. Sein Ziel bleibt der Übertritt zu den Berufsfahrern.

Weitere Artikel zu «Sport», die sie interessieren könnten

Urs Huber auf dem Weg zum zweiten Platz am Grand Raid BCVS. (Bild kuva.swiss)
Sport24.08.2026

Urs Hubers Revanche am Grand Raid BCVS

Rücktritt vom Rücktritt: Platz 2 am Bike-Klassiker im Wallis
Die 20-jährige Raphaela Ziegler legte auf dem Velo in 12 Stunden und 24 Minuten 6020 Höhenmeter zurück. (Bilder zvg)
Sport20.08.2026

Sie überwand beim Bärgevent 2026 in Reitnau so viele Höhenmeter wie einmal auf den Kilimandscharo

Raphaela Ziegler sass 12 Stunden und 24 Minuten auf dem Velo und fuhr 6020 Höhenmeter für den guten Zweck
Enea Heiniger im Dress des SC Kriens auf dem Fussballplatz in Wettswil, seinem Wohnort. (Bild Kaspar Köchli)
Sport20.08.2026

Challenge in der Challenge League

Interview mit dem Wettswiler Enea Heiniger, der bei Kriens in der zweithöchsten Schweizer Fussballliga spielt